Erinnerung an historische Friedensgöttin
SPD plädiert für neues Friedensdenkmal

Münster -

Münster hatte schon einmal ein Friedensdenkmal. Jetzt plädiert die SPD für eine moderne Neuauflage an der Promenade.

Donnerstag, 02.08.2018, 18:46 Uhr

Eine Darstellung des einstigen Friedensdenkmals in Münster ist aktuell in der Ausstellung „Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Friede“ im Stadtmuseum zu sehen.
Eine Darstellung des einstigen Friedensdenkmals in Münster ist aktuell in der Ausstellung „Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Friede“ im Stadtmuseum zu sehen. Foto: Gunnar A. Pier

Kaum ein Münsteraner weiß noch, dass früher an der Promenade neben vielen Kriegerdenkmälern auch ein Friedensdenkmal existierte. Die Rede ist von der heroischen Figur der Friedensgöttin, geschaffen vom münsterischen Bildhauer Wilhelm Bolte . Sie stand von 1905 bis 1942 auf dem Hügel am Kanonengraben. Von dem Denkmal, das im Krieg eingeschmolzen wurde, sowie dem später demontierten Sockel ist heute nichts mehr zu sehen, nur den Platz gibt es noch.

SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung macht jetzt den Vorschlag, ein neues Friedensdenkmal zu schaffen. Er regt einen „künstlerischen Wettbewerb für ein modernes Denkmal“ an, das einen Kontrapunkt zu den vielen Kriegerdenkmälern an der Promenade setzen solle.

Der „historische Standort“ des ersten Friedensdenkmals sei auf jeden Fall gut geeignet „zur Erinnerung an den besonderen Charakter Münsters als Friedensstadt“.

Das Friedensdenkmal, von dem derzeit ein Foto im Rahmen der aktuellen Friedensausstellung im Stadtmuseum an der Salzstraße zu sehen ist, sollte eigentlich im Jahr 1898 aufgestellt werden. Damals jährte sich der Westfälische Friede von 1648 zum 250. Mal. Die Umsetzung verzögerte sich aber, so dass erst am 1. Juli 1905 die Einweihung gefeiert werden konnte.

Wie Jung am Mittwoch bei einem Pressegespräch erklärte, war das münsterische Friedensdenkmal das einzige Friedensdenkmal im damaligen deutschen Kaiserreich. Auch heute seien Friedensdenkmäler eher die Ausnahme.

Die Friedensgöttin blickte seinerzeit in Richtung der Aegidiikaserne (heute Aegidiimarkt), auch das belegt für den SPD-Fraktionschef die Besonderheit dieser „bemerkenswerten, aber kurzen Tradition“.

Der Ratsantrag, mit dem die SPD „in der Stadt der Skulpturenausstellungen auch einen kulturpolitischen Impuls“ setzen möchte, soll nach den Sommerferien in die Ratsarbeit eingebracht werden.

Inspiriert wurde die SPD zu ihrem Vorstoß nicht zuletzt durch die diversen Friedensausstellungen in münsterischen Museen, die wiederum ihre Wurzeln in zwei historischen Jubiläen 2018 haben: Vor 400 Jahren begann der 30-jährige Krieg, vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg.

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