Vainstream 2018
Rockfestung Hawerkamp

29 Bands, 16.000 Besucher, Sonne satt: Das Vainstream Rockfest im Hawerkamp war ein voller Erfolg. Eine Band überraschte besonders. 

Sonntag, 01.07.2018, 15:11 Uhr aktualisiert: 01.07.2018, 19:11 Uhr
Gute Stimmung bei praller Sonne auf dem Vainstream.
Gute Stimmung bei praller Sonne auf dem Vainstream. Foto: Oliver Werner

Am frühen Morgen schon Tausende Fans vor den Bühnen, in der Mittagssonne vermeintlich harte Metaller kieksend im Pool am neuen Beach-Gelände und des Abends bei den Head­linern erhobene Arme bei jedem, der nach einem heißen Sommertag noch genügend Kraft hat: Das Vainstream Rockfest war am Samstag mit 16.000 Besuchern in seinem dreizehnten Jahr nicht nur das bislang größte seiner Art, sondern der im Vorfeld schon erwartete Erfolg.

Keine Selbstverständlichkeit, denn während viele große Rock-Veranstaltungen in der Republik in diesem Jahr um ihre Besucherzahlen kämpfen müssen, war das Vainstream schon zwei Monate zuvor restlos ausverkauft. Wir haben uns Münsters größtes Rock-Festival daher mal genauer angesehen.

Das Gelände: Würde noch mehr als 16.000 Besucher fassen. Lediglich die Fluchtwege im Umfeld begrenzen die maximale Kapazität. Mit dem neuen Coconut Beach wurde das Areal in diesem zudem nicht nur noch einmal größer, sondern vor allem attraktiver.

Die Organisation: 29 Bands an einem Tag auftreten zu lassen, ist kein Pappenstiel. Trotzdem läuft am Samstag alles reibungslos und pünktlich auf den vier Bühnen. Trotz heißem Wetter gibt es zudem keine langen Schlangen vor Bierbuden und Toiletten. An den Getränkeständen sorgt dafür unter anderem das Einweg-Becher-Konzept, das allerdings bei manch umweltbewusstem Besucher nicht so gut ankommt. Beim Aufbau trübt lediglich ein Nadelöhr kurz hinter dem Haupteingang zu später, voller Stunde etwas den ansonsten schnörkellosen und gerade deshalb gelungenen Gesamteindruck.

Die Musik: Gerade bei großen Festivals spitzt sich normalerweise alles auf die großen Acts am Ende des Tages zu. Beim Vainstream ist das anders. Die Besucher kommen schon früh in Scharen. Die Auftrittszeiten der Musiker sind relativ kurz. Epische Konzerte sind daher nicht des Vainstreams Angelegenheit, dafür gibt es auf jeweils einer der beiden nebeneinander platzierten Hauptbühnen fast ohne Pause immer weiter Musik. Das hält die Stimmung hoch und sorgt für echte Feststimmung.

Vainstream 2018

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Die Begleiterscheinungen:  Keine Frage, beim einen oder anderen lässt sich die Mischung aus Sonne und Alkoholkonsum beim Schlafen vor dem Hawerkamp-Gelände schon relativ früh beobachten. Hier und da muss das Ordnungsamt eingreifen. Am Kanal etwa wird eine private Techno-Party aufgelöst. Die Polizei aber vermeldet für das Vain­stream keine Einsätze und bilanziert: „So soll es sein.“

Die Bands: Neben etwas Ska und Punkrock ist vor allem nahezu alles dabei, was das Metal- und Hardcore-Herz begehrt. Nicht zu vergessen der Act, der schon traditionell polarisieren soll. In diesem Jahr ist das Rapper Casper, der am frühen Abend auf die Bühne steigt. „Die Hip-Hopper haben teilweise echt Schiss, wenn sie zu uns kommen“, sagt Chef-Veranstalter Timo Birth und verweist lächelnd auf den Auftritt von KIZ, ebenfalls eine deutsche Hip-Hop-Combo, im Jahr 2014. 

Die Überraschung: Dafür sorgt in diesem Jahr die Ska-Punk-Band „Sondaschule“. Nicht nur wegen eines beherzten Auftritts, bei dem sie die Menge gegen Nazis springen lässt, sondern auch, weil sie mit Lokalmatador Ingo Knollmann den Sänger des Donots auf die Bühne holten, um den gemeinsamen Song „RIP Audio“ anzustimmen. 

Keine Überraschung: Ist Caspers Auftritt. Und das ist  positiv gemeint, denn der 35-Jährige hat in diesem Sommer schon noch größere Rockbühnen erobert. Auch in Münster recken schwarzgekleidete Rocker schon bei den ersten Songs ihre Arme gen Himmel

Der Headliner: Was soll man sagen? Die Beatsteaks sind nicht nur Vollprofis, sondern uneitel genug, um zu wissen, was bei einem einstündigen Auftritt am Ende eines langen Tages von ihnen erwartet wird. Keine Experimente, Sänger Arnim Teutoburg-Weiß schmettert der Menge einen Hit nach dem anderen entgegen.

Kommentar

Sonnenschein und ein volles Gelände am Hawerkamp: Nur drei Wochen nach dem Docklands-Festival mit 13 000 Besuchern hat das Vainstream Rockfest am Samstag mit 16 000 Gästen für ein Déjà-vu-Erlebnis gesorgt. Mögen Musik und Optik bei den Veranstaltungen völlig verschieden sein, sind die Schlüsse, die man aus den beiden Erfolgsgeschichten ziehen kann, doch die selben.

Musik ist eben nicht nur in der Form beliebt, wie sie uns vielerorts vorgedudelt wird. Ganz im Gegenteil sogar: Wie die Besucherzahlen zeigen, haben nicht wenige Menschen einen Musikgeschmack abseits der Popmusik. Und sie sind bereit dafür nicht nur zu zahlen, sondern auch weit zu fahren. Sowohl beim Docklands als auch beim Vainstream kamen zahlreiche Besucher mit einem Anfahrtsweg von über 100 Kilometern.

Für Münster, lange nicht unbedingt als Ort für Szene-Veranstaltungen bekannt, bedeutet das einerseits eine besondere Werbung. Andererseits liegt darin auch eine Verpflichtung seitens der Stadt solche Veranstaltungen nicht nur zu erlauben, sondern sogar zu fördern. Björn Meyer

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