Beratungsangebot für schwerhörige und ertaubte Menschen
Wenn das Hören anstrengt

Münster -

Das Paritätische Zentrum in Münster nimmt ein neues Beratungsangebot für schwerhörige und ertaubte Menschen in sein Programm auf. Seit über 39 Jahren wurden in dem Zen­trum bisher gehörlose Menschen sowie deren Angehörige beraten.

Montag, 10.09.2018, 20:27 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.09.2018, 20:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 10.09.2018, 20:27 Uhr
Die Organisatoren der Eröffnungsfeier (v.l.): Esther Lißeck, Ute Tillmann und Timo Plaß
Die Organisatoren der Eröffnungsfeier (v.l.): Esther Lißeck, Ute Tillmann und Timo Plaß Foto: Luisa Simonsen

„Des Öfteren haben uns aber auch schwerhörige und ertaubte Menschen aufgesucht. Das hat sich mit der Zeit gehäuft – so entstand in Kooperation mit der Stadt Münster die Idee für das neue Angebot“, erzählt Esther Lißeck, Leiterin der Beratungsstelle für hörbehinderte Menschen.

Das neue Angebot beinhalte eine Beratung, die den Umgang mit der neuen Situation ebenso umfasst wie technische Hilfsmittel und die Themen Partnerschaft und Erziehung, erklärt Lißeck.

„Die Schwerhörigkeit betrifft mehr Menschen, als man zunächst vermuten mag – viele bekommen die ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit gar nicht bewusst mit“, erklärt Timo Plaß, Geschäftsführer der Parisozial Münsterland. Laut Lißeck sind in Münster 2500 schwerhörige Menschen statistisch erfasst, „die Dunkelziffer ist deutlich höher“.

Psychische Belastung

Die Einschränkungen des Soziallebens seien bereits bei einer leichten Schwerhörigkeit massiv. „Schwerhörige trauen sich irgendwann nicht mehr nachzufragen und meiden Veranstaltungen und Orte mit vielen Menschen“, weiß Ute Tillmann, Beraterin für schwerhörige und ertaubte Menschen. „Die Betroffenen werden oft für unhöflich und arrogant gehalten, weil sie eben nicht sofort oder manchmal gar nicht antworten oder viele gehörte Bruchstücke falsch kombinieren und missverstehen“, erklärt Lißeck.

„,Bist du schwerhörig oder was?!’ Den Satz werden wahrscheinlich so einige schon oft gehört haben, aber ich bin davon überzeugt dass Personen, die so etwas sagen, überhaupt nichts über Schwerhörigkeit wissen“, so Plaß. Für Betroffene werde das Hören mit der Zeit spürbar anstrengend und könne in den meisten Fällen sogar zu einer psychischen Belastung werden. „Wir wollen daher offen mit der Einschränkung umgehen und die Betroffenen motivieren, sich nicht unterkriegen zu lassen“, so Tillmann.

Zum Thema

Die Beratungsstelle ist erreichbar unter 0251/6185-121 oder -124 und per E-Mail: lisseck@parisozial-muensterland.de

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Die Feier zur Eröffnung des neuen Angebotes findet am 21. September ab 13 Uhr am Dahlweg 112 statt.

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