TEDx hilft bei Kartenprojekt
Feldforschung in Kenia

Münster -

Durch einen Artikel in unserer Zeitung wurde das TEDxMünster-Team vor zwei Jahren auf ein Projekt mit dem Geoinformatiker Dr. Malumbo Chipofya aufmerksam. Der Artikel befasste sich mit dem Projekt „its4land“ der WWU Münster (in Zusammenarbeit mit Partnern aus Ostafrika und Europa). Dabei geht es darum, in kurzer Zeit und preisgünstig Karten zu erstellen, um Besitzverhältnisse zu klären und Bodenrechte der Bevölkerung in Ländern wie Ruanda, Kenia und Äthiopien zu wahren.

Dienstag, 31.07.2018, 11:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 31.07.2018, 11:00 Uhr
Dr. Malumbo Chipofya mit den handgezeichneten Karten der Kenianer
Dr. Malumbo Chipofya mit den handgezeichneten Karten der Kenianer Foto: Maria Conlan

Das TEDx-Team witterte hier einen interessanten Beitrag für den nächsten Talk in Münster. Allerdings dauerte es dann doch noch bis zum Herbst 2017, bis sich der junge Geowissenschaftler auf die Bühne in der Schlossaula traute und in 15 Minuten mit seinen ethnologischen Erkenntnissen die Zuhörer fesselte.

„Ja, es war viel Arbeit“, blickt der Geoinformatiker auf die Vorbereitungszeit für seinen Talk zurück. Er habe sich fragen müssen, was für die Allgemeinheit interessant ist, zudem habe er auf Fachtermini verzichten müssen. Er habe nicht gedacht, dass diese Vorbereitung so umfangreich sei und viele Stunden in Anspruch nehmen würde, gesteht er. Begeistert und dankbar äußerte er sich über die Tipps vom TEDx-Team und das ausführliche Coaching.

Verständlichkeit war auch das große Thema für Chipofyas Forscherteam bei der Feldforschung in Kenia. Um relevante Karten zu erstellen, war es wichtig, die Funktion der Regionen, Lebensumstände und Traditionen der Bevölkerung mit einzubeziehen. Sie lachten zunächst über Chipofyas Fragen, weil sie nicht verstanden, worum es bei diesem Projekt ging. Es war weniger ein Sprachproblem, denn Dolmetscher standen zur Verfügung, sondern mehr ein ethnologisches.

Was ist TEDx?

Die TED-Konferenz ist in den USA legendär, ihre Videos sind bei Youtube milliardenfach abgerufen worden. Ein Ableger davon ist die TEDx in Münster. TED, das steht für Technik, Entertainment und Design. Wobei der Name Konferenz eher irreführend ist. Es gibt kein Pult, keine Krawatten und auch keine aufwendigen Präsentation.

Bei TED geht es um die Idee, die es wert ist, weitererzählt zu werden. Ob sechs Regeln, wie die Arbeit einfacher wird, warum Diäten nicht funktionieren oder warum Busse Demokratie verkörpern. Das kleine „x“ steht für Unabhängigkeit.

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Die Wissenschaftler lernten, dass es unabdingbar sei, die Alltagswelt der Bewohner miteinzubeziehen. Das konnten sie mit Hilfe von Handzeichnungen der dort lebenden Kenianer, die genau die lokalen Funktionen der Orte berücksichtigten. Momentan arbeitet Chipofya intensiv daran, diese Zeichnungen zu digitalisieren und eine entsprechende Software dafür zu programmieren.

Zwei Mal war der Wissenschaftler mit seinem Team in Kenia vor Ort, beide Male hatten sie nur wenige Tage Zeit für ihre Aufgabe. Der erste Besuch öffnete den Forschern die Augen, dass sie mit anderer Perspektive an die Aufgabe herangehen müssen. Chipofya freute sich darauf, diesen Lernprozess durch TEDx einem breiten Publikum vorstellen zu können. Obwohl er selbst ein gutes Gefühl bei seinem Talk hatte, dauerte es, bis er sich traute, das Video von seinem TEDx-Talk noch einmal anzuschauen. Dafür war die die Ermutigung seiner Frau nötig, die ihm versicherte: „Das ist großartig.“

Zum Thema

Karten für das diesjährige TEDx-Event am 2. November im Theater Münster sind bereits erhältlich. Dieses Mal lautet das Motto: „Discover the unknown“.   | www.Tedxmuenster.de

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