Vorschlag für Münsters Promenade
Kontroverse Diskussion über Vorrang für Radfahrer

Münster -

Der Vorschlag, Radfahrern auf Münsters Promenade Vorrang zu geben, hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Die Meinungen sind geteilt – wie immer, wenn es in Münster um Fahrradfahrer geht.

Samstag, 16.06.2018, 11:26 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 16.06.2018, 10:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 16.06.2018, 11:26 Uhr
Radfahrer sollen künftig an vier Stellen auf der Promenade – wie hier an der Kanalstraße – Vorrang bekommen.
Radfahrer sollen künftig an vier Stellen auf der Promenade – wie hier an der Kanalstraße – Vorrang bekommen. Foto: Matthias Ahlke

Das Bestreben der städtischen Planer, im kommenden Jahr Fahrradfahrern auf der Promenade an vier Stellen Vorrang zu gewähren, hat eine intensive öffentliche Debatte ausgelöst. Dabei ist das Echo durchaus gemischt. An Kreuztor, Kanalstraße, Hörstertor und Salzstraße sollen bauliche Veränderungen im kommenden Jahr dafür sorgen, dass Radfahrer klar erkennbar dort Vorfahrt haben.

Bedenken der Fußgänger

In der Diskussion auf der Facebook-Seite unserer Zeitung richtet Nina Haupt derweil ihren Blick auf die Fußgänger und fordert für die besagten Stellen entsprechende Ampeln. „Man kommt jetzt ja schon nur als Fußgänger weiter, wenn die Räder wegen Autos gezwungen sind, anzuhalten.“ Diese Sorge treibt ebenfalls Andrea Stegmann um: „Wie sollen die Fußgänger über die Kreuzungen kommen zukünftig?“

"Radfahrer werden zum Rasen verleitet"

Für „Schwachsinn“ hält Daniel Schulz das Vorhaben der Stadt. Schon jetzt meinten die Radfahrer in Münster, sich alles rausnehmen zu können. „Ein klares Nein“ setzt Elisabeth Rüskamp den Planungen entgegen. „Ich bin der Meinung, dass es die Radfahrer verleitet, noch schneller und rasanter zu fahren, und das gefährdet die Fußgänger.“ Ähnlich sieht es Marion Dertwinkel, die es bereits aktuell für Fußgänger in der Promenade für gefährlich hält. Und Patrick Aschhof empfiehlt zur Lösung des Konflikts dort: „Wenn die Fahrrad-Fahrer absteigen und über den Zebrastreifen schieben würden, gäbe es auch kein Problem.“

An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

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  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Sorgen um den fließenden Autoverkehr

Roland Schmidt befürchtet unterdessen angesichts der geplanten Änderungen, dass der Autoverkehr zum Erliegen komme. Allerdings gibt es auch eine beträchtliche Zahl an Stimmen, die sich grundsätzlich weniger Autos in der Innenstadt erhoffen.

David Barber setzt etwa darauf, dass Autofahrer keine Lust mehr haben, in die Innenstadt zu fahren und auf Park-and-ride-Angebote zurückgreifen werden. Juri Butwilowski geht noch einen Schritt weiter und würde gleich den Autoverkehr komplett aus der City verbannen.

Dagegen befürchtet Bernd van Straelen, dass durch die geplante Neureglung „die Unfallzahlen steigen werden“. Denn es sei nahezu unmöglich, einen 40 km/h schnellen Radfahrer in der Dämmerung zwischen den Bäumen zu sehen.

Konfliktbereich Promenadenkreuzungen

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