Schulsozialarbeit
Hilfe soll neu verteilt werden

Münster -

Die Kapazität an Schulksozialarbeiter-Stellen wird an städtischen Schulen nach einem Punktesystem vergeben. Die Verwaltung sieht Bedarf für eine Umverteilung.

Mittwoch, 13.06.2018, 11:00 Uhr

Schulsozialarbeit: Hilfe soll neu verteilt werden
(Symbolfoto) Schulsozialarbeiter kümmern sich um Sorgen und Nöte ihrer Schüler abseits des Unterrichts. Die Stadt vergibt die Stellen nach einem Punktesystem. Danach ist jetzt eine Umverteilung fällig.  Foto: dpa

Das Thema barg schon vor knapp zwei Jahren Zündstoff: Damals verabschiedeten die Ratsgremien nach langer Debatte ein Schema, nach dem fortan der Einsatz der städtischen Schulsozialarbeiter in den Schulen geregelt wird. Faustregel: Das Personal soll nach dem Bedarf eingesetzt werden.

Die Dringlichkeit von Schulsozialarbeit leitet sich neben der reinen Größe der Schule aus Indikatoren ab, also Sozialdaten, die der Stadt über die Schülerschaft vorliegen. Wesentlich ist dabei der Anteil von Kindern mit besonderem Förderbedarf, aus Familien, die von Sozialleistungen leben, oder mit Migrationsgeschichte. Jetzt geht es in einer Vorlage, über die am heutigen Mittwoch der städtische Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien beraten soll, um die Erweiterung und Neuverteilung der kommunalen Personalressourcen für die nächsten beiden Schuljahre – und die Tabelle der Schulverwaltung zeigt, dass nicht alle Schulen ihr Schulsozialarbeiter-Kontingent behalten sollen. Es geht anhand des indikatorengestützten Punktesystems auch um Umverteilung.

Die aktuelle Analyse zeigt, dass unterm Strich elf der 45 städtischen Grundschulen ab dem neuen Schuljahr mit einem Zuwachs an Schulsozialarbeiter-Kontingenten rechnen können. Sieben Schulen aber sollen Kapazitäten abgeben. Für zwölf Grundschulen wird gar kein Bedarf gesehen.

An den 27 städtischen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen sollen sechs Schulen Personalressourcen hinzubekommen, sieben Schulen aber Anteile abgeben. Insgesamt stehen zum kommenden Schuljahr an den Grundschulen 34,75, an den weiterführenden Schulen 25,75 Stellen für Schulsozialarbeit zur Verfügung.

Beispiel: Die Erna-de-Vries-Realschule im Düesbergviertel soll anhand der Indikatoren ihren bisherigen Anteil auf 1,5 Stellen verdreifachen, das Stein-Gymnasium in Gievenbeck hingegen mit 0,5 Stellen die Hälfte des bisherigen Anteils abgeben.

Die vier verbliebenen Hauptschulen Münsters, die im Zuge der Inklusion auch viele Jugendliche mit Förderbedarf unterrichten, erhalten zusätzlich zu ihrem errechneten Bedarf noch jeweils eine halbe Sozialarbeiterstelle hinzu.

Der Verband Bildung und Erziehung Münster warnt angesichts der Pläne vor einem „Verschiebebahnhof“ bei der Schulsozialarbeit. Die Kritik der SPD im Rat geht in eine ähnliche Richtung. Sie fordert, die Stellen für Schulsozialarbeit auszubauen.

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