Zum Weihnachtsmarkt fertig
Sanierung der Überwasserkirche auf der Zielgeraden

Münster -

Nach vier Jahren befindet sich die Sanierung der Überwasserkirche auf der Zielgeraden. Bis zum Beginn des Weihnachtsmarktes soll der Turm wieder abgerüstet sein, berichtete am Dienstag Architekt Wolfgang Ubbenhorst. „Die nächste große Außensanierung wird wohl keiner von uns mehr erleben“, prophezeite Ubbenhorst.

Dienstag, 05.06.2018, 17:00 Uhr

Zwei neue Kreuzblumen werden auf dem Turm der Überwasserkirche montiert – die alten waren marode. Links Architekt Wolfgang Ubbenhorst, neben ihm Pfarrer Hans-Werner Dierkes (M.) und ein Mitarbeiter der Baufirma.
Zwei neue Kreuzblumen werden auf dem Turm der Überwasserkirche montiert – die alten waren marode. Links Architekt Wolfgang Ubbenhorst, neben ihm Pfarrer Hans-Werner Dierkes (M.) und ein Mitarbeiter der Baufirma. Foto: Matthias Ahlke

Nachdem ab 2014 zunächst die Südseite des Langhauses und der Chorraum sowie das Innere der Kirche umfassend erneuert worden waren, ist seit vergangenem Jahr der Turm an der Reihe. „Dessen Sanierung war eigentlich erst für 2019 geplant, doch wir mussten die Arbeiten vorziehen“, sagt Ubbenhorst bei einer Baustellenbegehung mit Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes und Mitgliedern des Pfarrgemeinderates. Teile des 65 Meter hohen Gemäuers seien einfach in zu schlechtem Zustand gewesen. Vor allem die vier Kreuzblumen, die sich auf der Turmspitze befinden, gerieten ins Visier des Architekten und seiner Mitarbeiter.

„Die beiden Kreuzblumen, die aus den 1950er-Jahren stammen, hatten größere Risse, zudem war nicht mehr gewährleistet, dass sie Stürme überstehen.“ Sie wurden gesichert – und unten, am Boden, ein Teil des Kirchplatzes gesperrt. Inzwischen ist eine der Kreuzblumen durch eine Blume aus Sandstein ersetzt worden, eine weitere wird folgen. Die beiden anderen Kreuzblumen werden lediglich überarbeitet.

Keine Absturzgefahr

Daneben werden in den kommenden Monaten 40 Fialen saniert. Dabei handelt es sich um rund 100 Kilogramm schwere, türmchenähnliche Steine, die sich zwischen den Kreuzblumen befinden. „Bei einer Begehung stellten wir fest, dass alle Filialen lose sind“, sagt Ubbenhorst. Mit flüssigem Blei werden sie nun neu justiert. Die Gefahr, dass sie zu Boden stürzen, habe aber nicht bestanden, versichert er.

Sanierung der Überwasserkirche

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  • Herrliche Aussicht: Blick von oben auf den 65 Meter hohen Kirchturm der Überwasserkirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Schweres Gerät in luftiger Höhe: Auch oben auf dem Überwasserkirchturm musste während der Sanierung angepackt werden.

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  • Diplom-Ingenieur Wolfgang Ubbenhorst (l.) begutachtet mit Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes die Arbeiten auf dem Überwasser-Kirchturm.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sanierung der Überwasserkirche Foto: Matthias Ahlke

Wenn im Spätherbst die Arbeiten beendet sind, dann sind an der Überwasserkirche insgesamt 4,5 Millionen Euro verbaut worden. „Allein 250 000 Euro kostete das Gerüst, das sich derzeit am Turm befindet“, berichtet Pfarrer Dierkes. Weitere 1,5 Millionen Euro verschlingt die Turmsanierung. Das Geld komme zum größeren Teil vom Bistum, zum kleineren von der Gemeinde.

Orgel soll im Spätherbst erneuert sein

Ebenfalls im Spätherbst soll die umfassende Erneuerung der Orgel abgeschlossen sein – und auch das restaurierte, immerhin 15 Quadratmeter große Mariä-Himmelfahrt-Gemälde wird dann in die Kirche zurückkehren. Arbeitsbedarf sieht Dierkes in der Zukunft noch bei den Epitaphen, also den steinernen Grabmälern im Kirchenraum. „Sie sind in einem schlechten Zustand“, betont er.

Überwasserkirche ist Münsters höchste Baustelle

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  • Arbeiten in 64 Metern Höhe: Der Turm der Überwasserkirche wird saniert.

    Foto: hpe
  • Der Turm ist komplett eingerüstet.

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  • Oben gibt es spektakuläre Ausblicke auf die Stadt.

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  • Der Blick in Richtung Schloss, unten links das durch die Fernsehserie „Wilsberg“ bekannt gewordene Antiquariat.

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  • Wer hier arbeitet, sollte keine Höhenangst haben.

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  • Bei Überprüfungen wurden lose Steine entdeckt. Deshalb hat man die Sanierung der Turm-Fassade, die eigentlich erst für 2019 geplant war, vorgezogen.

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  • Auch die Spitzen des Turms drohten abzubrechen.

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  • Diese Skulptur an der Fassade ist in schlechtem Zustand.

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  • Architekt Wolfgang Ubbenhorst inspiziert die Baustelle.

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  • V.l.: Architekt Wolfgang Ubbenhorst, Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes und Steinmetz Theo Feldmann.

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  • Die Arbeiten sollen so ausgeführt werden, dass die nächste Sanierung erst in 25 Jahren fällig wird.

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  • Die Gesamtkosten der Sanierung, die im Innenraum schon abgeschlossen ist, belaufen sich auf vier Millionen Euro.

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  • Mitte 2018 soll die Überwasserkirche wieder in altem Glanz erstrahlen.

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  • Bis dahin können die Arbeiter in den Pausen noch die Aussicht auf Münsters derzeit höchster Baustelle genießen.

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