Kommunale Seniorenvertretung wird neu gewählt
Beharrlich am Ball bleiben

Münster -

Am 28. November wird die Kommunale Seniorenvertretung Münster (KSVM) neu gewählt. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Wahl. Kandidatinnen und Kandidaten können sich noch bis zum 17. Oktober melden. Unser Redakteur Erhard Kurlemann sprach mit der amtierenden Vorsitzenden Margareta Seiling, Jahrgang 1933, und Lena Heitz, die als KSVM-Geschäftsstelle im Rathaus Anfragen und Themen koordiniert.

Samstag, 08.09.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 08.09.2018, 19:00 Uhr
Margareta Seiling (vorne) ist Vorsitzende der Kommunalen Seniorenvertretung Münster (KSVM); Lena Heitz koordiniert Themen und Anfragen für das Gremium.
Margareta Seiling (vorne) ist Vorsitzende der Kommunalen Seniorenvertretung Münster (KSVM); Lena Heitz koordiniert Themen und Anfragen für das Gremium. Foto: Erhard Kurlemann

Kommunale Seniorenvertretung Münster. Wer kennt das?

Margareta Seiling: Das ist ein bisschen ein Problem. Wir bemühen uns um Öffentlichkeitsarbeit. Wir machen viel. Es gibt viele Themen. Allein im September werden wir dreimal mit Info-Ständen über unsere Arbeit informieren.

Wie ist die Arbeit organisiert und was ist gerade aktuell?

Seiling: „Älter werden in . .“ ist ein wichtiges Thema. Dazu gibt es im Stadtgebiet schon zwölf Arbeitskreise. Mecklenbeck ist zum Beispiel ganz frisch dabei. Weitere werden folgen. Daneben sind KSVM-Mitglieder in politischen Gremien der Stadt berufen, etwa im Sozialausschuss, im Sportausschuss oder im Ausschuss für Stadtplanung-, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen. Da ist die Stimme der Senioren gefordert, wenn es um die Entwicklungen in der Stadt geht.

Seniorenarbeit umfasst ein breites Spektrum . . .

Seiling: Natürlich, auch Senioren haben ihr Leben. Wir kooperieren zum Beispiel mit der Volkshochschule, mit Familienbildungsstätten, dem Verein Bürgernetz oder dem Bennohaus. Da geht es etwa um das Stichwort Digitalisierung.

. . . ein ganz aktuelles Thema . . .

Seiling: Ja, und nicht nur für Senioren, aber auch für Senioren. Wir haben dazu unter anderem mit dem Jugendrat zusammengearbeitet – generationenübergreifend sozusagen.

Was ist Ihrer Meinung nach die Hauptaufgabe des Gremiums?

Seiling: Es geht darum, Senioren für viele Fragestellungen zu sensibilisieren. Das sind nicht nur neue Techniken wie Tablets oder Smartphones. Stichworte wie Gesundheit, Wohnen, Verkehr, Frauen im Alter, Bildung oder Inklusion spielen eine Rolle. Wir machen zum Beispiel Veranstaltungen mit namhaften Referenten. Oder einmal im Jahr den Seniorentag, der sich großer Beliebtheit erfreut. Wir mussten sogar Interessenten aus Platzgründen abweisen.

Wie sind Sie in das Gremium gekommen?

Seiling: Ich bin seit neun Jahren dabei. Ich war damals bei den kfd-Stadtfrauen Münster aktiv und gehörte lange Jahre zum Vorstand des Landesfrauenrates. Da bin ich angesprochen worden und habe kandidiert.

Sie treten nicht mehr an. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Seiling: Sehr positiv. Ich habe meinen Horizont deutlich erweitern können und viele Erfahrungen gemacht. Durch diese Arbeit habe ich auch in Münster in der Stadtgesellschaft richtig Fuß gefasst.

Und für das Gremium?

Seiling: Die Arbeit des Gremiums wird anerkannt. Das ist gelungen. Wir werden gefragt, wenn es um Seniorenthemen geht. Wir sind inzwischen in vielen Beiräten vertreten. Dabei haben wir gelernt, dass Beharrlichkeit eine ganz wichtige Tugend ist. Man muss einfach am Ball bleiben.

Ist das eine gute Voraussetzung, um zu kandidieren?

Seiling: Nein, aber man sollte es wissen. Man kann auch ins kalte Wasser springen.

Am 28. November wird neu gewählt. Wer darf kandidieren?

Lena Heitz: Grundsätzlich jeder münsterischer Bürger, der 60 Jahre und älter ist. Das sind rund 65 000 Menschen in der Stadt.

Wie wird man Kandidat oder Kandidatin?

Heitz: Es gibt den Runden Tisch „Seniorinnen und Senioren in Münster“, an dem 54 Organisationen mitarbeiten. Diese nominieren Kandidaten. Und wer keiner Organisation angehört, kann als freier Bewerber kandidieren. Er benötigt dafür 30 Unterstützer-Unterschriften.

Gibt es so etwas wie Wahlkampf?

Seiling: Nein, die Delegierten werden im Vorfeld zu einer Info-Veranstaltung eingeladen, bei der sich die Kandidaten vorstellen, und dabei auch einige Sätze zu ihrer Motivation sagen sollen.

Gewählt wird in Form einer Delegiertenwahl. Wie funktioniert das?

Heitz: Jede der Organisationen am Runden Tisch stellt bis zu drei Delegierte, die jeweils bis zu acht Stimmen haben.

Ist das Verfahren ein Münster-Modell?

Heitz: Nein, die Delegiertenwahl wird – neben der Urwahl – auch von der Landesseniorenvertretung empfohlen und in vielen Kommunen genutzt, in Münster seit 2009.

Wie lange dauert eine Wahlperiode und wie groß ist der Aufwand?

Seiling: Drei Jahre. Das Gremium tagt einmal im Monat, dazu kommen die Arbeitskreis-Termine und die Ausschuss-Sitzungen. Da bekommt man ein Gespür, wie wichtig welche Themen aus der Sicht von Senioren sind. Und es gibt Gelegenheit, bei der Lösung von Problemen und der Gestaltung der Lösung mitzuarbeiten. Das werden auf jeden Fall auch zukünftig spannende Jahre.

Zum Thema

Interessierte erhalten weitere Informationen in der Geschäftsstelle der Seniorenvertretung bei Lena Heitz, ' 0251/492-33 62.

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