Münster punktet 1993 mit moderner Kunst und moderner Architektur
Aufbruch im Jubiläumsjahr

Münster -

Wann wurde Münster gegründet? Nur die wenigsten Münsteraner können diese Frage aus dem Stegreif beantworten. Wer aber schon länger in der Stadt wohnt, der erinnert sich an das Jubiläum „1200 Jahre Münster“ 1993. Zieht man nun vom Jubiläumsjahr die besagten 1200 Jahre ab, dann gelangt man in das Jahr 793.

Dienstag, 03.07.2018, 16:47 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 03.07.2018, 12:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 03.07.2018, 16:47 Uhr
Ob sich diese Schüler des Hittorf-Gymnasiums wieder erkennen? Auf diesem Foto aus dem Jahr 1993 werben sie für den Schülerfotowettbewerb. In der Hand halten sie das offizielle Logo des Stadtjubiläums, der zugleich auch das Thema des Wettbewerbs darstellt.
Ob sich diese Schüler des Hittorf-Gymnasiums wieder erkennen? Auf diesem Foto aus dem Jahr 1993 werben sie für den Schülerfotowettbewerb. In der Hand halten sie das offizielle Logo des Stadtjubiläums, der zugleich auch das Thema des Wettbewerbs darstellt. Foto: Matthias Ahlke

Das Jubiläum wird gleich ein ganzes Jahr lang gefeiert, obwohl gar keine offizielle Gründungsurkunde existiert, sondern nur eine Indizienkette, an deren Ende halt 793 steht. 

2380 Seiten Stadtgeschichte

Zu den Leuchtturmprojekten im Jubiläumsjahr gehört das Erscheinen der dreibändigen und 2380 Seiten starken Geschichte der Stadt Münster, herausgegeben von Franz-Josef Jacobi , Leiter des Stadtarchivs. 50 Autoren haben an dem Projekt mitgewirkt, darunter auch Eckhard Freise , der später berühmt wird, weil er als Erster bei der Rateshow von Günther Jauch die Millionenfrage richtig beantwortet.

Start der großen Münster-Serie

Mit diesem ersten Teil startet eine Serie unseres Redakteurs Klaus Baumeister zur Geschichte Münsters in den vergangene 25 Jahren. Der volle Titel der Serie: „Münsters Entwicklung seit dem Stadtjubiläum 1993 – 25 Jahre, 25 Themen, 25 Analysen.“ Bis Weihnachten erscheinen insgesamt 25 Artikel, die sich in chronologischer Reihenfolge mit einem zentralen Thema des jeweiligen Jahres beschäftigen. Zum Auftakt geht es natürlich um das Stadtjubiläum „1200 Jahre Münster“, näherhin um drei wichtige Ereignisse, die eng mit dem Jubiläum zusammenhängen: Die Veröffentlichung der dreibändigen Stadtgeschichte, die Einweihung der Skulptur „Toleranz durch Dialog“ sowie die Eröffnung der Stadtbücherei am Alten Steinweg.

...

Freise ist es, der minutiös analysiert, was es mit dem Jahr 793 auf sich. Die Geschichtsschreibung geht davon aus, dass der friesische Missionar Liudger buchstäblich den Grundstein der Stadt legte, indem er ein Kloster errichtet hat. In einem auf das Jahr 805 datierten Schreiben wird Liudger als Bischof bezeichnet. Kenner der Materie wie Freise entnehmen dem, dass die Bischofsweihe vermutlich im Frühjahr 805 erfolgte. In einer später erschienenen Biografie über Liudger ist zu lesen, dass er sich zwölf Jahre vor besagter Bischofsweihe an seinem späteren Bischofssitz niedergelassen hat. Damit wären wir beim Geburtsdatum angelangt.

30.000 Menschen organisieren 800 Veranstaltungen

Die Jubiläumsfeierlichkeiten 1200 Jahre danach beeindrucken durch gewaltige Zahlen: Rund 30 000 Menschen in 1000 Gruppen –  nicht nur aus Münster, sondern auch aus dem weiten Umland –  organisieren 800 Veranstaltungen. Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sammeln Geld für ein Hilfsprojekt in Ecuador, die Industrie- und Handelskammer lädt ein zum Hanseforum, Landwirte ziehen per Trecker durch die City. 

