Kinderbetreuung in Münster
Tageseltern werden immer wichtiger

Münster -

Die Suche nach einem Kita-Platz in Münster bleibt schwierig. Unterdessen gewinnt der Einsatz von Tagesmüttern und -vätern beim Ausbau der U3-Betreuung weiter an Bedeutung. Das geht aus dem Anfang der Woche vorgestellten Kita-Jahresbericht hervor.

Mittwoch, 06.06.2018, 13:36 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.06.2018, 13:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 06.06.2018, 13:36 Uhr
Spitzenreiter bei der Versorgung mit U3-Plätzen ist der Westen Münsters: Mehr als jedes zweite Kind unter drei Jahren bekommt hier einen Platz in einer Kita oder in einer Großtagespflegestelle.
Spitzenreiter bei der Versorgung mit U3-Plätzen ist der Westen Münsters: Mehr als jedes zweite Kind unter drei Jahren bekommt hier einen Platz in einer Kita oder in einer Großtagespflegestelle. Foto: dpa

Dem 143 Seiten umfassenden Bericht zufolge wird knapp ein Drittel der Plätze für unter Dreijährige durch die Kindertagespflege bereitgestellt. Aktuell stehen der Stadt zufolge 1280 Betreuungsplätze in diesem Bereich zur Verfügung, davon 109 neu geschaffene.

19 neue Großtagespflegestellen geplant

Insbesondere beim Ausbau der Großtagespflegestellen geht es weiter voran. Im Kita-Jahr 2018/2019 sollen 19 neue Großtagespflegestellen in Münster eröffnen, die auch im Stadtbezirk Mitte zu einer Entlastung beitragen sollen. Für entsprechendes Betreuungspersonal werden nach Angaben der Stadt fortlaufend Vorbereitungskurse angeboten.

Ausbau der Über-Mittag-Betreuung

Nach Beobachtung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien ist der Ausbau der Über-Mittag-Betreuung auch in den nächsten Jahren weiter erforderlich, um den Wünschen der Eltern gerecht zu werden. Aktuell sind es 9277 Kinder, die dieses Angebot nutzen.

Insgesamt 186 Einrichtungen zur Kindertagesbetreuung weist der städtische Bericht aus. Sie stellen im kommenden Kita-Jahr 598 Gruppen. „Wir sind froh, dass wir so viele Träger haben, die sich engagieren“, sagt Jugendamtsleiterin Anna Pohl unter ausdrücklichem Verweis auf Kirchen und Elterninitiativen, die fast die Hälfte aller Gruppen stellen. Daneben spielen für die Stadt neben der eigenen Trägerschaft noch Wohlfahrtsverbände und weitere freie Träger eine bedeutende Rolle.

Trend zu größeren Kitas

Mit neuen kirchlichen Kitas ist nach den Worten von Jugenddezernent Thomas Paal aktuell nicht mehr zur rechnen. Gleichwohl zeige man sich froh, dass die Kirchen in Münster ihr bisheriges Angebot aufrechterhielten. Der Trend zu größeren Kitas scheint unterdessen unaufhaltsam: Je größer die Einrichtung, desto mehr rechne sich das, erklärt Anna Pohl.

Was die Versorgungsquoten mit U3-Plätzen angeht, bietet sich über die Bezirke hinweg gesehen ein unterschiedliches Bild. Stadtweit liegt die Quote für unter Dreijährige bei 45 Prozent.

Bezirk Südost absolutes Schlusslicht

Absolutes Schlusslicht ist der Bezirk Südost mit 38,8 Prozent, insbesondere der Stadtteil Angelmodde schneidet schlecht ab; ähnlich stellt sich die Situation mit U3-Plätzen ausweislich des Berichts im Stadtbezirk Nord dar (39,5 Prozent). Die Verwaltung führt das Absinken der Quoten im Norden sowie in den Bezirken Südost und Hiltrup auf steigende Kinderzahlen zurück, denn das Platzangebot ist nicht entsprechend mitgewachsen.

Spitzenreiter bei der Versorgung mit U3-Plätzen ist der Westen Münsters: Stolze 54,8 Prozent stehen hier zu Buche; das heißt, mehr als jedes zweite Kind unter drei Jahren bekommt hier einen Platz in einer Kita oder in einer Großtagespflegestelle.

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