Gefährliche Körperverletzung
32-Jähriger stach 24 Mal mit dem Messer zu

Münster -

Ein 32-Jähriger, der 2015 in Deutschland Asyl beantragt hatte, soll 24 Mal in einem Park in Münster auf einen 16-Jährigen eingestochen haben. Nun muss er sich vor dem Landgericht verantworten.

Montag, 04.06.2018, 09:00 Uhr

 
  Foto: dpa

Versuchten Totschlag, schwere und gefährliche Körperverletzung legt der Staatsanwalt einem 32-Jährigen zur Last, der sich dafür vor dem Landgericht verantworten muss. Auf dem Richtertisch im Saal 23 liegen ein blutiges Küchenmesser und ein Bildband, Dokumente einer Gewalttat, die tödlich hätte enden können.

Es ist früher Nachmittag im September 2017, als zwei Männer in einem Park in Münster aneinandergeraten. Zunächst streiten sich die beiden 32 und 16 Jahre alten Kontrahenten verbal. Der Ältere sprühte dem Jugendlichen Reizgas in die Augen. Nachdem dieser sich die Augen ausgewaschen hat und zurückkehrt, will er sich beschweren. Was sich daraus entwickelt, endet für den Jüngeren mit fatalen Folgen: Der 32-Jährige zückt ein Messer und sticht zu. Er lässt erst ab, als ihn jemand zurückhält. Das Opfer wird durch 24 Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen im Nacken, Hals, Brust und Bauch zum Teil erheblich verletzt. Ein Messerstich hat nur knapp die Halsschlagader verfehlt. So sieht es jedenfalls der Staatsanwalt.

Angeklagter: Aus Notwehr gehandelt

„Äußerlich gelassen“ gibt sich der vorbestrafte Mann. Die vorgetragenen Feststellungen zu seiner Biografie nickt er mehr oder weniger ab. Unter Angabe falscher Nationalität reist er 2015 in die Bundesrepublik ein und beantragt Asyl. Nach mehreren Stationen wird er einer Flüchtlingsunterkunft in Drensteinfurt zugewiesen.

Die Übergriffe auf den 16-Jährigen räumt der Angeklagte ein, zeigt aber keine Reue. Er habe aus Notwehr und aus Angst vor dem Jugendlichen gehandelt, sagt er.

Wodka und Joints

Am Tattag – so der Angeklagte – habe er zwei kleine Fläschchen Wodka getrunken und zwei Joints geraucht. Dann habe ihn der 16-jährige Afrikaner beschimpft. „Der sollte nicht in meine Nähe kommen, mich einfach in Ruhe lassen. Aber er wollte sich mit mir schlagen und hat nicht von mir abgelassen“, schildert der 32-Jährige. Als der Afrikaner beim zweiten Aufeinandertreffen versucht habe, gegen sein gebrochenes Bein zu treten, habe er das Messer gezogen.

Das Messer soll ihm ein Kurde nach der ersten Auseinandersetzung zugesteckt haben. Die Tatwaffe wird später unweit des Tatortes aufgefunden. Der Prozess wird am Montag (4. Juni) fortgesetzt.

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