Junger Filmemacher aus Witten begleitet Band
Doku zeigt die Donots auf Tour

Sechs Tage mit den Donots on Tour: Julian Guttzeit bekam die unerwartete Chance und reiste mit der Band quer durch Deutschland. Und alles nur wegen einer simplen Facebook-Nachricht.

Mittwoch, 22.08.2018, 18:04 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.08.2018, 17:05 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 22.08.2018, 18:04 Uhr
Junger Filmemacher aus Witten begleitet Band: Doku zeigt die Donots auf Tour
Der junge Filmemacher Julian Guttzeit an der Ruhr in Bochum Foto: Julian Guttzeit (Stativ)

Seit Februar sind die Donots, eine Alternative-Rock-Band aus Ibbenbüren, mit ihrem neuen Album „Lauter als Bomben“ auf Tour. Der 22-jährige Julian Guttzeit aus Witten durfte die Band im März für sechs Tage als Kameramann auf ihrer Tour begleiten. Das Ergebnis ist ein 48-minütiges Video im Stile einer Dokumentation, das die Band vor ein paar Tagen auf Youtube veröffentlichte. In dem Video werden sechs Tage der Tour zusammengefasst. Die mit musikuntermalten Szenen geben Einblicke in die gemeinsame Zeit der Band auf und hinter der Bühne.

Guttzeit ist ausgebildeter Mediengestalter in Bild und Ton. Schon vor seiner Ausbildung hatte er große Pläne: „Ich hatte schon immer geplant mein eigener Chef zu sein, um in meinen Projekten meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und mir meine Zeit und Arbeit selber einteilen zu können.“

Gründer einer eigenen Filmproduktion

2014  gründete er die Filmproduktion „5pace“. Unter diesem Namen produziert er als Freiberufler unter anderem Imagefilme für Unternehmen, Youtube-Videos oder Musikvideos wie das für die Donots.

Der Kontakt zu der Band entstand Anfang dieses Jahres, genauer am 12. Januar. Im Radio kündigte die fünfköpfige Gruppe ein spontanes Akustik-Konzert in Köln an. Anlass war die Veröffentlichung des neuen Albums. Auch Guttzeit bekam von der Aktion Wind und ergriff seine Chance. „Ich schrieb kurzerhand die Donots über Facebook an und fragte einfach, ob ich sie bei dem Konzert videotechnisch unterstützen könnte.“ Sie sagten zu und „waren so begeistert, dass sie mein Video auf ihrer Facebook-Seite teilten“, erzählt er im Interview mit unserer Zeitung.

Das Konzert fiel größer aus, als erwartet. „Die Jungs haben das Ding gerockt, niemand hatte gedacht, dass so viele Menschen kommen würden. Es sind sogar Fans aus Hamburg angereist.“

Sein bisher größtes Filmprojekt

„Sie fragten mich, ob ich Lust hätte, mit auf Tour zu kommen.“ Das ließ sich der Mediengestalter nicht zwei Mal sagen. Für das Erstellen eines Konzeptes oder für das Zusammenstellen eines Teams blieb keine Zeit mehr, der junge Wittener nahm sein größtes Filmprojekt selbst in die Hand. „Wir finden das, was du machst, cool. Mach das einfach nochmal genau so, nur etwas länger“, lautete die Vorgabe.

Donots-Konzert in der Sputnikhalle

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  • Kurzfristig verlegtes Konzert: In der Sputnikhalle machten sich am Mittwochabend die Donots für die Festivalsaison 2017 warm.

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Ursprünglich sollte das Konzert mit nur 250 Besuchern in der Ibbenbürener Scheune stattfinden, doch wegen eines Server-Fehlers wurden 750 Karten verkauft.

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Die drängten sich jetzt statt in Ibbenbüren in der Sputnikhalle am Hawerkamp in Münster.

