Geschäftsführer-Zwist
Lewe mahnt Neuanfang bei den Stadtwerken an

Münster -

Wie geht es bei Münsters Stadtwerken weiter? Vor einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates hat sich Oberbürgermeister Markus Lewe zu Wort gemeldet.

Donnerstag, 06.09.2018, 16:47 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 15:14 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 16:47 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe
Oberbürgermeister Markus Lewe Foto: Oliver Werner

Angesichts der Querelen in der Stadtwerke-Geschäftsführung hat sich Oberbürgermeister Markus Lewe am Donnerstag vor einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates zu Wort gemeldet: „Ein Neuanfang – personell und strukturell – ist bei den Stadtwerken unumgänglich“, heißt es dabei in einer Erklärung Lewes. Dieser Schritt sei erforderlich, um die zuverlässige Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit wichtigen öffentlichen Dienstleistungen wie Energie, Personenverkehr oder Datenübertragung auch in Zukunft bei schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu sichern.

Vorschlag der vorläufigen Führung

Am Mittwochabend hatte Stadtwerke-Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier überraschend den Vorschlag gemacht, den kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann sofort abzuberufen und stattdessen den technischen Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke gemeinsam mit einem Prokuristen die vorläufige Führung der Stadtwerke zu übertragen.

Nicht nur für Mitglieder im Aufsichtsrat, auch für führende Ratsvertreter kam diese Empfehlung für die außerordentliche Sitzung an diesem Donnerstag ab 17 Uhr unerwartet. Dem Vernehmen nach soll es sich um einen unabgestimmten Alleingang des Aufsichtsratschefs gehandelt haben, um den Personalzwist an der Stadtwerke-Spitze zu lösen.

Unter Verweis auf Ergebnisse eines entsprechenden Gutachtens sieht Reinkemeier in seinem Vorschlag den besten Weg, um den Dauerzwist in der Stadtwerke-Geschäftsführung aufzulösen und eine neue Spitze zu suchen. Ob das Kontrollgremium seinem Vorsitzenden, der zugleich städtischer Kämmerer ist, in der Sitzung am Donnerstag folgen wird, gilt als offen. Auch eine Vertagung der Entscheidung bis kurz vor der abschließenden Ratssitzung am 19. September scheint denkbar.

Vertrauen in den Aufsichtsrat

Unterdessen heißt es abschließend in Lewes Erklärung: „Als Oberbürgermeister habe ich volles Vertrauen in den Aufsichtsrat, dass dieser einen Vorschlag zur personellen Weichenstellung unterbreiten wird. Über diesen Vorschlag wird der Rat abschließend entscheiden.“

Die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke streiten seit Monaten über Kompetenzen und Sachfragen, teils offen vor Mitarbeitern. Während Wernicke, dessen Vertrag 2019 ausläuft, angekündigt hat, nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen, läuft Müller-Tengelmanns Vertrag noch mehr als vier Jahre.

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