Grünen-Kampagne
Online-Kummerkasten für Fahrradfahrer

Münster -

Unter „www.leezen­stadt.de“ haben Münsters Grüne eine Website angelegt, auf der Radfahrer ab sofort Wünsche, Beschwerden oder Hinweise zum Radverkehr im Stadtgebiet abgeben können.

Freitag, 13.07.2018, 07:00 Uhr

Grünen-Kampagne: Online-Kummerkasten für Fahrradfahrer
Foto: dpa

Bislang umfasst die Liste der Störmeldungen 76 Einträge: Seien es wuchernde Pflanzen auf dem Radweg am Kardinal-von-Galen-Ring, die fehlende Ausleuchtung eines Radweges am Ostor oder eine „Zickzack-Wegeführung“ für Radler an der Apffelstaedtstraße.

Am Donnerstag wurde das neue verkehrspolitische Projekt der Presse vorgestellt. Es gehe darum, möglichst viele und auch ein möglichst breites Spektrum an Hinweisen zum Radverkehr in Münster zu erhalten, so Albert Wenzel, der Sprecher der Nachwuchsorganisation Kaktus und der „Erfinder“ der Plattform.

An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

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  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Jeder einzelne Hinweis werde von einem Redaktionsteam begutachtet und dann bestimmten Schwerpunktthemen zugeordnet. Im Herbst wollen die Nachwuchs-Grünen mit einer ganzen Mappe an Kritikpunkten und Vorschlägen bei den Verkehrsplanern der Stadt Münster vorstellig werden.

Lange Liste der Probleme

„Der Verkehr wird bislang ganz stark vom Auto her gedacht. Wir wollen erreichen, dass sich das ändert“, gibt Larissa Rathmer, ebenfalls bei Kaktus aktiv, die Stoßrichtung vor.

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Larissa Rathmer und Albert Wenzel auf einen Erfolg der Aktion „Leezenstadt“. Foto: Klaus Baumeister

Der GAL-Ratsherr Carsten Peters erhofft sich von dieser Aktion, dass sie dazu beitrage, mehr Druck auf die Verkehrsplaner im Sinne der Radfahrer zu machen. Gleichwohl könnten die Grünen keinem Störmelder garantieren, dass sein Anliegen aufgegriffen werde.

Die Liste der Probleme, die immer wieder auf den Tische kommen, sind nach Ansicht des GAL-Vorstandsmitglieder Robin Korte jedenfalls sehr lang: zu wenig Fahrradständer, zu schmale Radwege, Falschparker auf den Radwegen, fehlende oder unkomfortable Bordsteinabsenkungen.

Münsters Fahrrad-ABC: Von A wie Ampel bis Z wie Zeit

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  • Alle Jahre wieder, zum Start des Wintersemesters, ist die Zeit der Frischlinge auf den Radwegen. Mit den neuen Studentinnen und Studenten erobern Tausende Neumünsteraner für sich die deutsche Fahrradhauptstadt. Für viele eine mitunter abenteuerliche Begleiterfahrung des Studienstarts. Hier für die Anfänger auf den Radwegen und alle Leezenliebhaber ein kleines Alphabet des Radverkehrs in Münster von unserer Redakteurin Karin Völker.

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  • A wie Ampel: Unbedingt beachten! Ampeln haben in Münster für Fahrradfahrer nicht bloß Empfehlungscharakter. Bei Rot also besser stehenbleiben. Erstens, weil alles andere gefährlich sein kann. Zweitens, weil als Strafe ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und 100 Euro Strafe drohen. Sehr empfindlich fürs studentische Portemonnaie.

    Foto: Colourbox.de
  • B wie Bürgersteig: Er ist in Münster den Fußgängern vorbehalten. Es gibt ja auch meistens Radwege.

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  • C wie cholerische Anfälle: Sie sind trotz des hier verbreiteten gemäßigten westfälischen Temperaments bei diversen Verkehrsteilnehmern bisweilen zu beobachten. Gilt das Geschimpfe einem selbst, am besten die Ruhe bewahren.

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  • D wie Diskussionen: Sollte man als Fahrradfahrer besser mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht anfangen, erst recht nicht mit Polizisten. Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Verkehrsregeln sind zwecklos.

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  • E wie E-Bike: Das Fahrrad mit Batterieverstärkung ist auf Münsters Radwegen schwer im Kommen. Vorsicht vor dem beachtlichen Tempo – wenn sportliche junge Menschen von älteren Herrschaften überholt werden, ist oft ein Akku im Spiel.

    Foto: Oliver Werner
  • F wie Fußgänger: Sie verdienen Rücksicht und Freundlichkeit – auch wenn es mitunter erscheint, die Fußgänger liefen prinzipiell auf Radwegen.

