20 Jahre Rentnertreff der Radsportfreunde
Der älteste Rennradler ist 89

Münster -

Bereits 20 Jahre lang gibt es den Rentnertreff der Radsportfreunde. Der Älteste steigt sogar mit 89 Jahren noch aufs Rennrad.

Donnerstag, 06.09.2018, 18:02 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 18:02 Uhr
Der Rentnertreff der Radsportfreunde fährt seit 20 Jahren durch das Münsterland.
Der Rentnertreff der Radsportfreunde fährt seit 20 Jahren durch das Münsterland. Foto: pd

Der Aasee liegt still im Hintergrund, die Sonne traut sich zaghaft durch die Wolken, während bunte Trikots und geparkte Rennräder darauf warten, bewegt zu werden. Wie jede Woche trifft sich der Rentnertreff der Radsportfreunde Münster e.V. an diesem Dienstagvormittag zur Ausfahrt. Doch dieser schöne Septembertag ist für die Radler ein ganz besonderer: Er markiert das 20-jährige Jubiläum des Treffs, wie dessen Gründer Leo Bröker erklärt.

Es war im Spätsommer 1998, als sich der Radsportfreund Bröker fragte, was er mit seinem Ruhestand anfangen solle. Die Idee, Gleichgesinnte für wöchentliche Touren mit dem Rennrad zu gewinnen, gebar er an der Schreibmaschine; eine Handvoll Einladungen ging an Freunde und Bekannte. Am 8. September 1998 ging es los – fünf Leute waren gekommen, doch schon bald wurden es mehr.

Heute, 20 Jahre später, umfasst die Stammgruppe etwa 25 bis 30 Pensionäre, für die laut Bröker „die Kommunikation in dem Alter“ sehr wichtig ist. Darum habe der 80-Jährige für die übrigen 23 Starter an diesem Dienstag „etwas Besonderes“ geplant: Die 60 Kilometer lange Jubiläumsfahrt führt die Radsportler zum Hiltruper See, wo in einem Restaurant ein Buffet auf sie wartet. Bröker versteht die Fahrt als Dank an die Rentner, die seinem wöchentlichen Ruf bereits seit vielen Jahren folgen. Wichtig ist ihm an diesem sonnigen Vormittag aber auch das Gedenken an „viele wertvolle Sportfreunde“, die der Rentnertreff häufig zu früh verloren habe, wie Bröker erklärt. Es ist also auch eine Fahrt für die verstorbenen Weggefährten.

Der älteste Mitstreiter dieser Fahrt ist Heinrich Frenke. Der 89-Jährige ist von Beginn an dabei und obwohl ihm das Alter nicht anzusehen ist, sagt er selbst, dass der Rücken inzwischen nicht mehr so richtig mitmache. Doch zur Feier des Tages ist der mehrfache Urgroßvater und teilzeitaktive Frisör wieder gerne mit dem Rennrad gekommen. Auch der 77 Jahre alte Klaus Schoenen, der „das ganze Drum und Dran“ des Treffs super findet, hat seine Rennmontur angezogen, denn im Alter sei die sportliche Betätigung auch eine Frage des Willens. Auf die Frage, wie es mit den radelnden Rentnern weitergehe, antwortet Leo Bröker, der vom etwas jüngeren Schoenen als „Leithammel“ bezeichnet wird: „Die brauchen mich und ich brauche die“. Damit steigen er und seine Radfreunde auf die Ultraleichtgefährte und treten vergnügt in die Pedalen.

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