Preisverleihung in Münster
Schulter an Schulter für den Frieden

Münster -

Eine gestürzte First Lady, ein bürgernaher Bundespräsident und gleich vier Staatsoberhäupter auf dem Balkon über dem gut gefüllten Prinzipalmarkt – die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens am Samstag hatte es in sich. Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite sorgte für den Lacher des Tages, aber auch dafür, dass der Rathaus-Festsaal ganz still wurde.

Montag, 16.07.2018, 07:06 Uhr

Die Preisträger im Festsaal des Rathauses: Der lettische Präsident Raimonds Vejonis (re.), seine litauische Amtskollegin Dalia Grybauskaite (2.v.re.), die Präsidentin aus Estland, Kersti Kaljulaid (4.v.re.), Vertreter der Pfadfinderringe sowie Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (Mitte) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (li.).
Die Preisträger im Festsaal des Rathauses: Der lettische Präsident Raimonds Vejonis (re.), seine litauische Amtskollegin Dalia Grybauskaite (2.v.re.), die Präsidentin aus Estland, Kersti Kaljulaid (4.v.re.), Vertreter der Pfadfinderringe sowie Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (Mitte) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (li.). Foto: Jürgen Peperhowe

Es ist still, ganz still im Festsaal des münsterischen Rathauses. „Wir haben keine Angst, wir haben Deutschland“, sagt Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite bei ihrer Dankesrede zur Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens. „Wir stehen Schulter an Schulter mit euch.“ Beifall begleitet diese Worte einer Baltin, die genau weiß, wie schwer Freiheit zu erringen ist. Und diese zu verteidigen.

Aber auch für den Lacher des Tages sorgt die Litauerin, als sie sich einen Kommentar über die Gastgeberstadt Münster nicht verkneifen kann: „Als ich in die Stadt kam, dachte ich erst, hier gibt es nur Fahrräder und Kaninchen.“

Die Verleihung des von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe gestifteten und mit 100 000 Euro dotierten Preises an die drei Staatschefs aus Lettland, Estland und Litauen sowie die Pfadfinderbewegung in Deutschland wurde an diesem Tag zur Besinnung auf essenzielle politische und völkerrechtliche Grundwerte, die nicht erst seit dem Jahr 2018 gehörig ins Wanken geraten sind.

Preis des Westfälischen Friedens 2018 wird verliehen

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  • Am Samstag wurde in Münster der Preis des Westfälischen Friedens verliehen. Die Fotos des Ereignisses:

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstagmorgen auf Münsters Prinzipalmarkt an.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Bundespräsident hält am Samstag die Laudatio auf die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, die den Preis des Westfälischen Friedens verliehen bekommen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Staatsbesuch ist noch kurz Zeit für ein kurzes Bad in der Menge.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An der Seite des Bundespräsidenten: Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (l.)

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Bundespräsident verbreitet gute Laune.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Rathaus warten Steinmeier und Lewe...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...auf den Staatsbesuch.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist nach Münster gekommen. Er hält die Laudatio für die Ringe Deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die den Jugendpreis erhalten.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Prinzipalmarkt wird für die Verleihung des Friedenspreises gesperrt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Delegation der Pfadfinder darf natürlich an den Absperrungen vorbeilaufen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) verliehen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Steinmeier war schon zu seiner Zeit als Außenminister in der Jury des Friedenspreises, der alle zwei Jahre verliehen wird.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auf dem Prinzipalmarkt erwartet er den hohen Besuch.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch Oberbürgermeister Markus Lewe und seine Frau Maria warten auf die Staatsgäste.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid betritt den roten Teppich...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...und wird von dem Bundespräsidenten herzlich begrüßt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Staatsoberhäupter nehmen den Preis stellvertretend für die Menschen in ihren Ländern entgegen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der lettische Präsident Raimonds Vējonis...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...wird von Steinmeier auf dem roten Teppich empfangen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Präsident Lettlands...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...hat seine Frau Iveta Vējone...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...mit nach Münster gebracht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Während im Hintergrund Schaulustige hinter den Absperrungen stehen, wird...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...auch Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaitė begrüßt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vom roten Teppich geht es für die Staatsoberhäupter in das historische Rathaus.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) begrüßt die Gäste im Friedenssaal.

    Foto: Oliver Werner
  • Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) begrüßt die Gäste im Friedenssaal.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Festsaal des Rathauses werden die Preise verliehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Festsaal des Rathauses werden die Preise verliehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Dr. Benedikt Hüffer, Zweiter Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe begrüßt die Anwesenden und... 

    Foto: Oliver Werner
  • ...die Zuschauer der Liveübertragung. Der WDR sendet die Preisverleihung im Fernsehen und in einem Livestream.

    Foto: Oliver Werner
  • Public Viewing auf der Stubengasse: Hier wird die Friedenspreisverleihung live übertragen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Oberbürgermeister Markus Lewe heißt die Gäste in Münster willkommen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Reden werden von Dolmetschern simultan übersetzt.

