Bühnenshow „60.000 Seemeilen Geschichten und Musik“
Hans-Martin Stier liest aus dem Logbuch seiner Jugend

Münster -

Als 17-Jähriger heuerte er an, sechs Jahre fuhr Hans-Martin Stier auf den Weltmeeren. Fünf Jahrzehnte später blättert der Sänger und Schauspieler zurück und liest in seiner neuen Bühnenshow „60.000 Seemeilen Geschichten und Musik“ aus dem Logbuch seiner Jugend. Premiere ist am 1. September, dem Vorabend des „Wilsberg-Promi-Kellnern“ am Aasee Münster.

Mittwoch, 25.07.2018, 17:23 Uhr

Bei seinem abenteuerreichen Aasee-Abend am 1. September zugunsten der Krebsberatung Münster weckt Sänger und Schauspieler Hans-Martin Stier die Sehnsucht nach jener Zeit, in der Schiffe noch aus Holz waren und Seeleute aus Stahl.
Bei seinem abenteuerreichen Aasee-Abend am 1. September zugunsten der Krebsberatung Münster weckt Sänger und Schauspieler Hans-Martin Stier die Sehnsucht nach jener Zeit, in der Schiffe noch aus Holz waren und Seeleute aus Stahl. Foto: Tom Schäfer

Mondlose Nacht auf dem Meer. Die Maschine des Stückgutfrachters läuft wie ein Uhrwerk. Die Wellen schlagen sanft an die Bordwand. „Wie aus dem Nichts kommen Hunderte kleine Lichter aus der Dunkelheit hervor, kaum wahrnehmbar, verschwinden immer wieder im Dunst. Es müssen Hunderte kleine Fischerboote sein, die da voraus in der Malakka-Straße liegen, mitten im Fahrwasser. Sie versperren uns den Weg!“

Mit gegerbter Stimme und feiner Mimik liest Hans-Martin Stier aus dem Logbuch seiner Jugend – vor seiner Zeit als bekannter Musiker („Törner Stier Crew“/ „Stier“) und Schauspieler. Als 17-Jähriger heuerte er an. Sechs Jahre fuhr er auf den Weltmeeren. Mit 67 blättert Stier jetzt zurück. In seiner neuen Bühnenshow „60.000 Seemeilen Geschichten und Musik“. Diese feiert am 1. September, dem Vorabend des „Wilsberg-Promi-Kellnern“ (zugunsten der Krebsberatung Münster), Münster-Premiere: standesgemäß auf der Wasserbühne auf dem Aasee.

Hans-Martin Stier will damit die Erinnerung an die schwindende christliche Seefahrer-Romantik wachhalten: „Vor 50 Jahren roch es auf den Schiffen noch nach Kaffee, nach Gewürzen und faulen Bananen, weil die Ladung in Säcken, Kisten und Ballen verschifft wurde, statt das sich – wie heute – Stahlboxen auf den Schiffsdecks türmen.“ Hans-Martin Stier hat Australien, Brasilien oder die Philippinen nicht nur als Weltenbummler bereist, er hat sie sich auch hart erarbeitet: als Deckjunge und Matrose, als Bootsmann und Steuermann.

Mehr als 60 000 Seemeilen bei der Handelsmarine, ohne PC und Handy. Mit 6000 Schafen war er zum Beispiel im Indischen Ozean unterwegs und in Nordamerika fuhr er die Great Lakes hoch: „Wir haben die Höhe der Niagarafälle mit den Schiffen in riesigen Schleusen bewältigt“, erinnert sich Stier im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Stundenlang im Regen, minus 20 Grad in Kanada, 40 Grad plus in Kuwait und ein Albatros, der auf dem Schiff strandete“: Autobiografische Texte und spannendes Seemannsgarn treffen in Stiers Show auf neu interpretierte Rock-, Soul-, Folk- und Weltmusik-Klassiker. Mit Keyboarder Stefan Kaspring, Gitarrist Thom Brill und Perkussionist Thomas Lensing will er für maritimes Kopfkino mitten auf dem Aasee sorgen.

Auch wenn dort eher ruhiger Wellengang vorherrscht, wird Stier mit seinem härtesten Hochsee-Erlebnis für Nervenkitzel sorgen: „Das waren die Wellentäler im Nordatlantik. Raues Gewässer. Ein fetter Orkan. Das Wasser peitschte wie Nadelspitzen ins Gesicht rein. Ich stand oben in der Nock und konnte zehn Meter hoch die Wellenberge über mir sehen.“

Seine eigene Angst bekämpfte er mit Willensstärke: „Du kannst auf See nicht einfach die Tür hinter dir zumachen. Du musst deinen Mann stehen, koste es was es wolle. Für Dich, für die Mannschaft, für das Schiff.“ So prägte die See Hans-Martin Stier entscheidend: „Das war eine gute Schule fürs Leben.“

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