Öko-Katastrophe im Aasee
Tierarztpraxis hilft erkrankten Vögeln

Münster/Warendorf -

30 erkrankte Vögel vom Aasee kamen zur Behandlung nach Warendorf. Ihnen geht es wieder gut.

Montag, 27.08.2018, 20:44 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 27.08.2018, 20:40 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 27.08.2018, 20:44 Uhr
Leitender Tierpfleger Christopher Heemann und Tierärztin Dana Ströse kümmerten sich um die Vögel.
Leitender Tierpfleger Christopher Heemann und Tierärztin Dana Ströse kümmerten sich um die Vögel. Foto: pd

Die in der Warendorfer Tierarztpraxis von Dana Ströse versorgten Wasservögel konnten nun nach rund zweiwöchiger intensiver Pflege zurück in die Natur entlassen werden. Mit den Rieselfeldern hatte die Stadt Münster hierfür einen perfekten Aussetzort mit idealen Umweltbedingungen und zahlreichen Artgenossen gefunden, heißt es in einer Pressemittelung.

Rund 30 der erkrankten Enten, Möwen, Teich- und Blesshühner haben damit die Umweltkatastrophe am münsterischen Aasee überlebt. Vergiftungen hatten dazu geführt, dass bei den Vögeln kurz nach dem Fischsterben Lähmungserscheinungen aufgetreten waren, die bei vielen Vögeln zum Ertrinken oder Verhungern geführt hatten.

Rettungsaktion mit Booten  

Ob Botulismus, Blaualgentoxine oder schlechte Wasserwerte die Ursache für die Lähmungen waren, wird derzeit noch in einem Speziallabor geklärt, heißt es weiter.

Ehrenamtliche Tierschützer und freiwillige Helfer hatten tagelang mit Booten und zu Fuß die erkrankten Vögel gesichert und nach Warendorf gebracht, da sich die dortige Praxis neben den üblichen Klein- und Heimtieren insbesondere um Vögel und Wildtiere kümmert und über die spezielle Fachkenntnis für diese Tierarten verfügt.

Die schönsten Bilder vom Aasee

1/20
  • Der Aasee gehört zu den Wahrzeichen von Münster.

    Foto: hpe
  • Der Aasee aus der Vogelperspektive.

    Foto: Luftbildkontor Fischer
  • Trauerschwan "Schwarze Petra" schwimmt neben ihrer "große Liebe" - einem Tretboot in Form eines weißen Plastikschwans - auf dem Aasee.

    Foto: Friso Gentsch
  • Der Blick auf die Aasee Terrassen.

    Foto: kal
  • Die Aasee-Wiesen sind gerade im Sommer ein beliebter Treffpunkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Segelboote an den Aasee Terrassen.

    Foto: kal
  • Segelboote auf dem Aasee.

    Foto: hpe
  • Die Aaseekugeln sind gerade im Sommer gut besucht.

    Foto: Oliver Werner
  • Anlässlich der Aaseerenaden versammeln sich Zuschauer auf den Aasee Terrassen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Feuerwerk über dem Aasee.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch Gänse machen gerne am Aasee Rast.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Aasee und, hinter den Bäumen, der Dom.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Katholikentag 2018 in Münster fand ein Tretboot-Gottesdienst auf dem Aasee statt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Solarschiff Solaaris und mehrere Segelboote auf dem Aasee.

    Foto: Ralf Emmerich
  • Sonnenuntergang am Aasee.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Ruderer auf dem Aasee.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der „Pier“ am Aasee - erbaut im Rahmen der Skulptur-Projekten 1997 vom Künstler Jorge Pardo.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ein Schwanentretboot beobachtet die Regatta auf dem Aasee.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zur Montgolfiade fliegen bunte Ballons über dem Aasee um die Wette.

    Foto: hpe
  • Das Jugendgästehaus - eines der Hotels direkt am Aasee mit bestem Blick aufs Wasser.

    Foto: Oliver Werner

Großer logistischer Aufwand

Für Dana Ströse bedeutete die zeitweise Unterbringung von rund 60 erkrankten Wasservögeln einen großen logistischen Aufwand, handelte es sich doch fast ausschließlich um kritische Intensivpatienten, die wochenlang mindestens stündlich medizinisch versorgt und künstlich ernährt werden mussten.

Die hohen Materialkosten hierfür wurden durch private Mittel des Praxisteams und durch Sach- und Futterspenden des Warendorfer Vereins „Fittiche e.V.“ getragen. Für die Helfer war die Wiederauswilderung der geretteten Tiere ein hoch emotionaler Moment, wie es heißt.

In der Nacht vom 8. auf den 9. August war der Aasee gekippt, der Sauerstoffgehalt sackte auf einen für Fische tödlichen Wert ab.

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