Platzproblem am Hauptbahnhof
Dritte Radstation in Planung

Münster -

Es ist eng an Münsters Hauptbahnhof. Da Fahrradparkplätze Mangelware sind, denkt die Stadt jetzt über eine weitere Radstation auf der Westseite nach. Dort steht auch der Straßenraum vor einer Neuaufteilung.

Freitag, 15.06.2018, 21:38 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 15.06.2018, 21:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 15.06.2018, 21:38 Uhr
Die Radstation ist voll, die doppelstöckigen Radständer auf dem Vorplatz sind es ebenfalls. Längst ist klar, dass die geplante zweite Radstation auf der Ostseite das Problem allein nicht lösen wird. Schon gibt es Überlegungen für eine dritte Radstation.
Die Radstation ist voll, die doppelstöckigen Radständer auf dem Vorplatz sind es ebenfalls. Längst ist klar, dass die geplante zweite Radstation auf der Ostseite das Problem allein nicht lösen wird. Schon gibt es Überlegungen für eine dritte Radstation. Foto: Oliver Werner

Die beiden Ziele sind gesetzt, und Stadtbaurat Robin Denstorff hat nach eigenem Bekunden keine Veranlassung, davon abzurücken. Ziel eins: Steigerung des Radverkehrsanteils von 40 auf 50 Prozent, gemessen am gesamten „Binnenverkehr“ in Münster, wie es offiziell heißt. Ziel zwei: Steigerung des ÖPNV-Anteils von zehn auf 15 Prozent.

Das heißt: mehr Radler, mehr Busse und mehr Zugfahrgäste. Dort, wo alles zusammenkommt, liegt der Hauptbahnhof. Aber wo ist hier noch Platz für neue Radständer? Wo noch Platz für weitere Bushaltestellen?

Der städtische Verkehrsplaner Michael Milde erklärt, dass man mit der Suche nach einem Standort für eine dritte Radstation begonnen habe. „Suchraum“ sei das ganze Bahnhofsumfeld. Die erste Radstation mit rund 3500 Plätzen ist komplett ausgebucht, die zweite mit 2000 Plätzen entsteht auf der Ostseite, wenn das Aachener Unternehmen Landmarken dort das neue Empfangsgebäude errichtet.

„Reicht nicht, die geplanten Zuwächse aufzunehmen“

Die Radstation auf der Ostseite gleiche in etwa die Abstellkapazitäten aus, die bis zur Sperrung des Baufeldes dort bereits vorhanden waren, so Milde. „Es reicht aber nicht, die geplanten Zuwächse aufzunehmen.“

Stadtbaurat Denstorff schließt deshalb nicht aus, dass perspektivisch am Bremer Platz weitere Abstellanlagen geschaffen werden. Aktuell ist laut Denstorff eine Prüfung auf der Westseite. Die Stadtverwaltung klärt die Frage, ob es möglich ist, im Erdgeschoss des Bahnhofsparkhauses 400 Abstellplätze für Fahrräder zu schaffen. Erreichbar wären die Plätze über die kleine Bahnhofstraße.

Straßenraum vor Neuaufteilung

Nicht weniger drängend sind die Probleme bei der Busvorfahrt am Hauptbahnhof. Besonders morgens stauen sich die Busse regelrecht an den Haltestellen, sodass sich die Frage stellt, wie hier eine Kapazitätserweiterung organisiert werden kann. Denstorff wirft in diesem Zusammenhang die ketzerische Frage auf: „Wofür brauchen wir vor dem Hauptbahnhof sechs Fahrspuren?“ Auch wenn die Überlegungen noch ganz am Anfang stehen, so ist die Stoßrichtung dieser Frage klar: Die vielfach diskutierte Neuaufteilung des Straßenraumes macht vor dem Bahnhof nicht halt, was zulasten des Autoverkehrs gehen dürfte.

Genau hier sind die Verkehrsplaner nämlich wieder am Ausgangspunkt: Mit mehr Radverkehr, mehr Bussen und Bahnen wollen sie den Verkehrsinfarkt in Münster verhindern. Denstorff: „Der Hauptbahnhof als Netz-Knotenpunkt spielt dabei eine zentrale Rolle.“

Kommentar: Es wird eng

In einem Punkt sind sich vermutlich alle Münsteraner einig. So wie es aktuell rund um den Hauptbahnhof zugeht, kann es nicht bleiben: Gewaltige Räderberge, Busse in zweiter Reihe, Gedränge in einem versifften Hamburger Tunnel, Taxi-Chaos und Menschentrauben, die sich in die Windthorststraße ergießen. sich wieder legen, wenn erst das neue Empfangsgebäude samt Radstation am Bremer Platz stehe. Die Stadt hat sich mit guten Gründen zum Ziel gesetzt, die Frequenz am Hauptbahnhof – die wichtigste Umstiegsstation im sogenannten Umweltverbund – zu erhöhen. Um also den Verkehrsinfarkt zu verhindern, muss am Hauptbahnhof buchstäblich mehr Platz geschaffen werden.Da werden weitreichende und vermutlich auch sehr umstrittene Veränderungen unumgänglich. Derzeit passieren tägliche Tausende Autofahrer den Hauptbahnhof, obwohl der Hauptbahnhof gar nicht ihr Ziel ist. Kann das so bleiben, wenn der Verkehrsraum dort dringend für andere benötigt wird? Die Debatte ist eröffnet.

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