Stadt baut Warnsystem aus
70 Hochleistungssirenen und App mit Schutzengelfunktion

Münster -

Land und Stadt reagieren auf die Zunahme von Großschadensereignissen wie den Jahrhundertregen. Mit 70 Hochleistungssirenen und einer Warn-App. Die erste neue Sirene steht auf dem Uni-Hochhaus an der Einsteinstraße.

Donnerstag, 06.09.2018, 18:59 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 18:03 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 18:59 Uhr
Vor der ersten Hochleistungssirene auf dem Uni-Hochhaus an der Einsteinstraße (v.l.): Prof. Dr. Xiaoyi Jiang (Hausherr und Dekan des Fachbereichs Mathematik und Informatik), Florian Grünastel und Gottfried Wingler-Scholz (Feuerwehr), Stadtrat Wolfgang Heuer und Sascha Timusk (Firma Hörmann)
Vor der ersten Hochleistungssirene auf dem Uni-Hochhaus an der Einsteinstraße (v.l.): Prof. Dr. Xiaoyi Jiang (Hausherr und Dekan des Fachbereichs Mathematik und Informatik), Florian Grünastel und Gottfried Wingler-Scholz (Feuerwehr), Stadtrat Wolfgang Heuer und Sascha Timusk (Firma Hörmann) Foto: Matthias Ahlke

In windiger Höhe auf dem Dach des zehnstöckigen Uni-Gebäudes der Mathematiker an der Einsteinstraße steht Münsters erste Hochleistungssirenenanlage. In den nächsten Monaten sollen – wie berichtet – noch 69 weitere folgen.

Verhaltensregeln immer wieder trainieren

Ebenso wichtig wie die Installation der neuen Warneinrichtungen ist es, „mit der Bevölkerung wieder die Verhaltensregeln in Katastrophenfällen zu trainieren“, erklärt Florian Grünastel von der Feuerwehr.

Denn mit dem Abbau der Sirenen in den meisten deutschen Städten in den 90er-Jahren sei auch das Wissen um Verhaltensregeln geschwunden.

Mehr "Großschadensfälle"

„Die zunehmende Zahl der Großschadensfälle“ ist laut Stadtrat Wolfgang Heuer ein Grund für den Erlass der Landesregierung aus dem Jahr 2014, die Warnmittel auszubauen. Just in dem Jahr, in dem Münster die katastrophalen Folgen des Jahrhundertregens am 28. Juli zu spüren bekam.

Um künftig „Gefahren zu reduzieren und Schäden zu minimieren“, so Heuer, setze die Stadt auf die Kombination von modernen Hochleistungssirenen in einer Lautstärke von 105 dBA – „viel lauter als ein Presslufthammer“ –, die flächendeckend einen Weckruf erzeugen und auffordern, sofort das Radio einzuschalten oder die Warn-App „Nina“ zu nutzen, erläutert Gottfried Wingler-Scholz von der Feuerwehr. „Die Sirenen können selbst bei totalem Stromausfall noch angesteuert werden.“

Im Ernstfall direkt ins Radio und Fernsehen

Die Feuerwehrleitstellen, die über ein Satellitensystem auf dem Laufenden gehalten werden, schicken im Ernstfall Verhaltensregeln für die Bevölkerung an Radio- und Fernsehsender und könnten sich mit Untertiteln sogar direkt in Sendungen einschalten, ergänzt Florian Grünastel. Etwa bei Chemieunfällen, bei extremen Unwettern oder auch im Verteidigungsfall.

Feuerwehr und Stadt empfehlen zudem, sich die Warn-App „Nina“ aufs Handy zu laden. Hier laufen per Push-Nachricht die gleichen Warnungen und Verhaltensregeln wie bei den Radiosendern ein. Eine App mit „Schutzengelfunktion“, wie sie Grünastel nennt. Regionale Warnungen laufen für jede Stadt ein, in der sich der Nutzer der App gerade bewegt. Die App kann laut Heuer bereits jetzt genutzt werden. Die neuen Sirenen „sind der letzte große Baustein im Warnsystem“.

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