Maria Klein-Schmeink macht sich für „Heilmittelerbringer“ stark
„Therapien besser vergüten“

Münster -

Physio- und Ergotherateuten, Logopäden und medizinische Fußpfleger sind hoch qualifiziert– und sie erbringen im Gesundheitssystem wichtige Leistungen. Die allerdings werden viel zu gering vergütet, kritisiert die grüne Bundestagsabgeordnete Maria-Klein-Schmeink aus Münster.

Mittwoch, 05.09.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.09.2018, 08:00 Uhr
Maria Klein-Schmeink macht sich für die therapeutischen Berufe stark.
Maria Klein-Schmeink macht sich für die therapeutischen Berufe stark. Foto: Grüne

Für Maria Klein-Schmeink sind sie „Stiefkinder des Gesundheitswesens“ – und die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen- Fraktion im Bundestag mag ihre Berufsbezeichnung gar nicht. „Heilmittelerbringer“ lautet der Fachterminus für Physio- und Ergotherapeuten, für Logopäden und Podologen (medizinische Fußpfleger).

"Hohe Bedeutung im Gesundheitswesen"

„Der Ausdruck bildet nicht im Mindesten die hohe Kompetenz und die große Bedeutung ab, die die Fachkräfte im Gesundheitswesen spielen“, betont Maria Klein-Schmeink. Die münsterische Abgeordnete hat die parlamentarische Sommerpause unter anderem dazu genutzt, in Praxen der genannten Berufsgruppen zu hospitieren.

Danach ist sie bestärkt darin, die Initiative für ein Gesundheitsberufe-Gesetz weiter voranzutreiben und sich dabei für eine deutlich bessere Vergütung der therapeutischen Leistungen stark zu machen.

Verdienst reiche kaum zum Leben

Momentan reiche der Verdienst, besonders für Selbstständige und Angestellte in Praxen, „kaum zum Leben“, stellt Klein-Schmeink fest. Denn ein großer Teil der in den Therapie-Berufen Tätigen werde nicht nach Tarif bezahlt. Der liege bei etwa 2900 Euro brutto, die Aussichten, ein höheres Gehalt zu erzielen, seien gering.

Klein-Schmeink fordert, dass der Staat für die Ausbildungskosten, die bisher von Auszubildenden selbst getragen werden, aufkommen soll. „Bisher starten die frisch ausgebildeten Fachkräfte mit Schulden in Höhe von etwa 30 000 Euro in einen Job, der ihnen nur sehr bescheidene Verdienstmöglichkeiten eröffnet“, so Klein-Schmeink. Die Folgen seien bereits sichtbar: Die Ausbildungsplätze können nicht mehr besetzt werden, es drohe Fachkräftemangel.

Dabei sei die Bedeutung der genannten Berufe für das Gesundheitswesen gar nicht hoch genug zu schätzen, so die grüne Parlamentariern. Nach Unfällen oder Operationen, bei Schlaganfall- oder Demenzpatientengewährleisteten die Therapeuten, dass die betroffenen wieder hergestellt würden oder wichtige Funktionen des Organismus aufrecht erhalten blieben.

In Münster arbeiten rund 1000 Menschen in den vier genannten Berufen in 331 Praxen, die meisten in der Physiotherapie. Deutschlandweit sind es rund 60 000.

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