Messerattacke in Parkanlage
Staatsanwalt fordert acht Jahre Freiheitsstrafe

Münster -

Der Angeklagte scheint ein „harter Typ“ zu sein. Er bewegt sich nicht einmal, als der Dolmetscher ihm die beantragte Haftstrafe des Staatsanwaltes übersetzt. Acht Jahre soll der 33-Jährige aus Drensteinfurt wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ins Gefängnis.

Freitag, 22.06.2018, 20:30 Uhr

In einer Parkanlage in Münster  wurde ein Mann mit 24 Messerstichen verletzt.
In einer Parkanlage in Münster  wurde ein Mann mit 24 Messerstichen verletzt. Foto: colourbox.de

Nach Überzeugung des Staatsanwalts hat der Angeklagte im September 2017 bei einem Streit in einer Parkanlage nahe der Innenstadt von Münster seinem Kontrahenten mit einem handelsüblichen Küchenmesser 24 Schnittverletzungen und Stiche im Hals-, Brust- und Bauchbereich zugefügt. Drei Tage musste das 22 Jahre alte Opfer stationär behandelt werden.

Schonungslos, aber sachlich schilderte der Staatsanwalt in seiner Beweiswürdigung das Tatgeschehen zwischen den beiden Kontrahenten. Wie der Angeklagte dem 22-Jährigen zunächst Pfefferspray in die Augen gesprüht habe. Und nach erneutem Aufeinandertreffen „ohne Rechtsgrund“ mit dem Messer angegriffen habe. Von den zahlreichen Messerstichen waren nach den Gutachten einer Rechtsmedizinerin fünf „abstrakt lebensgefährlich“.

„Der Angeklagte war gar nicht in der Lage, die Intensität der Stichführung und deren Qualität zu dosieren.“ Er habe den Tod zumindest billigend in Kauf genommen. „Ohne das Einschreiten einer dritten Person hätte der Angeklagte das Opfer getötet“, so der Staatsanwalt. „Als habe er den Mann schlachten wollen“, lautete die Aussage eines Zeugen.

Bei seinen Ausführungen zur uneingeschränkten Schuldfähigkeit des Angeklagten stützte sich der Staatsanwalt auf das psychiatrische Gutachten. In diesem wurden dem Angeklagten unter anderem eine gewisse Reizbarkeit auch in nichtalkoholisiertem Zustand und ein desoziales Verhalten bescheinigt. Er sieht sich in der Rolle eines Opfers.

Das Urteil soll am 2. Juli verkündet werden.

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