Unfall auf Warendorfer Straße
Busfahrer übersah stehende Autos

Münster -

(Aktualisiert um 13.45 Uhr) Am Montag ist ein Linienbus auf der Warendorfer Straße in Münster in mehrere Autos gekracht. Dabei sind vier Menschen schwer verletzt worden. Unfallursache war offenbar eine Unaufmerksamkeit.

Dienstag, 05.06.2018, 13:45 Uhr

Unfall auf Warendorfer Straße: Busfahrer übersah stehende Autos
Ein Busfahrer übersah auf der Warendorfer Straße in Münster eine Reihe vor ihm stehender Autos. Foto: dpa

Nach dem schweren Busunfall mit insgesamt 18 Verletzten in Münster gehen die Ermittler davon aus, dass der Busfahrer die vor ihm haltenden Fahrzeuge übersehen hat. „Das ergibt sich aus unseren Erkenntnissen und Zeugenaussagen“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Das sei vergleichbar mit einem Unfall auf der Autobahn, bei dem ein Stauende übersehen wurde. Zum Zustand der Verletzten gab es zunächst keine neuen Informationen. Kinder seien nicht unter den 27 Fahrgästen des Linienbusses (R 11) gewesen.

Der 48-jährige Busfahrer war am Montagnachmittag den Ermittlungen zufolge nahezu ungebremst auf ein Auto aufgefahren, das verkehrsbedingt vor ihm angehalten hatte, wie die Polizei berichtet. Durch den Aufprall wurde der Wagen auf zwei weitere Autos geschoben.

Abgelenkt durch unterspülten Bahndamm?

„Es gab einen Knall, dann rutschten die Menschen neben mir von den Sitzen in den Mittelgang. Andere stießen mit dem Kopf auf die Rückenlehnen des Vordersitzes. Panik gab es aber nicht“, so eine sichtlich geschockte Frau, die im Bus saß und unverletzt blieb. Viele Pendler in den Kreis Warendorf nutzen den Bus, weil die parallel laufende Bahnstrecke zwischen Münster und Telgte wegen Bauarbeiten gesperrt war und die Eurobahn deshalb nicht fahren konnte.

Genau dort, wo die Bahnarbeiter gerade den durch ein Unwetter unterspülten Bahndamm reparieren, kommt es wenige Minuten nach 17 Uhr zum fatalen Crash. „Den ganzen Tag haben wir hier schon Vollbremsungen beobachtet, weil viele Fahrer abgelenkt sind und auf die Baustelle schauen“, so ein Arbeiter und Unfallzeuge.

Schwerer Busunfall auf Warendorfer Straße

1/6
  • 18 Menschen sind am Montag (4.6.2018) bei einem Unfall auf der Warendorfer Straße verletzt worden.

    Foto: hpe
  • Ein Linienbus war auf mehrere Autos aufgefahren. In den Autos wurden drei Personen verletzt, im Bus gab es 15 Verletzte.

    Foto: hpe
  • Der Unfall geschah genau an der Stelle, wo das Unwetter die Bahntrasse unterspült hatte.

    Foto: hpe
  • Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz, die Straße war mehrere Stunden voll gesperrt.

    Foto: hpe
  • Der Busfahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

    Foto: dpa
  • Gegen 21 Uhr war die Unfallstelle geräumt.

    Foto: dpa

Der 48-jährige Busfahrer aus Telgte fährt auf einen BMW-Kombi aus dem Kreis Warendorf auf. Der Pkw schiebt sich dann noch auf einen VW Caddy der Bundeswehr und einen weiteren Wagen. In den Autos werden nach Angaben der Polizei von Dienstagmorgen drei Menschen verletzt. Am schwersten trifft es einen 28-Jährigen, auf dessen Wagen der Bus zuerst auffährt. Der junge Mann aus Ostbevern erleidet lebensgefährliche Verletzungen. Am Abend gibt die Polizei Entwarnung: Der Mann ist außer Lebensgefahr.

Als die ersten Notrufe die Feuerwehr-Leitstelle erreichen und die Dimension an Opfern sich abzeichnet, löst die Feuerwehr den Alarmcode „Massenanfall von Verletzten“ aus. Über ein Dutzend Rettungswagen der Feuerwehr und von den Hilfsorganisationen eilen zum Unfallort. Auch mehrere Notärzte rücken aus.

Unfallursache unklar

Parallel dazu kommen Rettungskräfte aus dem Kreis Warendorf. Im Bus werden die Verletzten betreut. „Der Großteil der Betroffenen ist zum Glück nur leichter verletzt“, so ein Feuerwehrsprecher, unter ihnen ist auch der Busfahrer. Von den insgesamt 15 Verletzten im Bus sind nach Feuerwehr-Angaben drei schwerer betroffen.

Die unverletzten Passagiere bekommen nach knapp einer Stunde einen Ersatzbus gestellt, der sie nach Telgte bringt. Auch Rot-Kreuz-Transporter werden eingesetzt, um die Passagiere weg vom Unfallort zu bringen. Zeitgleich bringen Rettungswagen die Verletzten in münsterische Krankenhäuser.

Straße mehrere Stunden gesperrt

Während der mehrstündigen Rettungs- und Bergungsarbeiten war die Warendorfer Straße zwischen Mondstraße und Pleistermühlenweg komplett gesperrt. Auch die Umgehungsstraße B 51 wurde stadtauswärts gesperrt. Im abendlichen Berufsverkehr kam es in Münsters Osten zu einem Verkehrschaos. Auf der Sudmühlenstraße und der Dyckburgstraße ging nichts mehr, auch die Mondstraße war dicht.

Erst ab 19.50 Uhr konnte die Polizei den Verkehr wieder an der Unfallstelle vorbeiführen. Allerdings zunächst nur einspurig und im Wechsel - mal durfte der Verkehr stadteinwärts passieren, mal die Fahrzeuge, die aus Richtung Münster kommen. „Weil eine Spezialfirma die Straße reinigen muss, bleibt es bis mindestens 21 Uhr bei der Verkehrsführung auf einer Spur“, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Um 21 Uhr war die Straße dann gänzlich wieder freigegeben.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5793746?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Das Jucken hört nicht auf
Setzt Eichen und Menschen zu: der Eichenprozessionsspinner
Nachrichten-Ticker