Großprojekt Kanalstraße
Stadt hebt Kostenschätzung an

Münster -

Der erste Anlauf ist gescheitert, nun soll im Herbst eine erneute Ausschreibung des Großprojektes Kanalstraße erfolgen – und zwar unter veränderten Rahmenbedingungen. Wie Michael Grimm, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, betont, soll bei der Kostenschätzung „leicht“ nachgebessert werden, und zwar nach oben.

Dienstag, 24.07.2018, 06:30 Uhr
Die geplanten Bauarbeiten an der Großbaustelle Kanalstraße zwischen Lublinring und Nevinghoff müssen um etwa ein halbes Jahr verschoben werden.
Die geplanten Bauarbeiten an der Großbaustelle Kanalstraße zwischen Lublinring und Nevinghoff müssen um etwa ein halbes Jahr verschoben werden. Foto: Matthias Ahlke

Nach der gescheiterten Ausschreibung der Arbeiten an der Großbaustelle Kanalstraße will die Verwaltung bei der für Herbst geplanten Neuausschreibung die Kostenschätzung „leicht anpassen“. Dies bestätigte am Montag der Leiter des Tiefbauamtes, Michael Grimm , gegenüber unserer Zeitung. Bei der ersten Ausschreibung waren die geplanten Baumaßnahmen mit 3,1 Millionen Euro veranschlagt – die teilnehmenden Firmen veranschlagten jedoch zwischen vier und 4,6 Millionen Euro.

3,1 Millionen Euro "zu optimistisch"

Grimm räumt ein, dass die 3,1 Millionen Euro „vielleicht etwas zu optimistisch waren“. Mit der „leichten“ Anhebung der Kostenschätzung in der neuen Ausschreibung passe sich die Stadt an die Marktsituation an. „Ich glaube, dass wir dann etwas mehr Wettbewerb bekommen werden“, sagt Grimm. Auf die Frage, ob er bei künftigen Ausschreibungen mit einer ähnlichen Entwicklung rechne, meint Grimm: „Das müssen wir erst einmal abwarten.“

Zudem will die Verwaltung bei der Neuausschreibung die Frist zwischen Vergabe und Baubeginn deutlich strecken. Im ersten, gescheiterten Anlauf lag sie bei lediglich drei bis vier Wochen, „was bei solchen Ausschreibungen eigentlich üblich ist“, so Grimm. Nun soll die Zeitspanne auf drei bis vier Monate verlängert werden. „Damit haben die Firmen deutlich mehr Zeit zu disponieren“, sagt der Tiefbauamt-Leiter.

Aufträge noch vor Weihnachten vergeben

Die geplanten Arbeiten waren in der ersten Ausschreibung in drei Pakete („Lose“) aufgeteilt worden. So habe man auch kleineren Firmen die Chance auf eine Teilnahme geben wollen, betont Grimm. Die Lose umfassten den Rohbau eines Pumpwerks, Kanalbauarbeiten sowie eine sogenannte Durchpressungsmaßnahme, bei der ein Abwasserkanal unter einer bestehenden Straße durchgeschoben wird. Für zwei Lose gingen jeweils zwei Bewerbungen ein, für das dritte sogar nur eine einzige, so Grimm. „In der Regel liegt die Zahl der Teilnehmer bei drei bis fünf, manchmal sogar bei zehn Unternehmen.“ Bei der Stadt führt man sowohl die geringe Teilnahme als auch die deutlich über der städtischen Kostenschätzung liegenden Preisvorstellungen vor allem auf die aktuell glänzende Auftragslage in der Baubranche zurück.

Die für Herbst geplante Neuausschreibung soll um ein weiteres, viertes Los – die Straßenbauarbeiten – erweitert werden. Grimm betont, dass die Aufträge noch vor Weihnachten vergeben werden sollen. Mit einem Baubeginn sei dann im April 2019 zu rechnen. Dann soll die Kanalstraße für mindestens 18 Monate in Höhe Wibbeltstraße für Autos gesperrt werden.

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