Was Münster im vergangenen Vierteljahrhundert bewegte

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  • 1993: 1200-Jahr-Feier. Ob sich diese Schüler des Hittorf-Gymnasiums wieder erkennen? Auf diesem Foto aus dem Jahr 1993 werben sie für den Schülerfotowettbewerb. In der Hand halten sie das offizielle Logo des Stadtjubiläums, der zugleich auch das Thema des Wettbewerbs darstellt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 1994: Marion Tüns wird Oberbürgermeisterin. Der frühere Oberbürgermeister Jörg Twenhöven (vorne, v.r.) und Oberstadtdirektor Tilman Pünder blicken nicht gerade begeistert, als Marion Tüns erstmals die Oberbürgermeister-Kette trägt. Jubeln indes kann die grüne Bürgermeisterin Barbara Schlemann (vorne, l.), neben ihr die CDU-Politikerin Hildegard Graf.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 1995: Streit um Madonna im Südpark. Die Künstlerin Emmy Feldmann hat jene Schutzmantelmadonna, deren Aufstellung in Münster zum Politikum wir, geschaffen

    Foto: Ahlke
  • 1996: Bürgerentscheid stoppt Gesamtschule. Ausgiebig feiern der CDU-Fraktionschef Werner Stolz (vorne, v.l.) sowie die Elternvertreter Eleonore Heyne, Thomas Gruschka und Renate Spitzner ihren Sieg beim Bürgerentscheid. Die Haupt- und die Realschule im Ostviertel bleiben bestehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 1997: Skulptur-Projekte erleben Durchbruch. Nicht kleckern, sondern klotzen, heißt bei den Skulptur-Projekten 1997 die Devise. Die gut besuchte Eröffnungsveranstaltung vermittelt  einen ersten Vorgeschmack auf die gewachsene Bedeutung der Ausstellung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 1998: 350 Jahre Westfälischer Friede. Die Jubiläumsfeier in Osnabrück und Münster beschert den beiden Städten eine sicherlich einmalige Dichte an politischer Prominenz. Nie zuvor und nie danach gab es in der jüngeren Geschichte der Stadt Münster einen solchen Auflauf von europäischen Staatsoberhäuptern wie bei der Eröffnung der Europaratsausstellung zum Westfälischen Frieden im Landesmuseum am Domplatz.

    Foto: Presseamt Stadt Münster
  • 1999: Berthold Tillmann wird Oberbürgermeister. Berthold Tillmanns Erfolg am Wahlabend 1999 ist so überwältigend, dass ihm seine Frau Cornelia Bergmann überschwänglich in die Arme fällt. Deutlich lässt der Herausforderer die Amtsinhaberin Marion Tüns hinter sich.

    Foto: Ahlke
  • 2000: Gericht kippt Preußen-Park. Im Modell gab es das ECE-Einkaufszentrum und das neue Stadion bereits. Doch daraus wurde nichts. Zur Orientierung: Im Vordergrund verläuft die Hammer Straße, im Hintergrund sind die Hochhäuser von Berg Fidel zu sehen

    Foto: Ahlke
  • 2001: Konzept für dezentrale Flüchtlingsunterbringung. 2008, also sieben Jahre nach dem Beginn des Konzepts, zeichnet der damalige NRW-Integrationsminister Armin Laschet (v.l.) das münsterische Flüchtlingskonzept aus. Projektleiter Jochen Köhnke und Sypros Marinos, Vorsitzender des Ausländerbeirates, nehmen die Urkunde entgegen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2002: Nein zur Stadtwerke-Teilprivatisierung. Otto Meyer und Marion Tüns (vorne, v.l.) werden nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid bejubelt. 2002 werden die Münsteraner an die Urnen gerufen, um die Frage zu beantworten, ob die Stadt Münster die alleinige Eigentümerin der Stadtwerke Münster bleiben soll. Die Antwort beim Bürgerentscheid ist eindeutig: 65,4 Prozent der Wähler stimmen dem zu, nur 34,6 Prozent sind für die von der CDU-Alleinregierung geplante Teilprivatisierung des Versorgungsunternehmens. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2003: Müllaufbereitungsanlage am Start. In Coerde wird die MBRA eröffnet. Die vier Buchstaben stehen für Mechanisch-Biologische Restmüll-Aufbereitungsanlage. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit der Landesregierung in Düsseldorf setzt die Stadt Münster ein Abfallkonzept um, das ohne eine Müllverbrennungsanlage auskommt. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2004: Tiefgarage Ludgeriplatz scheitert. Der Ludgeriplatz, hier ein Foto aus dem Jahr 2001, ist ein kompliziertes Gebilde. Wo soll man hier eine Tiefgarage bauen, fragen sich 2004 viele Münsteraner. Am Ende scheitert das Projekt.

