Aktionstag „Ernte und Genuss“
Landwirte suchen den Austausch

Münster -

Die Landwirte sind in Münsters Innenstadt gekommen. Über Ernte und Genuss wollen sie mit den Verbrauchern reden - in einer Sitzecke aus Strohballen.

Dienstag, 11.09.2018, 20:08 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.09.2018, 19:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 11.09.2018, 20:08 Uhr
Susanne Schulze Bockeloh (l.), Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, tauscht sich mit den Münster-Touristen Helga und Ulli Binnen über die Produkte der Bauern aus. Dazu reichen die Landwirte auf der Stubengasse Mettwurst, Brot und Milch.
Susanne Schulze Bockeloh (l.), Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, tauscht sich mit den Münster-Touristen Helga und Ulli Binnen über die Produkte der Bauern aus. Dazu reichen die Landwirte auf der Stubengasse Mettwurst, Brot und Milch. Foto: Matthias Ahlke

„Man muss die Menschen gleich packen.“ Susanne Schulze Bockeloh geht die Sache sportlich an. Schließlich will die Vorsitzende des Landwirtschaft­ lichen Kreisverbandes an diesem Vormittag in Erfahrung bringen, was sich Verbraucher von der Landwirtschaft konkret wünschen. Dafür ist die Verbandsvertreterin und Bäuerin mit einigen ihrer Kollegen zum Austausch ins Zentrum der Stadt gerückt.

Eine fast zwei Meter hohen Pinnwand, aus Strohballen gestapelt, steht am Dienstag mitten auf der Stubengasse. Dort hängt Susanne Schulze Bockeloh die „Wünsche an die Land­wirtschaft“ für alle sichtbar auf. Die reichen nach drei Stunden unter anderem von „Mehr Bio“, über das Verlangen nach regionalen Produkten bis hin zu einer vielfältig gestalteten Fruchtfolge.

Als ein Touristenpaar aus Bonn Schulze Bockelohs Frage nach einem Wunsch an die Landwirtschaft spontan mit dem Appell „Durchhalten“ beantwortet, freut sich die Kreisvorsitzende sichtlich. Das zweite Mal schon darf sie sich binnen kurzer Zeit über diese Aufmunterung an ihren Berufsstand freuen. Nicht wenige, die sich an diesem Vormittag neben dem großen grünen Trecker stehen bleiben und zu Mettwurst, Bauernbrot oder einem Glas Milch greifen, zeigen sich aufgeschlossen und sehr problem­bewusst.

Mit dem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Ernte und Genuss“ werben die Landwirte quer durch die Republik um Wertschätzung für ihre Produkte und ihre Arbeit. Dazu verteilen sie wie am Dienstag in Münster Postkarten, die etwa zeigen, wie lange es von der Aussaat des Getreides im Herbst eines Jahres bis zum fertigen Brötchen beim ­Bäcker dauert: nämlich elf Monate. Für die Scheibe Käse auf dem morgendlichen Butterbrot vergehen nach Angaben der Landwirte sogar 29 Monate von der Aufzucht des Kalbes bis zur ersten Milchgabe und deren Weiterverarbeitung zu Käse.

„Wir Landwirte produzieren nach hohen Standards“, betont Schulze Bockeloh. Zwar sei die Ernte in diesem Jahr nach der langen Dürreperiode spürbar schlechter ausgefallen als in den Jahren zuvor, dennoch sei der gedeckte Tisch stets sicher­gestellt. Dies führe einmal mehr vor Augen, wie viel ­Lebensmittel wert seien. Wer in der aus Strohballen drapierten Sitzecke Platz nimmt, lässt jedenfalls zur Freude der Landwirte seine Bereitschaft zum Dialog erkennen.

Diesen Dialog wollen die Bauern auch künftig führen, heißt es.

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