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Das Publikum des Exklusiv-Konzerts ging voll mit. Sänger Ingo Donot scherzte: „Wer von euch hat eigentlich den verdammten Server gehackt?“

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Ein Schmankerl für die Fans: Nach dem Konzert spielten Gitarrist Guido Donot und Sänger Ingo als Zugabe im Innenhof noch zwei Akustiksongs.

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Die Fans waren begeistert.

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Ingo Donot war angetan von der besonderen Stimmung am Hawerkamp: „Wir sagen Rock am Ring am Samstag ab und bleiben einfach hier.“

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen von dem Donots-Konzert in der Sputnikhalle.

    Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
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  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken
  • Foto: Maximilian von den Benken

Sechs Tage lang reisten sie gemeinsam durch Deutschland. „Ich war der neue Typ in der Runde, habe mich aber echt gut aufgenommen gefühlt und viel dazu gelernt“, resümiert Guttzeit. Seine größte Herausforderung war die Umstellung auf große Spielstätten. „Ich musste meine Augen während der Video Produktion überall haben und genau gucken, wo ich in solchen Hallen die Kameras anbringe.“

„Bis auf das Konzert am Abend stand nichts fest. Zwischendurch gab es immer mal Termine mit Reportern oder einen Soundcheck, aber ich habe den Tag einfach passieren lassen und in meinem Video mitgenommen“, so der Mediengestalter. Das daraus entstandene Video ist für Guttzeit „eine ungefilterte Wiedergabe meiner Eindrücke. Ich habe die Momente festgehalten“.

Feedback ist wichtiger als Equipment

Feedback sei das Geheimnis guter Videos. „Mit jedem Projekt lernt man dazu und verbessert sich. Besonders hilfreich ist hier auch das Feedback von anderen Filmkollegen“, so der junge Kreative. Equipment sei dagegen weniger wichtig. Guttzeit nutzte bei seinen Projekten zwar eine gut aufgestellte technische Ausrüstung, könne aber eine gute Geschichte auch einfach mit einer Handykamera filmen. „Es kommt auf die Story und die Erzählstruktur an. Ist diese gut, dann reicht auch die Kamera eines iPhones. Eine breit aufgestellte Technik ermöglicht nur andere Perspektiven zu nutzen, zum Beispiel beim Filmen mit einer Go-Pro.“

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Julian Guttzeit aus Witten. Foto: Marcel Weste

In seiner Freizeit betreibt Julian Guttzeit unter dem Namen „ruhpkid“ einen eigenen Youtube-Kanal. Auf diesem veröffentlicht er unter anderem auch Videos, in denen er selbstgeschriebene Songs singt und auf der Gitarre begleitet. Der Kanal diene ihm aber lediglich als „Spielwiese und nicht zum Großrauskommen“. „Ich habe die Musik und das Gitarrespielen schon immer geliebt. Doch neben dem Job als Filmemacher kommt die eigene Musik manchmal etwas zu kurz“, so der Wittener.

Momente für die Ewigkeit

Im Rahmen der „Lauter als Bomben“-Tour hat der Mediengestalter die Chance genutzt, neue Kontakte zu knüpfen. Unter anderem lernte er die Musikgruppen Kraftklub und die Leoniden kennen und fungierte für sie ebenfalls im kleineren Rahmen als Kameramann. „Ich habe so viele herzliche Menschen auf dieser Tour kennengelernt. Das waren definitiv Momente für die Ewigkeit“, schwärmt Guttzeit.

Eine erneute Zusammenarbeit werde wieder spontan entschieden. „Ich habe mit den Jungs eine Woche aufeinander gehangen, das schweißt zusammen. Falls ich bei zukünftigen Tour-Terminen dabei sein sollte, wäre das für mich wie ein Treffen mit Freunden.“

Donots bald wieder in Münster

Am 15. Dezember sind die Donots wieder in Münster zu sehen. Dann feiern sie in der Halle Münsterland mit einem Mix aus alten und neuen Songs ihren „Grand Münster Slam“.

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