Neues Begleittelefon für Frauen
Sicher von der Party nach Hause

Münster -

Viele Frauen beschleicht Unbehagen, wenn sie beim Ausgehen nachts allein im Dunkeln auf der Straße unterwegs sind. Sicherheit vermitteln soll ab dem 18. Juli das Sumt-Begleittelefon der Beratungsstelle Frauen-Notruf.

Sonntag, 03.06.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 03.06.2018, 13:12 Uhr
Das neue Sumt-Begleittelefon (Sicher-Unterwegs-in-Münster-Telefon), das am 18. Juli erstmals freigeschaltet wird, stellten Daniela Stöveken, Lea Goetz und Gerlinde Gröger (v.l.) von der Beratungsstelle Frauen-Notruf vor.
Das neue Sumt-Begleittelefon (Sicher-Unterwegs-in-Münster-Telefon), das am 18. Juli erstmals freigeschaltet wird, stellten (v.l.) Daniela Stöveken, Lea Goetz und Gerlinde Gröger von der Beratungsstelle Frauen-Notruf vor. Foto: hö

Als Frau nachts allein ausgehen und durch einsame dunkle Straßen ziehen – viele beschleicht bei diesem Gedanken Unbehagen oder gar Angst. Sicherheit vermitteln will in solchen Situationen ein neues Angebot der Beratungsstelle Frauen-Notruf. Am 18. Juli (Mittwoch) wird das „Sicher-Unterwegs-in-Münster-Telefon“, kurz Sumt-Begleittelefon, freigeschaltet. Ein auf drei Jahre ausgelegtes und von der Stadt Münster finanziertes Pilotprojekt, „mit dem wir auf Ängste von Frauen vor Belästigung und Gewalt reagieren“, sagt Gerlinde Gröger , Leiterin des Frauen-Notrufs.

Bei einer Umfrage hätten 2014 immerhin 75 Prozent der 400 befragten Frauen angegeben, Erfahrungen mit Belästigungen zu haben. Das Sumt-Telefon ist kein Kriseninterventionstelefon, sondern ein Instrument, „das Sicherheitsgefühl der Frauen zu stärken“, stellt Gröger heraus.

16 Ehrenamtliche eigens dafür geschult

Frauen, denen es unangenehm ist, nachts allein lange an der Bushaltestelle zu stehen oder einsame Wegstrecken zu gehen, wählen die Nummer des Sumt-Telefons. Am anderen Ende der Leitung sitzen zwei ehrenamtliche und speziell geschulte Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs mittwochs und samstags von 22 bis 4 Uhr in der Früh.“ Diesen Service „bieten wir künftig auch zu Sonderzeiten wie Karneval, Halloween oder Silvester“, kündigt Gröger an.

Insgesamt 16 Ehrenamtliche seien eigens dafür geschult worden, viele Studentinnen, aber auch andere junge Frauen mit guten Ortskenntnissen in Münster, die sich an beliebten Ausgeh-Tagen in der Geschäftsstelle des Frauen-Notrufs die Nacht um die Ohren schlagen, um anderen Frauen ein gutes und sicheres Gefühl beim Ausgehen zu vermitteln.

36 Jahre Frauen-Notruf

Während eines netten Smalltalks können die Frauen auf dem Weg zur Party oder zur Bushaltestelle ihre Positionsdaten durchgeben, Die Mitarbeiterinnen am Service-Telefon verfolgen den Weg über Google-Maps am PC, können gegebenenfalls Alternativwege vorschlagen, auf eine Kneipe verweisen, die bei der ­„Luisa“-Kampagne mitmacht und im Notfall auch schnell die Polizei verständigen.

Mit dem Sumt-Telefon erweitert der bereits seit 36 Jahren bestehende Frauen-Notruf sein Angebot. Die Zahl der Ratsuchenden sei in den vergangenen Jahren gewachsen, sagt Gröger mit Blick in die Statistik. „Im vergangenen Jahr haben wir 1272 Beratungen geleistet.“ Wegen der gestiegenen Nachfrage haben man bereits mit erweiterten Öffnungszeiten und einer offenen Sprechstunde reagiert.

Das Ausgeh-Begleittelefon ist indes als Prophylaxe-In­strument gedacht.

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Die Telefonnummer des am 18. Juli startenden Sumt-Begleittelefons ist ab Juli im Internet zu finden.  www.sumt.info.

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