Vorfahrt für Radler auf der Promenade
Stadtwerke fürchten um die Pünktlichkeit der Busse

Münster -

Der Plan, Radfahrern auf der Promenade Vorfahrt zu gewähren, stößt in Münster nicht nur auf Begeisterung. Jetzt melden sich die Stadtwerke zu Wort, die die neue Regelung als „problematisch“ einstufen.

Donnerstag, 21.06.2018, 20:00 Uhr

Noch hat der Bus auf der Kanalstraße Vorfahrt. Die Stadt möchte das ändern und dem Radler auf der Promenade Vorfahrt geben.
Noch hat der Bus auf der Kanalstraße Vorfahrt. Die Stadt möchte das ändern und dem Radler auf der Promenade Vorfahrt geben.

Der Plan der Stadt Münster, Radfahrern auf der Promenade künftig an einigen Knotenpunkten die Vorfahrt zu gewähren, stößt bei den Stadtwerken Münster auf Vorbehalte.

Konkret spricht der Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler auf Anfrage unserer Zeitung die Übergänge an der Kanalstraße sowie am Kreuztor an. Auf der Kanalstraße sind die Linien 6 und 8 unterwegs, am Kreuztor die Linien 15 und 16.

„Wir gehen davon aus, dass sich eine Änderung deutlich bei der Pünktlichkeit der Busse bemerkbar macht“, so Adler. Da es ein Prinzip im Busverkehr sein müsse, Verspätungen zu vermeiden, sei eine Umkehrung der Vorfahrtsregelung zuungunsten der Busse logischerweise als „problematisch“ einzustufen.

An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

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  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Problem in den Morgenstunden

Dies gelte insbesondere für die Morgenstunden, wenn die Busfahrer wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens ohnehin unter Druck stünden. Genau dann seien auch viele Radler auf der Promenade unterwegs.

Der Stadtwerke-Pressesprecher verhehlte nicht eine gewisse Tragik, weil Radler ebenso wie Busfahrgäste dem „Umweltverbund“ zuzurechnen seien, der ja in Münster gestärkt werden solle. Die Stadtwerke drängen deshalb darauf, dass bei den angekündigten Umbaumaßnahmen, die die Änderung der Vorfahrtsregelung begleiten sollen, die Belange der Busse berücksichtigt werden. „Die Form der Übergänge sollte man sich gut überlegen.“

23.000 Radfahrer am Tag

Insgesamt an vier Übergängen zwischen Kreuztor und Salzstraße möchte die Stadt künftig die Promenade zur Vorfahrtsstraße machen , sodass Verkehrsteilnehmer auf den jeweilige Querstraßen anhalten müssen.

Die Promenade gilt als Münsters „Radler-Autobahn“. An Spitzentagen werden im Bereich Mauritztor 23 000 Radfahrer gezählt.

Konfliktbereich Promenadenkreuzungen

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