UKM erforscht digitale Techniken beim Mammografie-Screening
Brustkrebs früher erkennen

Münster -

Die Radiologie des Universitätsklinikums Münster (UKM) will Fortentwicklungen digitaler Techniken zur Früherkennung von Brustkrebs und deren Auswirkung auf die Wirksamkeit im Mammographie-Screening erforschen.

Dienstag, 28.08.2018, 15:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 28.08.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 28.08.2018, 15:00 Uhr
Sie betreuen die „Tosyma-Studie“ zum Brustkrebs-Screening in Münster und den Kreisen Warendorf und Coesfeld: (v.l.) Privatdozentin Dr. Stefanie Weigel, Fachärztin Simona Carmen Spital und Prof. Dr. Walter Heindel.
Sie betreuen die „Tosyma-Studie“ zum Brustkrebs-Screening in Münster und den Kreisen Warendorf und Coesfeld: (v.l.) Privatdozentin Dr. Stefanie Weigel, Fachärztin Simona Carmen Spital und Prof. Dr. Walter Heindel. Foto: UKM/Fotozentrale/Tronquet

Daran beteiligt sind die Referenz-Screening-Einheit Münster-Nord/Warendorf unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Heindel und Privatdozentin Dr. Stefanie Weigel. Ferner nimmt die Screening-Einheit Münster-Süd/Coesfeld unter der Leitung von Fachärztin Simona Carmen Spital teil mit den Standorten Münster im Medical-Center am Clemenshospital am Dües­bergweg und in Coesfeld (Beguinenstraße 15).

In der sogenannten „Tosyma-Studie“ wird geprüft, ob die technische Weiterentwicklung der digitalen Mammographie zum Schichtbildverfahren den derzeitigen Standard der zweidimensionalen mammographischen Brustuntersuchung im Screening positiv voranbringt. Diese von einem interdisziplinären Team der Universität Münster entwickelte diagnostische Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik. Geplant sei, 80 000 anspruchsberechtigte Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die sich für eine Teilnahme am Screening entschieden haben, für die Datenerhebung der Studie zu gewinnen.

Dies trifft auch auf die Frauen zu, die von den Screening-Einheiten in Münster und den dazugehörigen Kreisen betreut werden und jetzt wegen der „Tosyma-Studie“ angeschrieben worden sind.

Sie werden zufällig mit einer Chance von 50:50 entweder der Gruppe mit Standard-Mammographie oder der Gruppe mit Tomosynthese und daraus errechneter, synthetischer Mammographie zugewiesen. In beiden Gruppen werden die Entdeckungsraten von Brustkrebs sowie die Häufigkeiten der Abklärungsdiagnostik miteinander verglichen. Der Screening-Prozess unterscheide sich außer einem Schwenk der Röhre nicht von einer regulären Teilnahme an der Brustkrebs-Früherkennung ohne Studie, so die Klinik. Die Zuweisung zu den beiden Gruppen erfolgt über ein Computerprogramm und kann durch niemanden beeinflusst werden.

Brustkrebs

Jährlich erkranken mehr als 70 000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. 17 500 Frauen sterben jedes Jahr an dieser Erkrankung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten des Früherkennungsprogramms als Regelleistung.

...

Die Untersuchungen sollen über einen Zeitraum von zwölf Monaten an Screening-Einheiten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erstellt werden. Frauen erhalten mit ihrer regulären schriftlichen Einladung zum Screening nach dem Zufallsprinzip das Angebot, an der Studie teilzunehmen. Mehr als 200 000 Einladungen werden dazu in beiden Bundesländern verschickt.

Erste Ergebnisse werden Ende 2020 erwartet, abschließende Studienergebnisse im Jahr 2023.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6007917?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Halle Münsterland: Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Nachrichten-Ticker