Wohnungsmarkt
„Verbändebündnis Wohnen“ kritisiert zu geringe Bautätigkeit

Münster -

In Münster sind 2017 weniger Wohnungen gebaut worden als noch im Vorjahr, berichtet das „Verbändebündnis Wohnen“, ein Bündnis aus Bauwirtschaft und Gewerkschaft. Das Bündnis appelliert an münsterische Politiker, in Berlin mehr Druck zu machen.

Dienstag, 03.07.2018, 17:00 Uhr

1556 Neubauwohnungen sind 2017 in Münster entstanden – zehn Prozent weniger als noch im Vorjahr.
1556 Neubauwohnungen sind 2017 in Münster entstanden – zehn Prozent weniger als noch im Vorjahr. Foto: William Diller

Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: In Münster sind im vergangenen Jahr 1556 Neubauwohnungen entstanden – 278 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 wurden damit zehn Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als noch im Vorjahr. Darauf weist das „Verbändebündnis Wohnen“ hin, in dem sich Baugewerkschaft IG Bau und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben.

Das Bündnis beruft sich laut Pressemitteilung bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude des Statistischen Bundesamts. Insgesamt haben die Bauherren in Münster demnach im vergangenen Jahr 292,2 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert.

„Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn Münster seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will“, sagt Sven Bönnemann vom „Verbändebündnis Wohnen“. Denn der Neubau von bezahlbaren Wohnungen sei die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise.

Bündnis fordert mehr Wohnungen

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr nicht einmal 285. 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375. 000 pro Jahr. „Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Nordrhein-Westfalen noch bundesweit aus“, sagt Sven Bönnemann, der auch stellvertretender Regionalleiter der IG Bau in Westfalen ist.

Das Bündnis fordere daher, dass Bund, Land und die Stadt Münster mehr für den Wohnungsbau tun müssten. „Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, so Bönnemann.

Anreize schaffen

An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert das Wohn-Bündnis, dem Wohnungsbau jetzt „politische Power“ zu geben: „Es kommt darauf an, dass die Bundestagsabgeordneten in Berlin Farbe bekennen.“ Sie müssten sich für ein deutlich dickeres Baupaket im nächsten Bundeshaushalt starkmachen. Dazu gehörten zusätzliches Fördergeld und mehr steuerliche Anreize.

Im Verbändebündnis Wohnen setzen sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein.

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