Telefon-Hotline
Wie hilfreich ist der Begleitservice des Vereins „Frauennotruf“?

Münster -

Der Verein „Frauennotruf“ bietet einen telefonischen Begleitservice für Frauen, die sich nachts in Münster unsicher fühlen. Sinnvoll? In unserer Redaktion gehen die Meinungen auseinander.

Freitag, 20.07.2018, 21:00 Uhr

Telefon-Hotline: Wie hilfreich ist der Begleitservice des Vereins „Frauennotruf“?
Sicher von der Party nach Hause: Das ist das Motto des Angebots „Sicher Unterwegs in Münster Telefon“ („sumt“) der Beratungsstelle „Frauennotruf“. Foto: Klaus Meyer (Archiv)

Pro: Persönliche Begleiter

Jede Frau kennt es. Seien es Schritte hinter einem, eine unangenehme Situation an der Bushaltestelle oder einfach nur ein diffuses, mulmiges Gefühl, das den Puls auf dem nächtlichen Nachhauseweg in die Höhe treibt. Dann der Griff zum Telefon. Aber wen rufe ich an? Die einen Freunde schlafen schon, die anderen haben ihr Handy nicht dabei. Die Eltern kommen nicht in Frage, die setzen sich noch ins Auto oder rufen sofort die Polizei.

Für solche Situationen gibt es nun in Münster Ansprechpartner – und das ist gut so. Mit dem „Sicher unterwegs in Münster Telefon“ bekommen Frauen in Münster das Angebot einer persönlichen und professionellen Wegbegleitung. Hinter der Hotline stehen Menschen, die im Gespräch Sicherheit vermitteln, Zeugen sind und im Fall des Falles die Polizei einschalten. Das ist viel wert – und nicht mit technischen Mitteln, etwa einer Standortfunktion, zu vergleichen.

Linda Schinkels

Telefon-Hotline

Das „sumt“ kann immer mittwochs und samstags zwischen 22 Uhr und 4 Uhr nachts unter der Nummer 0800-8353878 angerufen werden. Der Anruf ist kostenlos. Sondertermine werden auf der Homepage des Dienstes angekündigt. 

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Contra: Keine echte Hilfe

Mulmige Gefühle, wenn „Frau“ nachts allein auf der Straße unterwegs ist – die gibt es, unbestritten. Sie speisen sich aus selbst erfahrenen oder vom Hörensagen bekannten Belästigungen oder gar Angriffen. Die Gefahr ist real. Fraglich ist aber, ob eine mit städtischen Zuschüssen unterstützte Telefonhotline, bei der gleichzeitig ganze zwei Mitarbeiterinnen erreichbar sind, eine wirksame Hilfe darstellt.

Wenn Unsicherheit und Angst auf nächtlichen Straßen für Frauen wirklich ein so großes Problem ist, das die Gesellschaft lösen muss, wie der Verein „Frauennotruf“ sagt, dann dürften zwei Anschlüsse kaum genügen, um das allgemeine Sicherheitsgefühl der Frauen auf Münsters dunklen Straßen zu erhöhen. Drohen tatsächlich Übergriffe, bleibt den Ehrenamtlichen am anderen Ende der Strippe des Vereins nur, die Polizei zu alarmieren. Und das könnten die Betroffenen im Zweifel besser selbst.

Karin Völker

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