    Foto: Oliver Werner
  • 2005: Pläne für Kanalausbau werden vorgestellt. Als 2017 die Behelfsbrücke, die während des Baus der neuen Schillerstraßen-Brücke erforderlich, wieder abtransportiert wird, liegt die erste öffentliche Präsentation der Ausbaupläne bereits zwölf Jahre zurück.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2006: Münster-Arkaden eröffnet. Von der Rothenburg bis zur Ludgeristraße führt ein Verbindungsweg lang durch die Münster-Arkaden. Seit der Eröffnung 2006 ist das Einkaufszentrum aus der Innenstadt nicht mehr wegzudenken.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 2007: Südbad schließt. Die Adresse Inselbogen 36 ist derzeit eine Brachfläche. Bis 2007 hat hier das Südbad gestanden. Zwischenzeitlich ist geplant, das Grundstück mit Wohnungen zu bebauen, wozu sich die Kommunalpolitiker aber nicht durchringen können. Zugleich aber werden die verschiedenen, bislang ins Auge gefassten Pläne zum Bau eines neuen Südbades nicht umgesetzt, so dass der Inselbogen 36 seit gut einem Jahrzehnt irgendwo zwischen Baum und Borke vor sich hin dümpelt.

    Foto: Ahlke
  • 2008: Münsteraner erteilen dem Bau einer Musikhalle per Bürgerentscheid eine Absage. Mit einer Aufführung der Carmina Burana vor dem Schloss hatten die Musikhallenfreunde noch für ein „Nein“ geworben – vergeblich. 

    Foto: pia
  • 2009: Markus Lewe wird Oberbürgermeister. Der SPD-Kandidat Wolfgang Heuer (2.v.r.) gratuliert Markus Lewe nach der Oberbürgermeisterwahl zum Sieg. Später macht Heuer als Ordnungs- und Personaldezernent Karriere unter Lewe.

    Foto: Ahlke
  • 2010: Städtebaupreis für die Stubengasse. Unter den vielen Preisen, die Münster schon gewonnen hat, fällt der Deutsche Städtebaupreis im Jahr 2010 kaum auf. Auch wenn der Preis allenfalls in Fachkreisen bekannt ist, so wird mit ihm ein städtebaulicher Wandel dokumentiert, der in Münster sehr wohl eine breite Wirkung erzielt hat. 

    Foto: Oliver Werner
  • 2011: Forensische Klinik geht in Betrieb. Nur selten ist das Tor der forensischen Klinik in Amelsbüren so seit offen wie am Tag der Offenen Tür 2011. Kurze Zeit später kommen die ersten Patienten.

    Foto: Oliver Werner
  • 2012: Abschied vom Namen Hindenburg. Beim Bürgerentscheid 2012, dem vierten überhaupt, setzen sich nicht die Ja-Stimmen durch, sondern die Nein-Stimmen. Und das auch ziemlich deutlich: 59,4 Prozent der Münsteraner entscheiden sich dafür, dass der frühere Hindenburgplatz seinen neuen Namen Schlossplatz behalten und nicht zum alten Namen zurückkehren soll.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2013: Abzug der letzten britischen Soldaten. Über Jahrzehnte hinweg sind britische Soldaten in Münster, hier eine Parade auf dem Domplatz, ein vertrauter Anblick. 2013 aber verlassen die letzten Truppenteile die Stadt.

