Vortrag eines Sprachforschers
Kinderuni widmet sich Jugendsprache

Münster -

„Vong labern, whatsappen und snapchatten her“: Was für die einen rätselhaft klingt, gehört für andere zum Alltagsvokabular. Über Jugendsprache und darüber, wann man sie besser nicht benutzt, referiert der Sprachforscher Nils Bahlo am 8. Juni bei der Kinderuni.

Dienstag, 05.06.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 05.06.2018, 09:00 Uhr
Sprachforscher Dr. Nils Bahlo
Sprachforscher Dr. Nils Bahlo Foto: kv

Yo Kids! Cooles Ding am Freitag: Kinderuni! Auch so könnte der Hinweise auf die nächste Kindervorlesung am Freitag (8. Juni) lauten, die um 16.15 Uhr im Hörsaal H1 am Schlossplatz 46 beginnt. Das Thema klingt zugegebenermaßen komisch. Der Sprachforscher Dr. Nils Bahlo hat über seinen Vorlesung den vor allem für Erwachsene etwas rätselhaften Titel gegeben: „Vong labern, whatsappen und snapchatten her“. Der Wissenschaftler vom Germanistischen Institut der Universität Münster spricht bei der Kinderuni über Jugendsprache, die auch viele der jungen Studenten im Grundschulalter mittlerweile kennen.

Abgrenzung durch eigene Sprache

Was vor allem für Erwachsene immer wieder neu und unverständlich klingt – ist keineswegs eine moderne Erscheinung. Jugendliche haben zu allen Zeiten versucht, sich durch eine eigenen Sprache mit ihrer Altersgruppe, also anderen Kindern und Jugendlichen ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Und vielleicht auch, sich von den Erwachsenen durch eigene Ausdrücke abzugrenzen.

Als Nils Bahlo Jugendlicher war und seiner Mutter einmal erzählte, in der Schule sei irgendetwas „geil“ gewesen, da war die Mama ziemlich schockiert, erinnert sich Bahlo. Heute benutzen das Wort „geil“ viele Erwachsene ganz selbstverständlich.

Kreative Verfremdungen und Floskeln

Manchmal schaffen es Ausdrücke oder Redeweisen aus der Jugendsprache in die allgemeine Sprache, „meistens dann, wenn Werbung oder Medien die Worte übernehmen“, sagt Bahlo. Manche Redewendungen werden aber auch schnell wieder vergessen. Momentan zeichne sich Jugendsprache durch kreative Verfremdungen und Floskeln aus, wie die sogenannte „Vong-Sprache“, die Bahlo an der Universität gerade erforscht. Er beobachtet, dass sich Erwachsene heute seltener durch Jugendsprache provozieren lassen als früher. Trotzdem rät er davon ab, den Mathelehrer auf der Straße mit „Yo digga“, (für ältere Leser: Hallo Freund!) zu begrüßen. „Das könnte schlecht ankommen“, meint Bahlo. Einem guten Kumpel könne man so aber durchaus guten Tag sagen.

Die Kinderuni richtet sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Besuch ist kostenlos, erwachsene Begleiter sind willkommen.

Letzte Kinderuni Anfang Juli

Die letzte Kinderuni des Sommersemesters findet am 6. Juli, ausnahmeweise von 15 bis 18 Uhr im LWL-Kulturmuseum am Domplatz statt. Dabei geht es um das Thema Friedensforschung anhand der derzeit laufenden großen Ausstellungen zum Frieden in den münsterischen Museen. Dazu ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich: kinderuni@uni-meuster.de.

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