    Foto: Ralf Repöhler
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Laudatio auf die drei baltischen Staaten.

    Foto: Oliver Werner
  • Dr. Benedikt Hüffer übergibt die Urkunden an die Staatsoberhäupter.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Preis, in Form einer Pferdestatue, wird vom Bundespräsidenten übergeben.

    Foto: Oliver Werner
  • Steinmeier und Hüffer applaudieren den Preisträgern (v.l.) Dalia Grybauskaitė (Litauen), Kersti Kaljulaid (Estland) und Raimonds Vējonis (Lettland).

    Foto: Oliver Werner
  • Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaitė bedankt sich für den Preis.

    Foto: Oliver Werner
  • Lettlands Präsident Raimonds Vējonis betonte die Werte Europas.

    Foto: Oliver Werner
  • Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid erinnerte an durch die Sowjetunion zerstörte Orte in ihrer Heimat.

    Foto: Oliver Werner
  • Armin Laschet hielt die Laudatio für die Pfadfinder und lobte ihren Einsatz für andere: „Es geht nicht darum, immer nur an sich zu denken. Wer immer First für sein Land fordert, verspielt auch die Demokratie und Freiheit im Inneren.“

    Foto: Oliver Werner
  • Eine Delegation der Pfadfinder nahm stellvertretend den Jugendpreis entgegen.

    Foto: Oliver Werner
  • Anschließend ging es auf den Rathausbalkon.

    Foto: Oliver Werner
  • Vom Sentenzbogen des Stadtweinhauses grüßten die Preisträger die Menschenmenge auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz

„Arena des Jeder gegen Jeden“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnert an diese Entwicklung. „Eine Welt, die Recht und Regelhaftigkeit als schwächlich-idealistisches Gerede verachtet, wird zur Arena des Jeder gegen Jeden – eine Arena, in der die Großen durchsetzen, was sie wollen, während die Kleinen erleiden, was sie müssen“, sagte Steinmeier in seiner Laudatio. Dieser Grundsatz sei durch die Annexion der Krim verletzt worden, mit der sich Deutschland nie abfinden werde. Worte gen Moskau, aber auch an die Adresse des US-Präsidenten. „Die baltischen Staaten kennen die Bedeutung von Allianzen und das kostbare Gut der Gleichberechtigung“ – eine Einstellung, die man auch „jenseits des Atlantiks beachten sollte“.

Das Eintreten für Frieden, Stabilität und Wohlstand – nach den Worten des 2. Vorsitzenden der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, Benedikt Hüffer, begründen diese Tugenden auch die Vergabe des Friedenspreises in diesem Jahr maßgeblich. „Wir ehren durch die ausgezeichneten Staatspräsidenten stellvertretend die Menschen in den drei baltischen Staaten für ihr starkes Eintreten für eine gemeinsame freiheitliche Werteordnung und für ein geeintes Europa“, sagte Hüffer in seiner Laudatio. „Wohlstand und Frieden gibt es nur in friedlichen Verhältnissen.“

Lob für Engagement der Pfadfinder

In guter Tradition wird der Friedenspreis auch an eine Jugendbewegung verliehen. In diesem Jahr entschied sich die Jury für die Ringe der deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder. In seiner Würdigung hob NRW-Ministerpräsident Armin Laschet das Engagement der Kinder und Jugendlichen über alle gesellschaftlichen, sozialen und religiösen Grenzen hinweg hervor. „Ihr leistet tolle Arbeit für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, so Laschet weiter. Er erinnerte an den verheerenden Brandanschlag in Solingen vor 25 Jahren. „Das widerspricht allen Werten, für die die Pfadfinder ein Leben lang einstehen. Macht weiter so, dann wird die Zukunft gelingen.“

Nach der knapp zweistündigen Zeremonie, die sowohl auf einer Großleinwand in der münsterischen Innenstadt als auch in die drei baltischen Staaten übertragen wurde, gingen Preisträger und Laudatoren auf den Balkon. Und dort erwartete sie – wie schon in den vergangenen Jahren – freundlicher Beifall von Hunderten Schaulustigen, die sich auf dem Prinzipalmarkt eingefunden hatten. 13.30 Uhr fahren die Staatslimousinen vor, ein letzter Plausch mit den Bürgern. Annegret Weber spricht den Bundespräsidenten an. „Sie waren ja zum Katholikentag erst in Münster. Kommen Sie jetzt jeden Monat?“ Steinmeier lacht laut, fast dröhnend. „Warum nicht, ich finde es so schön hier bei euch.“

Sturz am FMO

Elke Büdenbender, die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, ist am Freitag beim Verlassen des Flugzeuges gestürzt und hat sich leicht verletzt. Es sei nichts Ernstes, aber sie müsse in den kommenden Tagen einige Termine absagen, erklärte das Bundespräsidialamt. Die 56-Jährige rutschte am FMO auf der Treppe der Präsidentenmaschine aus. Büdenbender wurde in der Uniklinik Münster untersucht. (rr)

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