    Foto: Oliver Werner
  • 2014: Münster wäscht auf 300.000 Einwohner. Stefanie Luik über den Dächern von Münster. Im November 2014 wird die Studentin als 300 000. Münsteranerin begrüßt. Die junge Frau aus Reutlingen ist das Gesicht eines anhaltenden Bevölkerungswachstums in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • 2015: Hängepartie an der Umgehungsstraße endet. 2015 passiert das, womit niemand mehr gerechnet hat: Es erfolgt der erste Spatenstich für den vierspurigen Ausbau der Umgehungsstraße, dritter Bauabschnitt. Der jahrzehntelange Vorlauf für diesen umstrittenen Straßenbau beschert Münster einen außergewöhnlichen Superlativ: 31 Jahre lang, von 1986 ist 2017, ist die Bürgerinitiative St. Mauritz aktiv, um eben diesen Ausbau zu verhindern.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2016: Das Aus für verkaufsoffene Sonntage. Auf diesen Moment haben sie hingearbeitet (vorne, v.l.): Die Pfarrer Martin Mustroph und Jens Dechow, Bernd Bajohr von der Gewerkschaft Verdi und Jochen Lüken, Personalratsvorsitzende der Stadt Münster, feiern den erfolgreichen Bürgerentscheid.

    Foto: Oliver Werner
  • 2017: Hauptbahnhof wird neu eröffnet. Riesig ist der Andrang als der neue Hauptbahnhof im Juni 2017 feierlich eröffnet wird. Das Gebäude kommt gut an. 

    Foto: Oliver Werner

Die Städtischen Bühnen präsentieren die Uraufführung der Wiedertäufer-Oper Divaria von Azio Corghi, derweil das Landesmuseum am Domplatz unter dem Titel „Imagination des Unsichtbaren“ eine Übersicht über 1200 Jahre bildende Kunst in Münster liefert. Es gibt Feste aller Art vom Universitäts-Fest über diverse Stadtteilfeste bis zum Barockfest. Ach ja: Die Germania Brauerei präsentiert zum runden Geburtstag ihr „Jubiläums-Dunkel“.

Winzer in Münster zu Gast

Dezentralität ist das Markenzeichen des Stadtjubiläums. Es gibt keinen echten Höhepunkt, auf den alles ausgerichtet ist. Vielmehr zieht sich das Thema „1200 Jahre Münster“ wie ein roter Faden durch das Jahr. Darüber hinaus schafft es die Stadt erfolgreich, sich als Austragungsort von Veranstaltungen anzubieten, die traditionell durch die Republik wandern. So findet in Münster 1993 beispielsweise die  Deutsche Wein- und Sektwoche statt, ausgetragen vom Deutschen Weininstitut. Die Weinköniginnen der 13 deutschen Weinanbaugebiete geben dem Auftritt der Winzer einen ganz besonderen Glanz. 

Neue Skulptur und neue Stadtbücherei

In mancherlei Hinsicht erlebt Münster im Jubiläumsjahr einen regelrechten Modernisierungsschub. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass der Kulturdezernent Hermann Janssen die Fäden in den Händen hält. Einerseits hat er als CDU-Mitglied einen engen Kontakt zu den konservativen Kreisen der Stadt, die seit Jahrzehnten eine intellektuelle Meinungsführerschaft für sich in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite indes fördert er auf ganz subtile Art und Weise alternative Kulturangebote wie das Theater im Pumpenhaus und alles Moderne.

Beispielhaft festmachen  lässt sich der neue Geist zum einen an der Einweihung der Skulptur „Toleranz durch Dialog“, zum anderen an der Eröffnung der neuen Stadtbücherei am Alten Steinweg. 

Die Eröffnung der neuen Stadtbücherei am Alten Steinweg ist ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Die Eröffnung der neuen Stadtbücherei am Alten Steinweg ist ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Foto: Matthias Ahke

Mit dem Kunstwerk „Toleranz durch Dialog“ des baskischen Künstlers Eduardo Chillida bekommt Münster im wahrsten Sinne des Wortes ein künstlerisches Schwergewicht in zentraler Lage. Genauer gesagt im Rathausinnenhof, der inzwischen „Platz des Westfälischen Friedens“ genannt wird. Bundespräsident Richard von Weizsäcker lässt es sich nicht nehmen, zur Einweihung nach Münster zu kommen. Natürlich sind die stählernen, tonnenschweren Sitzbänke, die ein bisschen aussehen wie Schlüssel, nicht jedermanns Geschmack. Doch an moderner Kunst im öffentlichen Raum haben sich die Münsteraner längst gewöhnt – entgegen einem sorgsam gepflegten Vorurteil, das der Bevölkerung noch immer eine ausgeprägte Kiepenkerl-Romantik unterstellt. 

