Neue Wege zur Wissenschaft
Stadt und Hochschulen planen großen Wurf

Münster -

Hochschulen, Uniklinikum, Studierendenwerk und Bau- und Liegenschaftsbetrieb planen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von weit über einer Milliarde Euro. Das verlangt neue Wege bei der Stadtplanung.

Freitag, 07.09.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 07.09.2018, 21:00 Uhr
Neue Wege zur Wissenschaft: Stadt und Hochschulen planen großen Wurf
Zentraler Ankerpunkt sind das Schloss (als Sitz der Universität) und der Schlossplatz. Foto: Oliver Werner

Das gemeinsame Investitionsvolumen ist gigantisch. Weit über eine Milliarde Euro werden in den kommenden zehn Jahren in den Wissenschaftsstandort Münster fließen. Die Westfälische Wilhelms-Universität, das Universitätsklinikum und die Fachhochschule planen eine Reihe von Millionenprojekten mit großer Strahlkraft im Westen der Stadt. „Doch häufig fehlt der strategische Zusammenhang. Wir wollen weg von den Einzelbetrachtungen“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Spitzen der großen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen unterzeichneten am Freitagnachmittag mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb und der Stadt Münster eine Absichtserklärung („Letter of Intent“), um in den kommenden zwei Jahren eine gemeinsame Strategie und ein städtebauliches Entwicklungskonzept zu erarbeiten.

Neue Wegebeziehungen zwischen Wissenschaftsquartieren

Ziel dieser neuen Allianz ist eine räumliche Gesamtentwicklung mit hoher Lebensqualität für die Wissenschaftsquartiere zwischen Domplatz, Aasee und Steinfurter Straße. „Wir wollen das Leitwort ,Wissenschaft und Lebensart‘ dort räumlich übertragen“, sagte Stadtbaurat Robin Denstorff. Forschung und Lehre sollen dort mit Kultur und Gastronomie verbunden werden.

Ein zentrales Merkmal sollen neue Wegebeziehungen zwischen den einzelnen Wissenschaftsquartieren sein, die zu neuer Frequenz und urbanem Leben führen sollen. Zentraler Ankerpunkt sind das Schloss (als Sitz der Universität) und der Schlossplatz. Denstorff bestätigte, dass das räumliche Gefüge dort „ganz neu gedacht und mit Leben gefüllt“ werden könnte. „Der staubige Parkplatz vorm Schloss ist nicht schön und muss so nicht bleiben“, sagte er.

Standort des geplanten Musikcampus hinterfragen

Mit Blick auf den Botanischen Garten sprachen sich Denstorff und Uni-Rektor Prof. Johannes Wessels beispielhaft dafür aus, den Garten in ein vernetztes Wegesystem einzubinden. „Er ist bislang“, waren sich beide einig, „die schönste Sackgasse Münsters“. Durch neue Erschließungen könnte der von Uni und Stadt geplante Musikcampus an der Hittorfstraße näher an das Zentrum rücken. Im Rahmen des gemeinsamen Entwicklungsprozesses mag der Standort durchaus noch mal hinterfragt werden, wofür sich Wessels offen zeigt. Er warnte indes vor einem „utopischen Zeitfenster“.

Als Vertreter des Studierendenwerkes erinnerte Geschäftsführer Frank Olivier an den sozialen Auftrag und äußerte den Wunsch nach bezahlbaren Grundstücken. Schließlich sollen Wissenschaft und Urbanität gemischt werden.  

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