Chemische Institute der Universität
Durch Dauerbaustelle in Bedrängnis

Münster -

Eigentlich sollten die Insitute für organische Chemie und Biochemie schon längst in ihrem neuen, hochmodernen Gebäude arbeiten. Doch der Einzug verzögert sich seit Jahren. Die komplexe Gebäudetechnik ist immer noch nicht fertig.

Mittwoch, 29.08.2018, 12:30 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.08.2018, 11:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 29.08.2018, 12:30 Uhr
Das neue Gebäude der Organischen Chemie und Biochemie kann immer noch nicht an die Universität übergeben werden. Der Bauherr, der BLB, klagt unter anderem über Fachkräftemangel.
Das neue Gebäude der Organischen Chemie und Biochemie kann immer noch nicht an die Universität übergeben werden. Der Bauherr, der BLB, klagt unter anderem über Fachkräftemangel. Foto: Oliver Werner

Die Wissenschaftler des Instituts für Organische Chemie und Biochemie haben sich schon ein wenig ans Warten gewöhnt, das aber wird zunehmend schwieriger.

Die Institute können Zusagen für Laborfläche, die sie neu berufenen Professoren gegenüber gemacht haben, nicht einhalten. Es können auch derzeit keine Habilitationsstellen besetzt werden, Der Grund: Das neue Gebäude für die beiden Institute an der Corrensstraße kann immer noch nicht bezogen werden. Äußerlich fertig ist es seit langem – der Einzug war ursprünglich für 2016 vorgesehen, wie Prof. Dr. Armido Studer , stellvertretender Leiter des Instituts für organische Chemie, sagt. Doch die Übergabe des Gebäudes vom Bauherrn, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), an die Universität verzögerte sich wiederholt – und lässt weiter auf sich warten, wie Uni-Kanzler Matthias Scharte kürzlich im Senat mit einiger Verärgerung berichtete. Die Forschung an den Instituten gerate durchaus spürbar in Bedrängnis.

Das bestätigt auch Studer. Der Fachbereich Chemie könne für bereits eingeworbene Drittmittelprojekte, für die das Geld zur Verfügung stehe, nicht die nötigen Stellen besetzen – „uns fehlt der Platz“. Bisher retten sich die Chemiker mit Improvisation im alten Gebäude, das künftig noch für die Lehre genutzt werden soll. Kurzfristig ist keine Abhilfe in Sicht, denn es gebe weiter „erhebliche sicherheitsrelevante Mängel“, die nicht behoben würden, so ein Unisprecher

Wenn das mit komplizierter Labortechnik ausgestattete Gebäude an seine Nutzer übergeben wird, dauert es noch rund sechs Monate, bis dort gearbeitet werden kann, erläutert Studer.

Es handelt sich bei dem Gebäude „um einen hochinstallierten Forschungsbau mit vergleichsweise vielen Laborflächen“, erklärt auch Rebecca Keller , die Sprecherin des BLB.

Die komplexen Technikeinheiten, die verbaut wurden, müssten jetzt so aufeinander abgestimmt werden, dass alle Komponenten – wie etwa Lüftungstechnik und Brandschutztechnik entsprechend der kundenindividuellen Anforderungen – reibungslos zusammenspielten. „Diese Endabstimmung erfordert noch etwas Zeit. Der BLB NRW setzt aber alles daran, das Gebäude so schnell wie möglich an die Universität zu übergeben“, so Keller. Ein Problem sei auch der Fachkräftemangel auf dem Bau. „Die Kapazitäten der beauftragten Unternehmen sind derzeit besonders stark ausgelastet“, und die Bearbeitung der „offenen Punkte“ auf der Baustelle ziehe sich häufig aufgrund fehlender Fachkräfte vor Ort in die Länge, erläutert Keller. In dieser Situationen setze der BLB den beauftragten Firmen zwar Fristen und prüfe weitere Durchgriffsmöglichkeiten des öffentlichen Vergaberechts, so Keller.

Ihr Resümee gibt aber für die Chemiker wenig Anlass zur Hoffnung: „Die allgemein stark angespannte Marktsituation in der Baubranche“ lasse hier „wenig Handlungsspielraum.“

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