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  • G wie Geschwindigkeit: Tempo 30 in Wohngebieten gilt auch für Radler!

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  • H wie Hamburger Tunnel: Er ist während des Bahnhofsumbaus zentrale Verkehrsachse von und zum Gleis und Ort der friedlichen Koexistenz zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern.  Skeptiker staunen: Es funktioniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • I wie Irren: Es ist menschlich und kommt bei allen Verkehrsteilnehmern vor. Auch wenn das Fahrrad bewegungsfördernder und umweltfreundlicher ist als das Auto: Auch Autofahrer haben im Verkehr manchmal Recht.

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  • J wie Jugend: Das Radfahren in Münster ist keineswegs nur ihr Privileg. In Münster strampeln  auch viele über 80-Jährige noch durch die Stadt. Fahrradfahren ist hier eine generationsübergreifende Angelegenheit – mit vielen Geschwindigkeiten.

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  • K wie Klauen: Der Fahrradklau ist in Münster ein verbreitetes Übel, das die Stadt in der Kriminalitätsstatistik regelmäßig schlecht aussehen lässt. Ein wenig helfen solide Schlösser.

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  • L wie Ludgerikreisel: Für viele Radler ein neuralgischer Punkt. Die Polizei empfiehlt: beherzt auf der Mitte der Spur fahren. Autos kommen meistens auch nicht schneller vorwärts als Radler.

    Foto: Oliver Werner
  • M wie Meimel: Ein münsterischer Ausdruck für Regen – und zwar dessen langanhaltende Form, und damit einer der natürlichen Feinde des Fahrradfahrers. Trotz häufiger Meimelgefahr lässt man sich in Münster nicht so leicht aus dem Sattel vertreiben. Viele auch nicht durch Schnee und Frost: Es gibt hier extra Streufahrzeuge für die Radwege.

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  • N wie Nase: Sie hat der Radfahrer immer im Wind. Nicht ausgeschlossen, dass im Winter dabei mal eine Erkältung rauskommt. Aber was gibt es Schöneres, als im Frühling unter den blühenden Silberlinden auf der Promenade herzuradeln? 

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  • O wie Ordnungshüter: Die Kräfte von Stadt und Polizei schenken dem Radverkehr sehr viel Aufmerksamkeit, besonders zu Semesterbeginn. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • P wie Parken: In Münster bisweilen auch für Fahrradfahrer nicht unproblematisch. Merke: Bürgersteige  gehören nicht zugestellt und immer merken, wo das Rad steht. Es soll Studenten geben, die ihre Leezen semesterlang gesucht haben.

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  • Q wie Quälerei: Kommt sogar im Fahrradparadies Münster vor – vor allem immer dann, wenn man Pannen hat.  Zum Glück gibt es an fast jeder Ecke einen Fahrradladen, der helfen kann.

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  • R wie Rücklicht: Sollte unbedingt ebenso wie das Vorderlicht funktionieren. Wenn man nicht selbst kontrolliert, ob es brennt – die Polizei tut es ohnehin und verteilt gegebenenfalls Knöllchen.

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  • S wie Stau: Gibt es in Münster, speziell während der Semesterzeiten auch auf Radwegen. Hier hilft nur Geduld.

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  • T wie Trunkenheit: Auch wer sich noch mit 1,6 Promille Alkohol im Blut für fahrtüchtig hält: Lieber das Rad schieben! Denn auch Fahrradfahrer erwarten Alkoholkontrollen durch die hiesige Polizei. Kein Scherz: Im Extremfall werden Fahrradfahrverbote verhängt.

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  • U wie Unfälle: Sie passieren leider – trotz vieler Maßnahmen der Verkehrsplaner und Polizei immer noch zu häufig. Ein Helm kann manchmal das Schlimmste verhindern. 

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  • V wie Vorsicht: Auch defensive Radfahrer kommen ans Ziel, mitunter sogar schneller als die Draufgänger.

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  • W wie Waschanlage: Luxus, wenn man seinem Drahtesel mal was Gutes will. Gibt es tatsächlich speziell für Fahrräder – im Fahrradparkhaus am Bahnhof.

    Foto: Presseamt/Joachim Busch
  • X&Y sind die Unbekannten und stehen für das Unerwartete beim Radfahren – zum Glück ist das nicht nur der plötzliche Plattfuß. Es gibt auch den Flirt beim Warten an der roten Fahrradampel. . .

    Foto: Colourbox.de
  • Z wie Zeit: Wer in Münster Rad fährt, spart meistens kostbare Minuten. Faustregel: Je näher man sich im Stadtkern bewegt, desto größer die Zeitersparnis. Autofahrer kommen fast immer langsamer ans Ziel.

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