Notfälle
Weiß-grüne Dose soll Leben retten

Münster -

Wenn Notarzt und Rettungsdienst zu einem Einsatz in eine Wohnung gerufen werden, dann ist meist schnelle Hilfe gefragt. Oft sind Patienten und Angehörige jedoch in der Ausnahmesituation nicht in der Lage, überlebenswichtige Informationen an die Retter weiterzugeben. Eine kleine weiß-grüne Plastikdose soll das nun ändern.

Dienstag, 11.09.2018, 10:14 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.09.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 11.09.2018, 10:14 Uhr
Stellen die Notfalldose vor (v.l.): AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening, Jutta Hammes (Kommunale Seniorenvertretung), Oberbürgermeister Markus Lewe, Margareta Seiling, Vorsitzende der Seniorenvertretung, sowie AVWL-Vorstandsmitglied Johannes Hermes.
Stellen die „Notfalldose“ vor (v.l.): AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening, Jutta Hammes (Kommunale Seniorenvertretung), Oberbürgermeister Markus Lewe, Margareta Seiling, Vorsitzende der Seniorenvertretung, sowie AVWL-Vorstandsmitglied Johannes Hermes. Foto: Reichelt/AVWL

Die sogenannte Notfalldose enthält ein Formular mit Angaben zu Vorerkrankungen, einzunehmenden Medikamenten oder dem Hausarzt. Aufbewahrt wird sie an einem Ort, der in nahezu jedem Haushalt vorhanden und leicht zu finden ist: im Kühlschrank. Genauer gesagt, gut sichtbar in der Kühlschranktür.

In vielen Regionen Deutschlands gibt es die Dose schon seit Längerem. Nun ist die Kommunale Seniorenvertretung an die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und den Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) herangetreten, um sie auch im Raum Münster populär zu machen. Als Schirmherrn der Aktion konnte sie Oberbürgermeister Markus Lewe gewinnen. Er ist begeistert von der Idee: „Manchmal sind es nun einmal die einfachen Lösungen, die am wirksamsten sind.“

Notfalldose auch fürs münsterische Umland

Die Notfalldose ist unkompliziert: keine Elektronik, die streikt, keine Batterien die ausgetauscht werden müssten, und bei Angaben, die geändert werden sollen, nimmt man einfach den Kugelschreiber in die Hand.

Seit Montag sind die Notfalldosen in rund zwei Dritteln der münsterischen Apotheken zu finden. In der Dose befinden sich das Formular und zwei Aufkleber, die die Rettungskräfte auf die Dose im Kühlschrank hinweisen sollen. Der eine wird auf die Innenseite der Wohnungstür, der andere auf die Außenseite des Kühlschranks geklebt. Wer Hilfe beim Ausfüllen des Formulars braucht, der könne sich an jede Apotheke wenden, sagt Johannes Hermes, Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes. Auch Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der AKWL, findet die Aktion gut. Ziel sei es nun, die Notfalldose auch „in die Fläche“, also ins münsterische Umland zu tragen. Man müsse diese nun bekannt machen.

Jutta Hammes und Margareta Seiling von der Kommunalen Seniorenvertretung bedankten sich bei Apothekerverband, Apothekerkammer und Schirmherr Lewe für die Umsetzung des Projekts. Immer mehr ältere Menschen lebten heutzutage alleine, erklärt Hammes: Die Notfalldose können grade ihnen in Zukunft ein „sicheres Gefühl“ geben.

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