Obdachlosenhilfe
Initiative „Rucksack voll Hoffnung“ in Münster ausgezeichnet

Münster -

Hilfe, die ankommt: Zehn Akteure gehen regelmäßig in Münster mit Sachspenden zu Wohnungslosen. Die Initiative „Rucksack voll Hoffnung“ wurde jetzt im Rathaus vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ ausgezeichnet.

Montag, 11.06.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2018, 19:46 Uhr
Regelmäßig packen Ludger Santel (l.), Sebastian Jeising (M.) und weitere Akteure einen „Rucksack voll Hoffnung“, um damit Wohnungslose zu überraschen. Jetzt wurde ihre Initiative dafür ausgezeichnet. Dr. Klaudia Tietze überreichte die Urkunde.
Regelmäßig packen Ludger Santel (l.), Sebastian Jeising (M.) und weitere Akteure einen „Rucksack voll Hoffnung“, um damit Wohnungslose zu überraschen. Jetzt wurde ihre Initiative dafür ausgezeichnet. Dr. Klaudia Tietze überreichte die Urkunde. Foto: Matthias Ahlke

Obdachlose in Münster? Es gibt sie, sagen Sebastian Jeising und Ludger Santel. Die 18-Jährigen gehen von mindestens 700 Menschen aus, die in der Heimatstadt der beiden Studenten auf der Straße leben. Die 18-Jährigen packen darum alle zwei Wochen mit zehn Aktiven Rucksäcke mit Sachspenden aus der Bürgerschaft und mit viel Hoffnung, um damit Wohnungslose zu überraschen. Jetzt zählt die Initiative zu den 17 Projekten nur in Nordrhein-Westfalen, die am Montag vom „ Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) ausgezeichnet worden sind.

Mit 4000 Euro könnten sie eine Menge mehr erreichen, freuen sich der Gründer der münsterischen Initiative, Sebastian Jeising, und Ludger Santel. Die Initiative möchte mit ihren „Rucksäcken voll Hoffnung“ ihren Radius im Stadtgebiet vergrößern, vielleicht den Hafen und den Bahnhofsbereich einbeziehen. Dafür setzen die beiden Motoren auf noch mehr Akteure.

Parallel zu den Rucksäcken halten sie aber auch Vorträge in Schulen, um deutlich zu machen, so Santel, „dass Wohnungslose Teil der Gesellschaft sind“. Den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, dass wollen Jeising und Santel erreichen: „Diese Menschen sollen sich aufgehoben fühlen.“ Die beiden Akteure wollen den Austausch zwischen Wohnungslosen und Schülern verstärken. „Aber die Scheu ist sehr groß“, so Santel.

Insgesamt acht Aktionen aus NRW standen am Montagnachmittag in der Rüstkammer des münsterischen Rathauses auf dem Siegertreppchen. „Es macht mich stolz, wenige Zentimeter über dem Friedenssaal über Demokratie und Toleranz reden zu dürfen“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Vielfalt der Projekte allein aus NRW sei ein Beleg für das große Engagement im Land, betonte Dr. Gregor Rosenthal. Er ist der Leiter der Geschäftsstelle des Bündnisses, das den bundesweiten Wettbewerb zum 17 Mal ausgeschrieben hatte. Rund 5700 Projekte waren beteiligt, 1250 von ihnen wurden ausgezeichnet. „Wir suchen Projekte, die übertragbar sind“, so Rosenthal.

„Das, was ihr macht, ist keine Selbstverständlichkeit“, lobte der Geschäftsführer aus Berlin die beiden Münsteraner. „Diese Idee lässt sich großartig weiterentwickeln,“ fügte Dr. Klaudia Tietze aus dem Beirat des Bündnisses hinzu.

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