Wohnmobil-Stellplätze in Münster
Geheimtipp Mühlenhof?

Münster -

Wer mit dem Wohnmobil nach Münster kommt und einige Tage bleiben will, hat offenbar Probleme einen geeigneten Stellplatz zu finden. Es gibt rund 20 Plätze, die wenig Komfort für die Nutzer bieten. Kein Wunder, dass die Szene selbst aktiv wird – etwa am Theo-Breider-Weg am Mühlenhofmuseum.

Mittwoch, 25.07.2018, 08:00 Uhr
Nur wenige Wohnmobile stehen in diesen Tagen auf dem Parkplatz des Mühlenhof-Museums. Der Platz gilt in Camperforen offenbar als Geheimtipp.
Nur wenige Wohnmobile stehen in diesen Tagen auf dem Parkplatz des Mühlenhof-Museums. Der Platz gilt in Camperforen offenbar als Geheimtipp. Foto: Matthias Ahlke

Klaus Kohn aus Mönchengladbach parkt sein Wohnmobil ein. Er ist erfahren – schnell steht das Fahrzeug in der gewünschten Position. Er stellt sein mobiles Heim am Theo-Breider-Weg ab, weil er dazu eine Tipp bekommen hat. Er hat „natürlich“ ein Fahrrad an Bord. Damit steuert er seine Ziele in Münster an – diesmal das Uni-Klinikum. Ein Krankenbesuch steht auf dem Programm.

Optimal geeignet

„Der Platz an sich ist optimal geeignet für Wohnmobilisten. Vielleicht sollten die Verantwortlichen der Stadt mal überlegen, an dieser Stelle zu investieren.“ Es müssten ja nur wenige Plätze sein – und alles bleibe unter Kontrolle. „Dafür würde ich dann gerne zahlen.“

Yvonne Weewer und Robert Blok waren vor zwei Jahren zum ersten Mal mit ihrem Wohnmobil auf dem Parkplatz vor dem Mühlenmuseum. „Damals war noch weniger los“, berichtet das Paar, das aus Emmeloord in der Nähe von Lelystad in den Niederlanden kommt. In einem Camperforum habe sie gelesen, dass es „hier einen kleinen ruhigen Platz gibt“, erzählt Yvonne Weewer. Sie sind gekommen wegen des Nachtflohmarktes, und weil Münster eine gemütliche Stadt ist“. Klar: Ziele vor Ort werden per „Fiets“ angesteuert.

Duschen in der Sportanlage Sentruper Höhe

Eine Toilette haben die Interviewpartner an Bord. Zum Duschen findet sich meist eine Möglichkeit in den Umkleideräumen der benachbarten Sportanlage Sentruper Höhe.

Doch nicht jedem sind die Camper willkommene Gäste. Hobbyfußballer, die auf den Plätzen am Westrand der Sportanlage kicken, wundern sich schon seit längerer Zeit über die dort insbesondere am Wochenende illegal abgestellten Campingmobile und -busse. Mitunter sei der anliegende Parkplatz mit Blick auf den Allwetterzoo regelrecht zugeparkt. An einem Wochenende habe er gleich 18 Campingfahrzeuge gezählt, berichtet einer der Kicker. Darunter sei auch ein französisches Gefährt mit gleich mehreren Anhängern gewesen.

20 Euro Standgebühr sparen

Da würden Campingstühle und -tische aufgestellt und zudem werde auch noch gegrillt. Da die Stadt in der unmittelbaren Nachbarschaft vor einigen Jahren für die Sportler ein Umkleidegebäude mit Duschen und WC errichtet habe, werde auch dieses von den Campingfreunden gerne kostenlos genutzt – auch, um Wasservorräte aufzufüllen. „Da kann man ganz locker mal 20 Euro Standgebühr sparen, die auf einem Campingplatz fällig wären“, so der Hobbyfußballer.

Nach Auskunft der Stadt ist der Parkplatz kein offizieller Platz für Wohnmobilisten. Auf der Internetseite camperado.de ist zu lesen, dass dort drei Plätze angeboten werden. Kontaktdaten gibt es keine; auch Angaben zu Strom- und Wasserversorgung fehlen.

Komplettversorgung nur am Werseufer

Offizielle Plätze in der Stadt gibt es auch, ergänzt Sigrid Howest aus dem Presseamt. Am Albersloher Weg/Ecke Hafenstraße gibt es sechs Stellplätze. Weitere acht bis zehn Plätze werden am Mauritz-Lindenweg in Höhe des Ostbades vorgehalten. „Eine Nacht wird auch am Schlossplatz geduldet, sofern dort Plätze frei sind.“

Komplettversorgung mit Wasser und Strom gebe es allerdings nur auf dem Campingplatz am Werseufer (Stapelskotten); an allen anderen Stellen müsse improvisiert werden.

Reisemobilhafen soll entstehen

Am Dortmund-Ems-Kanal soll zwischen Wilhelmshavenufer und Coppenrathsweg ein Reisemobilhafen entstehen. Diese Fläche war bereits in einer Standortuntersuchung 2007 als geeignet angesehen worden. Dafür müsse der bislang als Grünfläche ausgewiesene Bereich zum Sondergebiet „Wohnmobilstellplatz“ umgewidmet werden. Mit der Änderung des Flächennutzungsplans im Stadtteil St. Mauritz sollen nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Stellplatz geschaffen, der Platz soll durch einen privaten Investor errichtet und betrieben werden. Die Stadt selbst wolle nicht in Konkurrenz zu privaten Campingplatz-Anbietern treten. In der Juli-Sitzung hat der Stadtrat noch über das Thema beraten.

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