Skulptur als Konkursmasse?

Die eigentliche Wirkung der Chillida-Skulptur besteht darin, dass die Stadtgesellschaft eine zentrale Botschaft, die eng mit Münsters Geschichte als Stadt des Westfälischen Friedens verbunden ist, eben mit diesem Kunstwerk verbindet: und zwar Toleranz durch Dialog. 

Bezahlt wird das Kunstwerk von der WestLB . Es bleibt als Dauerleihgabe hinter dem Rathaus stehen. Dieses in der Kultur nicht unübliche Verfahren wird zum Problem, als die WestLB später zerschlagen wird und sich plötzlich die Frage stellt, ob nicht auch die Skulptur zur Konkursmasse zählt und verkauft werden soll, um die Gläubiger zu befriedigen.

In diesem Moment zeigt sich, wie sehr „Toleranz durch Dialog“ bereits mit dem Standort am Rathaus und dem Selbstverständnis der Münsteraner verschmolzen ist. Die Skulptur wird zum Streitobjekt und erhält eine Bestandsgarantie. 

Oberbürgermeister Twenhöven (v.l.), Bundespräsident von Weizsäcker, Eduardo Chillida und WestLB-Chef Friedel Neuber weihen die Skulptur "Toleranz d...

Im Jubiläumsjahr 1993 erblickt auch die neue Stadtbücherei das Licht der Öffentlichkeit. Nach dem in den 1950er Jahren entstandenen Stadttheater ist sie der zweite öffentliche Kulturbau der Nachkriegszeit in Münster, der  durch eine spektakuläre Architektur auffällt. 

"Geschichte macht Zukunft"

Die architektonische Herausforderung des Standorts besteht darin, dass der Neubau nicht die Sicht auf die benachbarte Lambertikirche einschränken soll. Das Architekturbüro Bolles-Wilson löst diese Aufgabe mit einem Geniestreich. Es lässt inmitten des Baukörpers eine Gasse, die eine wunderbare Perspektive auf die Kirche bietet. Zugleich macht die Gasse die Stadtbücherei so interessant, dass sie nicht weniger Blicke auf sich zieht als die Kirche selbst. 

„Geschichte macht Zukunft“, lautet ein Zitat, das im Jubiläumsjahr gern benutzt wird. Am  Alten Steinweg ist es buchstäblich in Stein gemauert.

Münsters Entwicklung seit dem Stadtjubiläum 1993: 25 Jahre - 25 Themen - 25 Analysen
  • 1993: 1200-Jahr-Feier
  • 1994: Marion Tüns wird Oberbürgermeisterin
  • 1995: Streit um Madonna im Südpark
  • 1996: Bürgerentscheid stoppt Gesamtschule
  • 1997: Skulptur-Projekte erleben Durchbruch
  • 1998: 350 Jahre Westfälischer Frieden
  • 1999: Berthold Tillmann wird Oberbürgermeister
  • 2000: Gericht kippt Preußen-Park
  • 2001: Konzept für dezentrale Flüchtlingsunterbringung
  • 2002: Nein zur Stadtwerke-Teilprivatisierung
  • 2003: Müllaufbereitungsanlage am Start
  • 2004: Tiefgarage Ludgeriplatz scheitert
  • 2005: Pläne für Kanalsausbau werden vorgestellt
  • 2006: Münster-Arkaden öffnen ihre Tore
  • 2007: Südbad schließt
  • 2008: Musikhalle erhält eine Abfuhr
  • 2009: Markus Lewe wird Oberbürgermeister
  • 2010: Städtebaupreis für die Stubengasse
  • 2011: Forensische Klinik geht in Betrieb
  • 2012: Abschied vom Namen Hindenburgplatz
  • 2013: Abzug der letzten britischen Soldaten
  • 2014: Münster wächst auf 300 000 Einwohner
  • 2015: Hängepartie an der Umgehungsstraße endet
  • 2016: Aus für verkaufsoffene Sonntage
  • 2017: Hauptbahnhof wird neu eröffnet
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