Neue Zusammenarbeit
Unterstützung im Schiedsverfahren

Münster -

Eine neue Zusammenarbeit soll verhindern, dass im Schiedsverfahren hohe Dolmetscherkosten anfallen. Dass soll Migranten im Streitfall dazu bewegen, auf die außergerichtliche Schlichtung zurückzugreifen.

Mittwoch, 12.09.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 09:00 Uhr
Bezirksvorsitzender Marc Würfel-Elberg freute sich über die Zusammenarbeit mit dem AFAQ-Vorsitzenden Deler Saber (M.); mit im Bild ist der frühere Schiedsmann Otto Norda aus Münster
Bezirksvorsitzender Marc Würfel-Elberg freute sich über die Zusammenarbeit mit dem AFAQ-Vorsitzenden Deler Saber (M.); mit im Bild ist der frühere Schiedsmann Otto Norda aus Münster Foto: Dirk Anger

Die Schiedsleute in Münster wollen ihr Angebot der außergerichtlichen Streitschlichtung weiteren Bevölkerungsgruppen nahebringen. Dazu arbeitet die Bezirksvereinigung Münster des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen ( BDS) neuerdings mit dem Verein AFAQ e.V. zusammen.

Letzterer stellt bei Bedarf den ehrenamtlich tätigen Schiedspersonen ebenfalls ehrenamtlich arbeitende Dolmetscher zur Verfügung, um bei der Streitschlichtung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu unterstützen. Diese Kooperation präsentierte der münsterische BDS-Vorsitzende Marc Würfel-Elberg am Dienstag zusammen mit dem AFAQ-Vorsitzenden Deler Saber in den Räumen des Vereins für interkulturelle Zusammenarbeit an der Moltkestraße.

Migranten will Würfel-Elberg dazu bewegen, dass sie im Streitfall künftig auf das Schiedsverfahren als Lösung zurückgreifen. Die Zusammenarbeit mit dem Verein AFAQ sei „ein Riesenvorteil“, weil dadurch keine unkalkulierbaren Dolmetscher-Kosten entstehen würden. Außerdem stellt der Verein unentgeltlich seine Räume zur Verfügung, sollte es zu einer Schlichtung mit einer größeren Zahl an Beteiligten, etwa ganzen Familien, kommen.

AFAQ hat nach Sabers Angaben Mitglieder aus 24 Nationen, vor allem aus dem arabischen Raum. In den vergangenen beiden Jahren, habe man mehr als 2500 Menschen unterstützt. Der Verein will seine Mitglieder ausdrücklich auf das Schiedsverfahren aufmerksam machen, kündigte er an.

Erfreuliche Nachrichten hat Würfel-Elberg auch von anderer Seite: Erstmals nehmen Schiedspersonen aus Münster auch an der landesweiten telefonischen Beratung teil. Dabei können sich Bürger direkt mit Fragen an erfahrene Schiedsleute wenden. Nächster Termin ist am 20. September in der Zeit von 12 bis 14 Uhr unter ✆ 02 11 / 8 37 19 15. Der Bedarf an Beratung scheint groß, wie die Erfahrung des langjährigen früheren Schiedsmanns Otto Norda aus Münster zeigt: Die Menschen redeten weniger miteinander. Die Kommunikation werde schlechter, Konflikte nähmen zu. Am Wochenende findet die BDS-Landesversammlung ab 10 Uhr im Rathaus statt.

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