Kommentar: Oberbürgermeister Markus Lewe
Gilt auch in Münster: Streitet nicht so viel, regiert

Münster -

Als Städtetagspräsident lässt es Markus Lewe an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. „Streitet nicht so viel, regiert.“ An diesen Worten muss er sich auch als Oberbürgermeister der Stadt Münster messen lassen.

Sonntag, 24.06.2018, 16:42 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 24.06.2018, 16:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 24.06.2018, 16:42 Uhr
 „Streitet nicht so viel, regiert“, schrieb Markus Lewe der Bundesregierung diese Woche ins Stammbuch.
 „Streitet nicht so viel, regiert“, schrieb Markus Lewe der Bundesregierung diese Woche ins Stammbuch. Foto: Matthias Ahlke

„Wir haben Herausforderungen, die immens sind. Dazu gehören gleichwertige Lebensverhältnisse. Dazu gehört die steigende Bevölkerungszahl. Dazu gehört ein riesiger Investitionsstau.“ Oberbürgermeister Markus Lewe lässt an Deutlichkeit in dieser Woche wirklich nichts zu wünschen übrig. Es gebe erhebliche Herausforderungen in wachsenden Städten beim bezahlbaren Wohnraum. „Unsere Verkehrsinfrastruktur muss teilweise erheblich erneuert und ausgebaut werden. Und gleichzeitig müssen wir auch noch erhebliche Anstrengungen vornehmen bei der Digitalisierung.“

Man mag Münsters erstem Bürger in seiner schonungslosen, aber doch allgemein gehaltenen Analyse, mit der er die Problemfelder benennt, nur allzu gerne zustimmen. Nur hat er dies in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Städtetags anlässlich der 100-Tage-Bilanz der großen Koalition getan. Ob er dabei auch an die eigene Stadt gedacht hat? Der Abgleich mit einigen der von Lewe angesprochenen Punkte lohnt allemal.

Finanzen: sprudelnde Steuereinnahmen in Münster, aber eine Schulden-Dynamik, die selbst der Bezirksregierung große Sorgen bereitet. Wachsende Stadt hin oder her!

Verkehr: totales Chaos rund um den Bahnhof. Die Stadt will mehr Radverkehr, Abstellplätze gibt es in der ganzen Stadt viel zu wenig. Und kaum Ideen, wie das geändert werden kann.

Digitalisierung: 4.0 sieht anders aus. In vielen Schulen hakt es, Gewerbetreibende helfen sich selbst. Einen koordinierten Prozess gibt es bislang nicht.

Bezahlbares Wohnen: Dazu ist eigentlich alles gesagt. Kasernenflächen sind der Hoffnungsschimmer.

Und: Hörsterparkplatz, Stadthalle Hiltrup, Hafen-Entwicklung,  . . . – viele ungeklärte Baustellen.

Man mag den Oberbürgermeister an seinen eigenen Worten messen: „Streitet nicht so viel, regiert“, schreibt er der Bundesregierung ins Stammbuch. Dabei gilt auch für Münster: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!  

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5842395?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker