Verkehrssicherheit
Der Fahrradhelm war ihr Lebensretter

Münster -

Radfahrerin Klaudia Ahlers überlebte einen Sturz wohl nur, weil sie einen Helm trug. Noch heute leidet sie an den Folgen ihrer Schädelverletzungen, ist aber optimistisch. Und gibt gemeinsam mit Verkehrswacht, Ärzten und Polizei den Rat, auf der Leeze immer mit dem Kopfschutz zu fahren.

Freitag, 06.07.2018, 09:00 Uhr
An einer Wassermelone demonstrieren Christoph Becker (r., Verkehrswacht) und Prof. Michael Raschke (M.) die Folgen eines Sturzes vom Rad. Klaudia Ahlers zeigt ihren Unfallhelm (vorne rechts).
An einer Wassermelone demonstrieren Christoph Becker (r., Verkehrswacht) und Prof. Michael Raschke (M.) die Folgen eines Sturzes vom Rad. Klaudia Ahlers zeigt ihren Unfallhelm (vorne rechts). Foto: hpe

Seit dem 12. April ist für Klaudia Ahlers nichts mehr, wie es einmal war. Um 5.30 Uhr radelt die 53-jährige Verwaltungsangestellte mit ihrem Pedelec an der Hammer Straße in Richtung Innenstadt. Es ist noch stockdunkel. In einer Baustelle prallt sie mit dem Rad gegen eine Holzpalette, die auf ihrer Spur liegt. „Ich kann mich noch an den Sturz erinnern, danach ist für mich alles wie im Nirwana“, sagt sie knapp drei Monate später. Noch heute leidet sie an den Folgen ihres komplizierten Schädelbruchs. Tägliche Reha, eine Rückkehr an den Arbeitsplatz liegt in weiter Ferne.

Überlebt hat sie den schweren Fahrradunfall wohl nur, weil ein Helm sie schützte. „Ohne den Helm wären die Verletzungen weitaus schwerer gewesen, möglicherweise mit tödlichem Ausgang“, meint Prof. Michael Raschke, Direktor der Unfallchirurgie am Uniklinikum. Vor dem Krankenhaus informiert Christoph Becker , Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster, zum Thema „Fahrradhelm als Lebensretter“.

Mit einem Bordsteinstück schlägt er auf eine Wassermelone ein, die den Kopf eines Radlers simulieren soll. Ohne Helm zerspringt die Melone in Stücke, mit der Kopfschale bedeckt bleibt sie fast unbeschädigt. „Bei einem Sturz vom Rad gibt es keinen sinnvolleren Schutz, trotzdem haben wir in Münster nur eine Helmtragequote von 15 Prozent“, so Becker. Gemeinsam mit der Polizei wird jede größere Präventionsaktion dazu genutzt, Radler für die inzwischen leichten, preiswerten und modischen Lebensretter zu sensibilisieren. „Immer mehr Radler nutzen den schnellen Elek­troantrieb, Stürze haben dann noch dramatischere Folgen“, so Becker.

Die Polizei will in den nächsten Monaten Aktionen starten. „Die Schweiz ist für uns Vorbild, dort konnte innerhalb von zehn Jahren die Helmquote von 15 auf 50 Prozent gesteigert werden“, so Michael Rathmann, Leiter Verkehrsunfallprävention und Opferschutz im Polizeipräsidium Münster.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5880714?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
WWU Baskets triumphieren mit 93:87 in Düsseldorf - Jojo Cooper mit 26 Punkten
Basketball: Pro B: WWU Baskets triumphieren mit 93:87 in Düsseldorf - Jojo Cooper mit 26 Punkten
Nachrichten-Ticker