„Fluchtursache Waffenhandel“
Mit Zivilcourage gegen Panzer

Münster -

„Es wird hart, ­konsequent und unangenehm“, sagt Jürgen Grässlin und blickt ins Publikum. Die Aula der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde in Münster ist am Dienstagabend nahezu voll besetzt. 

Mittwoch, 05.09.2018, 18:47 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.09.2018, 18:44 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 05.09.2018, 18:47 Uhr
Jürgen Grässlin
Jürgen Grässlin Foto: Liethmann

Fast 100 Menschen sind der Einladung des Diözesanverbandes pax christi Münster gefolgt und wollen dem Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ zuhören. Jürgen Grässlin legt los. Er erzählt von seinem Kampf gegen die Rüstungsexporte der Bundesregierung, davon, wie er an Exekutionsplätzen in Somalia nach Patronenhülsen gräbt, um nachzuweisen, dass dort mit „deutschen Waffen gemordet“ wird.

Acht Strafprozesse gegen die Rüstungsindustrie hat er ins Rollen gebracht, zuletzt gegen den Kleinwaffenhersteller Heckler & Koch, dem er illegale Waffenlieferungen nach Mexiko vorwirft. Nach den USA und Russland gehört Deutschland zu den größten Waffenexporteuren der Welt. Unter den größten Abnehmern waren 2017 Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Alle drei Staaten sind am Krieg im Jemen beteiligt. „Die aus Deutschland gelieferten Waffen befeuern die bestehenden Konflikte“, erklärt Grässlin. „Und ver­ursachen die Flucht von Millionen Menschen.“ Auch der Islamische Staat kämpfe mit deutschen Waffen. Denn „wenn man Waffen in Kriegsgebiete liefert, dann wandern sie“, erklärt Grässlin. „Dort funktioniert nur ein Gesetz: Wer am meisten zahlt, der bekommt.“

Am Ende seines Vortrages ruft er das Publikum dazu auf, Heckler & Koch-Aktien zu kaufen. Warum? Wer Aktien hält, darf auf deren Hauptversammlung Anträge stellen. 2017 hat er beantragt, einen Opferfonds für Menschen zu gründen, die durch die Waffen des Unternehmens verletzt wurden. Dieses Jahr will er wieder fragen – ein Zeichen seiner Hartnäckigkeit.

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