SPD-Vorschlag fürs Preußen-Stadion
Einwegbecher sollen verbannt werden

Münster -

Die SPD schlägt vor, Einwegbecher aus dem Preußenstadion zu verbannen. Doch die Chancen, dass die Idee auch umgesetzt wird, stehen alles andere als gut.

Donnerstag, 06.09.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 19:00 Uhr
Die SPD will Einwegbecher aus dem Preußen-Stadion verbannen.
Die SPD will Einwegbecher aus dem Preußen-Stadion verbannen. Foto: Gunnar A. Pier

Die Zahl der Einwegbecher, die im Laufe der Saison im Preußen-Stadion im Müll landen, dürfte in die Zehntausende gehen. Damit will die SPD nun Schluss machen. Sie möchte so schnell wie möglich Plastik-Einwegbecher aus der Arena an der Hammer Straße verbannen und ein Pfandsystem einführen – wie es in vielen anderen Stadien bereits der Fall ist. Im Sportausschuss kam der Vorschlag in dieser Woche gut an: Er stellte sich geschlossen hinter den SPD-Antrag.

Beitrag zur Reduzierung des Plastikmülls

„So könnte Münster einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Plastikmülls leisten“, betont SPD-Ratsherr Philipp Hagemann, der sich gut vorstellen kann, dass die Idee noch in weiteren städtischen Sportstätten umgesetzt wird.

Die Chancen für die Umsetzung des Vorschlages stehen allerdings alles andere als gut. Zum einen seien Einwegbecher hygienischer als Mehrwegbecher, betont Axel Bröker, der im Preußen-Stadion für den Getränkeausschank verantwortlich ist. Zum anderen fehle die technische Infrastruktur.

„Es führen weder Zu- noch Abwasserleitungen zu den Getränkeständen“, betont Bröker. Diese müssten erst vom Eigentümer des Stadions – also der Stadt – gebaut werden, bevor man sich über die Einführung eines Pfandsystems Gedanken mache. Nur Schläuche zu verlegen, das reiche nicht aus, sagt Bröker: „Die frieren im Winter ein.“

Im Preußen-Stadion nicht umsetzbar

Und noch ein Problem: „Wenn die Einwegbecher verschwinden, dann müssen Pfandrückgabestellen gebaut werden. Doch aus Brandschutzgründen sind keine zusätzlichen Stände erlaubt.“ Auch wenn Bröker ein Mehrwegsystem als „Weg der Zukunft“ bezeichnet: „Im Preußen-Stadion ist das nicht umsetzbar.“

Wenn es einfach wäre, dann gäbe es das längst.

Marcel Weskamp

Wasseranschlüsse fehlen

Ähnlich skeptisch ist der Verein. „Das würde nicht nur ein bisschen schwierig, sondern sehr schwierig werden. Wenn es einfach wäre, dann gäbe es das längst“, betont Preußen-Sprecher Marcel Weskamp. Auch er verweist auf die fehlenden festen Wasseranschlüsse – und darauf, dass bei der Einführung eines Mehrwegsystems die Stadt gefordert wäre.

Wie und zu welchen Kosten der SPD-Vorschlag umgesetzt werden könnte, soll nun die Verwaltung prüfen. Hagemann betont, dass die Abschaffung von Einwegbechern der Stadt gerade mit Blick auf die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2019 gut zu Gesicht stehen würde.

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