Verwaltung verliert Amtsleiter
Neue Chefs im Stadthaus gesucht

Münster -

Die Stadt Münster muss in den kommenden zwei Jahren zahlreiche neue Amtsleiter finden. Gleich eine Handvoll der Verwaltungschefs geht in Pension.

Donnerstag, 07.06.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2018, 10:02 Uhr
Verwaltung verliert Amtsleiter: Neue Chefs im Stadthaus gesucht
Foto: Oliver Werner

Das negative Urteil zum Hafencenter liegt ihm noch im Magen, gab Christian Schowe bei seiner Verabschiedungsfeier im Friedenssaal zu. Seit dem Jahr 2005 hatte der Neu-Pensionär das städtische Planungsamt geführt, da lassen einen solche brisanten Themen selbst in den letzten Stunden der Amtszeit nicht kalt.

Eine Handvoll Amtsleiter geht in Pension

Schowes Nachfolger ist seit dieser Woche da: Christopher Festersen (44) aus Oldenburg, der dort stellvertretender Leiter des Stadt­planungsamtes war. Nach dem früheren Stadtbaurat Hartwig Schultheiß und ­Planungsamtsleiter Schowe verliert das städtische Dezernat für Planung und Bau im kommenden Jahr zusätzlich den langjährigen Planungsdezernenten Siegfried Thielen.

Eine Handvoll Amtsleiter

Und damit nicht genug, gleich eine Handvoll städtischer Amtsleiter wird in den kommenden zwei Jahren pensioniert. „Die Stadt verliert Persönlichkeiten, die das Handeln und das Bild der Verwaltung nach außen über Jahrzehnte geprägt haben“, sagt Personal­dezernent Wolfgang Heuer.

Diese städtischen Amtsleiter werden in den kommenden zwei Jahren pensioniert

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  • Martina Arndts-Haupt. Seit 1987 leitet die inzwischen dienst­älteste Amtsleiterin der Stadt das Frauenbüro und wird im kommenden Jahr 2019 ebenso ­altersbedingt ausscheiden...

    Foto: stadt Münster
  • ... wie Anna Pohl (hier rechts im Bild mit Stadtdirektor Thomas Paal), die seit dem Jahr 1999 Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familien ist.

    Foto: Lisa Fraszewski
  • Ein Jahr später, 2020, verliert die Verwaltung mit Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner einen erfahrenen Juristen und ausgewiesenen Münster-Experten.

    Foto: Oliver Werner
  • Im gleichen Jahr wird der Leiter des Presse- und Informationsamtes, Joachim Schiek (l.), in Pension gehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das städtische Dezernat für Planung und Bau verliert im kommenden Jahr zusätzlich den langjährigen Planungsdezernenten Siegfried Thielen.

    Foto: isa
  • Bereits Ende dieses Jahres verabschiedet sich Dr. Johann Lambacher, seit 2005 Leiter des Stadtarchivs.

    Foto: Matthias Ahlke

Zum Beispiel Martina Arndts-Haupt. Seit 1987 leitet die inzwischen dienst­älteste Amtsleiterin der Stadt das Frauenbüro und wird im kommenden Jahr 2019 ebenso ­altersbedingt ausscheiden wie Anna Pohl, die seit dem Jahr 1999 Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familien ist.

Lücken müssen gefüllt werden

Ein Jahr später, 2020, verliert die Verwaltung mit Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner einen erfahrenen Juristen und ausgewiesenen Münster-Experten. Im gleichen Jahr wird der Leiter des Presse- und Informationsamtes, Joachim Schiek, in Pension gehen.

Bereits Ende dieses Jahres verabschiedet sich Dr. Johann Lambacher, seit 2005 Leiter des Stadtarchivs. „Sie alle hinterlassen große Lücken. Ich betrachte es als ­besondere Herausforderung, diese Lücken adäquat zu schließen“, weiß Heuer.

40 Führungspositionen

Über 40 Führungspositionen gibt es bei der Stadt Münster, davon 32 Amts­leiter. Die Suche nach geeig neten Nachfolgern für die ausscheidenden Chefs steuert die Verwaltung federführend selbst. Im Gegensatz zu Stellenausschreibungen bei den städtischen Gesellschaften, wo sie regelmäßig mit Personalberatungsunternehmen zusammenarbeitet.

Natürlich. Die Stadt Münster genießt fachlich und als Arbeitgeber einen guten Ruf. Und trotzdem habe sich die Konstellation im Vergleich zu früheren Jahren verschoben, weiß Heuer. „Nicht nur die Kandidaten müssen den Rat und die Verwaltung überzeugen, sondern wir auch die Kandidaten. Das macht sich seit einiger Zeit bemerkbar“, sagt er.

Bewerber hinterfragen Arbeitgeber

Dabei geht es in erster ­Linie nicht nur um die Vergütung. Die potenziellen Bewerber nehmen laut Heuer sehr aufmerksam wahr, wie eine Stadt mit ihrem Leitungspersonal umgeht. Auch Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, würden häufiger hinterfragt. „In diesen Fragen ist eine ­gesamtgesellschaftliche Veränderung festzustellen“, sagt Heuer. Natürlich lockt viele Bewerber das schöne Münster. Aber: „Die Wohnkosten sind selbst mit guten Gehältern eine Hürde“, weiß er.

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