Studenten auf Wohnungssuche
In Münster fehlen mindestens 700 Wohnungen

Münster -

Der studentische Wohnraum wird zum Semesterbeginn besonders knapp werden - zusätzlich zur allgemeinen Wohnungsnot in Münster. Der Grund: Gleich zwei Studentenwohnheime werden dann wegen Sanierung großteils nicht belegbar sein. Die Gegenmaßnahmen dürften kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein.

Donnerstag, 02.08.2018, 18:26 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 02.08.2018, 18:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 02.08.2018, 18:26 Uhr
Studenten auf Wohnungssuche: In Münster fehlen mindestens 700 Wohnungen
Das Studentenwohnheim am Heekweg ist in die Jahre gekommen. Mit der Sanierung des Gebäudes wurde vor einem Jahr begonnen. Foto: Oliver Werner

Der Semesterbeginn rückt langsam näher, düstere Wolken bilden sich am Wohnungshimmel über den Uni-Städten in NRW. Zwar entscheiden sich viele Studenten erst auf den letzten Drücker, also Anfang Oktober, für ihren Studienplatz, doch ist bereits jetzt abzusehen, dass es in Münster sehr eng werden dürfte. Denn zur „normalen“ Wohnungsknappheit kommt hinzu, dass zwei Studentenwohnheime zurzeit saniert werden, wie Achim Wiese erklärt, der stellvertretende Geschäftsführer des Studierendenwerks. 

Sanierung reißt dicke Lücke

Die Kernsanierung des Wohnheims am Heekweg wurde vor einem Jahr begonnen und bislang nicht abgeschlossen; auch danach werden es dort 50 Wohnungen weniger sein als zuvor. Die Anlage Gescherweg wird zum 31. August in Angriff genommen, was weitere Hunderte ihrer Heimstatt berauben wird. Nimmt man beide Anlagen zusammen, werden zum Semesterbeginn etwa 700 Appartements durch Sanierung ausfallen. 

Nun sollen sogar Mannschafts-Gebäude der Oxford-Kaserne genutzt werden, die ursprünglich Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge waren. Die entsprechende Gremiumssitzung findet am 28. August statt, sagt Achim Wiese. Insgesamt würden hier 240 Schlafplätze zur Verfügung stehen. Die Studenten sollen dort aber nur zeitweise untergebracht werden, bis sie etwas anderes finden, betont Wiese.

Asta appelliert an Politik

„Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint der Asta-Vorsitzende Finn Schwennsen. Es sei aber zur Überbrückung ein richtiger Gedanke. Der Asta versteht sich grundsätzlich als erste Anlaufstelle bei studentischen Problemen und unterhält auch eine eigene Wohnungsbörse. Man wolle, so Schwennsen, das Thema auch politisch kommunizieren. Die allgemeine Lage? „Ziemlich schlimm.“

Projekt „Rotes Sofa“

„Extrem ernst“, befindet auch Achim Wiese. Umso wichtiger sei es,  die Hilfsbereitschaft der Münsteraner miteinzubeziehen, wie sie sich etwa auch beim Katholikentag gezeigt habe. Dafür gibt es seit fünf Jahren das Projekt „Rotes Sofa“, das über die Wohnbörse des Asta Privatleuten die Möglichkeit gibt, eine „Notpritsche“ bereitzustellen. „Das sollte man nicht unterschätzen“, betont Achim Wiese. Bislang waren die Helfer-Zahlen nämlich dreistellig. 

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