Landwirte bauen verstärkt Trendgemüse an
Gute Kürbisernte dank Supersommer

Münster -

Über eine gute Kürbisernte freut sich Beatrix Stertmann. Sie ist einer von sechs landwirtschaftlichen Kürbis-Anbauern in Münster. 150 Sorten werden in Münsters Norden gezogen; und die passenden Rezepte gibt es gleich dazu.

Freitag, 07.09.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 07.09.2018, 12:00 Uhr
Freude über eine besonders gute Ernte an Speisekürbissen und kleinen bunten Zierkürbissen bei (v.l.): Beatrix Stertmann, Landwirt Karl-Josef Stertmann und Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.
Freude über eine besonders gute Ernte an Speisekürbissen und kleinen bunten Zierkürbissen bei (v.l.): Beatrix Stertmann, Landwirt Karl-Josef Stertmann und Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Foto: Matthias Ahlke

Anders als Gerste und Weizen, bei deren Ernte die Landwirte erhebliche Ertragseinbußen beklagen, hat eine Kulturpflanze diesen trockenen Hitzesommer offensichtlich gut vertragen: der ursprünglich aus Südamerika stammende Kürbis, der auch in Münster in großer Sortenvielfalt von sechs Landwirten angebaut wird. Über eine „sehr gute Ernte“ freut sich Beatrix Stertmann, die in dem Familienbetrieb mit Schweinemast und Getreideanbau seit 2001 auch Kürbisse anbaut – mit wachsendem Engagement: „Wir haben auf sieben Hektar insgesamt 150 Kürbissorten.“

Rot, grün und gelb leuchten die ansprechend zwischen Blumenbeeten aufgeschichteten Kürbisse schon von weitem den Besuchern am Feldrand an der Altenberger Straße am Ortsrand von Nienberge entgegen. „Bei Kürbissen setzten die Landwirte gern auf Direktvermarktung“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Geliefert werde in diesen Wochen auch an Gartencenter, Blumenläden oder Raiffeisenmärkte in der Region.

Gelbe Zentner und Golden Nuggets

„Topseller“, sagt Beatrix Stertmann, „sind nach wie vor Hokkaidos“, eine japanische Züchtung, die für ihr feines delikates Fruchtfleisch bekannt ist. Alte Sorten wie der Gelbe Zentner, der zu Omas Zeiten vor allem sauer eingelegt wurde, sei heute kaum noch ein Thema. Dafür trendige bunte Minikürbisse wie Golden Nugget, Rondini oder Baby Boo, die auch nach dem Garen in der Auflaufform auf dem Tisch ein Hingucker sind. „Kürbisse passen bei jungen Leuten gut ins hippe Kochen“, bringt es Schulze Bockeloh auf den Punkt. Und selbst in die Säuglingsnahrung ziehe verstärkt Kürbis ein, „weil er gut bekömmlich ist“.

Speisekürbis als Vitalstoff-Lieferant

Neben der seit Jahren hohen Nachfrage nach Halloween-Kürbissen als Zier- und Schnitz-Exemplare, werden Speisekürbisse immer beliebter. Es gibt sie in großer Sortenvielfalt und Verwendungsmöglichkeiten: Hokkaido oder Butternut als Suppe oder im Auflauf, Spaghettikürbisse, die in lange Spaghettifäden zerfallen und Mikrowellenkürbisse zum Auslöffeln. Insgesamt gelten Kürbisse als Schatztruhe für Vitalstoffe: reich an Vitaminen (A, C, E), ballaststoffreich und kalorienarm.

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Anbau und Ente sind indes noch recht arbeitsintensiv, zumal per Hand geerntet wird und die Kürbisse gewaschen werden, so Schulze-Bockeloh, „weil die Verbraucher sauber-leuchtende Exemplare wünschen“.

Der Hof Stertmann stellt sich auch in diesem Herbst wieder auf Schulklassen und Kitas ein, die Kürbisse als beliebte Schnitzexemplare ordern.

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