Projekt „Leistung macht Schule“ zieht Kreise
Idee stammt aus Münster

Münster -

In Münster „erfunden“, hat der Bund jetzt ein deutschlandweites Netz für Begabtenförderung aufgelegt. Drei münsterische Schulen beteiligen sich.

Donnerstag, 05.07.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 05.07.2018, 13:00 Uhr
Sie setzen auf das Konzept: „Leistung macht Schule“ (v.l.): Klaus Ehling (Schulamt), Prof. Christian Fischer, Dr. Christiane Fischer-Ontrop (Landeskompetenzzentrum Individuelle Förderung), Kathi von Hagen, Gerd Krützmann, Christian Schrand und Thomas Paal
Sie setzen auf das Konzept: „Leistung macht Schule“ (v.l.): Klaus Ehling (Schulamt), Prof. Christian Fischer, Dr. Christiane Fischer-Ontrop (Landeskompetenzzentrum Individuelle Förderung), Kathi von Hagen, Gerd Krützmann, Christian Schrand und Thomas Paal Foto: kb

Es gibt Mint-Schulen, bilinguale Schulen, Umweltschulen, Europa-Schulen – und jetzt auch Schulen mit dem offiziellen Titel „LemaS“. Die fünf Buchstaben stehen für „Leistung macht Schule“. Drei der bundesweit 300 Schulen, die diesem neuen Netzwerk angehören, stehen in Münster: Es sind die Gesamtschule Münster-Mitte, das Hittorf-Gymnasium und die Ludgerus-Grundschule in Hiltrup. Im Zentrum des Engagements steht dabei die Entdeckung und Förderung besonderer Begabungen bei Schülern.

Begleitung durch die Universität

In gewisser Weise stammt auch die Idee zu der bei der Bundesforschungsministerin Anja Karliczek angesiedelten und mit 125 Millionen Euro dotierten Bildungsinitiative aus Münster, wie der Erziehungswissenschaftler Prof. Christian Fischer von der Uni Münster in einem Pressegespräch betont. Bei einem Bildungskongress im Jahr 2015 seien dem Bund und den Ländern die „münsterischen Empfehlungen“ an die Hand gegeben worden.

Das vor einigen Monaten an den Start gegangene Projekt „Leistung macht Schule“ bedeutet jetzt nicht, dass den Schulen direkt Geld aus dem Fördertopf an die Hand gegeben wird. Aber es gibt zusätzliche Stundenkontingente, verbesserte Möglichkeiten zur Lehrerfortbildung, Sprechstunden, einen regelmäßigen Austausch der beteiligten Schulen und natürlich „die Begleitung durch die Universität“, was Kathi von Hagen, Leiterin der Gesamtschule Münster-Mitte, als besonders wertvoll empfindet.

Neues Netzwerk als Teil eines grundlegenden Wandels

Kathi von Hagen sowie ihre Kollegen Christian Schrand (Hittorf-Gymnasium) und Gerd Krützmann (Ludgerus-Schule) wollen das Thema Begabungen in diesem Zusammenhang ausdrücklich nicht auf „Hochbegabungen“ begrenzen, sondern sehen das neue Netzwerk als Teil eines grundlegenden Wandels im Schulalltag. Die Stichworte: individuelle Förderung, selbstständiges Lernen. Lehrer sollen Potenziale erkennen und die Eigenmotivation stärken.

Es geht darum, die Schulkultur zu verbessern.

Münsters Schuldezernent Thomas Paal

„Es geht darum, die Schulkultur zu verbessern“, so Münsters Schuldezernent Thomas Paal.

Bei der Förderung besonderer Begabungen arbeiten die drei in Münster berücksichtigten Schulen schon seit Jahren mit dem von Prof. Fischer geleiteten Internationalen Centrum für Begabungsforschung zusammen. Dabei erarbeiten Schüler unter anderem eigene Expertenarbeiten zu selbst gewählten Themen und halten Vorträge. Von diesen Angeboten sollen nicht nur die entsprechenden Kinder und Jugendlichen profitieren, sondern auch die Mitschüler, weil „die Expertenkinder ihr Thema in die Klasse tragen“, so Krützmann.

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