Noch keine Lösung in Sicht
Theodor-Scheiwe-Straße entscheidet über Hafenentwicklung

Münster -

In Ratskreisen wird aktuell am meisten über eine Straße diskutiert, die gar nicht existiert – zumindest nicht als Durchfahrtsstraße. Die Rede ist von der Theodor-Scheiwe-Straße, die in ihrem nordöstlichen Teil über ein Privatgelände führt und eben dort auch vom Privateigentümer für Autos gesperrt wurde.

Donnerstag, 31.05.2018, 12:00 Uhr
Noch keine Lösung in Sicht : Theodor-Scheiwe-Straße entscheidet über Hafenentwicklung
Wie wird sich Münsters Hafenviertel mit dem Hafencenter entwickeln? Das hängt auch ab von der Theodor-Scheiwe-Straße. Foto: Matthias Ahlke

Immer mehr zeigt sich, dass diese Straße für die weitere Entwicklung des Hafenviertels eine geradezu schicksalhafte Bedeutung hat, wobei derzeit fast ausschließlich das Hafencenter im Mittelpunkt des Interesses steht (Gebiet 1 auf der Karte). Die eigentliche Brisanz ergibt sich aber für die geplanten Bauvorhaben auf dem alten Osmo-Gelände (Gebiet 2) sowie am Mittelhafen und südlich des Kanals (Gebiet 3).

Den Stein ins Rollen hat das Oberverwaltungsgericht Münster gebracht, als es im April den Bebauungsplan für das Einkaufszentrum Hafencenter gekippt hat – eben wegen der Sperrung der Theodor-Scheiwe-Straße 2015

Kein Kollaps

Die Verkehrsexperten der Stadtverwaltung betonen, dass auch ohne Theodor-Scheiwe-Straße das Hafencenter nicht zum Kollaps auf dem Hansaring führen wird. Die OVG-Richter haben dem nicht ausdrücklich widersprochen, wohl aber der Stadt vorgehalten, dass das Hafencenter beschlossen worden sei, ohne dass ein entsprechender Nachweis vorlag. Auch wenn es um die geplanten Bauvorhaben der LVM-Versicherung und der Investoren Kuhr, Deilmann und Kresing (Gebiet 2) geht, hält die Stadtverwaltung die Existenz einer Theodor-Scheiwe-Straße für die Erschließung des alten Osmo-Geländes nicht für zwingend erforderlich.

Das-Gebiet-um-das-Hafencenter_image_1024_width

Das Gebiet um das Hafencenter Foto: Openstreetmap/Stepmap, Jürgen Christ

Von unserer Zeitung befragte Experten melden in diesem Punkt schon deutliche Zweifel an. Um beispielsweise zum Knotenpunkt Umgehungsstraße/Albersloher Weg zu kommen, sei die Achse Schillerstraße/Theodor-Scheiwe-Straße/Albersloher Weg weitaus besser geeignet als die Achse Schillerstraße/Hansaring/Albersloher Weg.

Es bleiben viele Fragezeichen

Wenn es um die weitere Planung am Hafen geht (Gebiet 3 auf der Karte unten), hält auch die Stadtverwaltung eine öffentlich nutzbare Theodor-Scheiwe-Straße für unentbehrlich. Derzeit gibt es aber keine Anzeichen dafür, dass die Stadt die dafür erforderlichen Flächen erwerben kann, weder auf der aktuell gesperrten Trasse, noch auf der geplanten Trasse.

msd_Hafengebiet1
Foto: Grafik: Stetzkamp

Damit bleiben viele Fragezeichen, zumal zumindest die Grünen auch kein Interesse an einer Theodor-Scheiwe-Straße haben als eine für Autos offene Verbindungsstraße. Der Grund: Das Ziel der Grünen, die Schillerstraße als Fahrradstraße auszubauen, würde damit konterkariert.

In dem Verfahren zum Hafencenter wurde sehr deutlich, dass eine generelle Neubewertung der verkehrlichen Belastung im Hafenviertel erst mit der Fertigstellung der Umgehungsstraße erfolgen kann. Sollte die Theodor-Scheiwe-Straße auch in absehbarer Zeit nicht Verfügung stehen, wäre Geduld gefragt. Aber am Hafen dauert es ja sowie sehr lange.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5780300?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Polizei sucht auffälligen VW Polo
Das Foto zeigt das mutmaßliche Fluchtfahrzeug.    
Nachrichten-Ticker