Studierendenparlament
„Die Liste“ versus RCDS: Gibt es einen Maulwurf?

Münster -

Die Pressemitteilung ließ aufhorchen: War in den RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) wirklich ein „Maulwurf“ eingeschleust worden? Dies jedenfalls behauptete die Hochschulgruppe „Die Liste“ in einer Pressemitteilung. Nun sind deren Mitteilungen mit Vorsicht zu genießen – versteht sich „Die Liste“ doch als Satire-Kollektiv.

Montag, 16.07.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.07.2018, 20:16 Uhr
Studierendenparlament: „Die Liste“ versus RCDS: Gibt es einen Maulwurf?
Die Hochschulgruppe "Die Liste" will ein Mitglied im RCDS versteckt haben und kündigt an: "Der Maulwurf wird weiterhin seine Arbeit machen". Foto: dpa

Was war passiert? „Die Liste“ schickte im Anhang ihrer Pressemitteilung einen angeblich echten Antrag des RCDS auf Änderung der Geschäftsordnung des Studierendenparlaments (Stupa). Es möge beschlossen werden, dass sich die „Mitglieder*Innen“ des Parlaments angemessen zu verhalten hätten; insbesondere solle das „Mitführen von politischen Symbolen, Kennzeichen oder Kleidungsstücken“ verboten werden, an denen ein Bezug zu „extremistischen“ oder verfassungsfeindlichen Auffassungen deutlich werde. Bei Verstoß solle das Präsidium Personen von der Sitzung ausschließen können.

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RCDS bekennt sich zu Antrag

Konstantin Burg , stellvertretender RCDS-Vorsitzender bekennt sich auf Anfrage der Redaktion schriftlich zu dem Antrag. Dieser sei ernst gemeint und solle „eine Lücke bezüglich verbotener und verfassungsfeindlicher Symbole in der Geschäftsordnung“ schließen. Man wolle diese Lücke einem demokratischen Parlament nicht dulden.

Der Unterzeichner des Antrags sei bereits seit zwei Jahren engagiertes RCDS-Mitglied und arbeite im Vorstand mit. Zu der Behauptung, es sei ein „Maulwurf“ eingeschleust worden, sagt Burg explizit nichts.

Satire oder Ernst?

Der RCDS bekennt sich also zum Antrag, die Gruppe „Die Liste“ bucht ihn auf das Konto ihres angeblichen Maulwurfs. Dessen Wühlarbeit habe ein für den RCDS „bezeichnendes“ Verhalten zutage gefördert, so „Die Liste“. Die „schwammigen“ Regeln förderten angeblich den Rauswurf unliebsamer Personen aus dem Stupa.

Und: Spätestens bei der falschen Formulierung „Mitglieder*Innen“ hätte doch jeder stutzig werden und die Satire erkennen müssen, meint „Die Liste“, deren Mitglieder sich selbst als „listig“ bezeichnen. Diese Bemerkung bleibt vom RCDS unkommentiert.

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