Stadtwerke Münster
Aufsichtsratschef will Dr. Henning Müller-Tengelmann vor die Tür setzen

Münster -

Paukenschlag am Abend: Nach jahrelangem Streit des Stadtwerke-Spitzenpersonals soll der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann aktuell doch überraschend sofort von seinen Aufgaben entbunden werden. Zugleich soll der technische Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke, der jüngst seinen Abschied aus Münster mit Spitzen gegen seinen Kollegen angekündigt hat, das Unternehmen vorerst führen.

Donnerstag, 06.09.2018, 10:31 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 07:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 10:31 Uhr
Soll gehen: Dr. Henning Müller-Tengelmann
Soll gehen: Dr. Henning Müller-Tengelmann Foto: Matthias Ahlke

Diesen Vorschlag macht der Aufsichtsratsvorsitzende Alfons Reinkemeier, zugleich Kämmerer der Stadt Münster, dem Kon­trollgremium für seine außerordentliche Sitzung am Donnerstag.

Die Beschlussempfehlung kommt für Beobachter eher unerwartet. Denn in der Aufsichtsratssitzung am Dienstag gab es dem Vernehmen nach keine Hinweise auf eine solche Entwicklung. Im Gegenteil: Teilnehmer der Runde hielten es für eher wahrscheinlich, dass zunächst der technische Geschäftsführer, dessen erster Vertrag in Münster ohnehin 2019 endet, nach seinem jüngsten Schreiben vorzeitig gehen soll. Jetzt soll Wernicke aber nach dem Vorschlag von Reinkemeier die Stadtwerke bis spätestens zu seinem Vertragsende am 31. August 2019 führen – mit einem Hintertürchen vielleicht sogar länger, wenn bis dahin keine neues Spitzenpersonal gefunden wird. Denn eine neue Führung gilt als das beabsichtigte Ziel.

Die vorgeschlagene „sofortige Abberufung“ des kaufmännischen Geschäftsführers begründet Aufsichtsratschef Reinkemeier mit dem nicht mehr vorhandenen „Vertrauen für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit in die Geschäftsführung von Herrn Dr. Müller-Tengelmann“. Dessen Vertrag war vom Rat der Stadt Münster auf Vorschlag des Aufsichtsrats aber erst im vergangenen Jahr um fünf Jahre verlängert worden – übrigens schon damals in Kenntnis der personellen Querelen in der Stadtwerke-Geschäftsführung.

Sollte Müller-Tengelmann abberufen werden, wird das für das städtische Versorgungsunternehmen eine teure Angelegenheit: Weit über eine Million Euro steht dem kaufmännischen Geschäftsführer offenbar aus seinen Bezügen zu. Doch dabei dürfte es wohl nicht bleiben, falls sich beide Seiten noch vor dem Arbeitsgericht treffen sollten.

Kommentar: Peinliches Theater

Zwei hoch bezahlte Manager, die sich wie Kinder im Sandkasten streiten, ein überforderter Aufsichtsrat, ein sprachloser Oberbürgermeister, der den Konflikt scheut: Das sind die Akteure für das peinliche Stadtwerke-Theater, das über Monate – nein Jahre – am Hafenplatz in aller Öffentlichkeit gespielt wird. Jetzt soll derjenige gefeuert werden, dessen Vertrag vor einem Jahr mit großer Mehrheit verlängert wurde. In dieser Angelegenheit ist keine Linie zu erkennen. Zur Verantwortung: siehe oben!

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