Spitzenposten
Reiners steht als Kämmerernicht bereit

Münster -

Es ist ein heißes Gerücht in Münsters Ratskreisen: Im Zuge der Stadtwerke-Krise könnte der jetzige Stadt-Kämmerer Übergangschef werden – und die Grünen könnten vorzeitig einen Nachfolger für den Kämmer benennen.

Mittwoch, 12.09.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 09:00 Uhr
Grünen-Fraktionschef Otto Reiners 
Grünen-Fraktionschef Otto Reiners  Foto: Matthias Ahlke

Die Gerüchteküche rund ums Rathaus brodelt dieser Tage auf höchster Stufe. Schließlich heizt die als sicher geltende Ablösung der Stadtwerke-Spitze die Personal-Spekulationen nochmals kräftig an. Eine der zuletzt am häufigsten kolportierten Geschichten orakelt von einen möglichen Wechsel des Stadt-Kämmerers als Übergangschef zu den Stadtwerken. Als dann neuer städtischer Kassenwart fällt in diesem Zusammenhang immer wieder der Name von Grünen-Fraktionschef Otto Reiners – zum einen weil dieser als studierter Betriebswirt über die fachliche Eignung verfüge, zum anderen weil den Grünen in der Bündnisvereinbarung mit der CDU das Vorschlagsrecht für den Kämmerer-Posten zusteht, wie es heißt.

Sollte es diese Überlegungen tatsächlich mal so oder ähnlich gegeben haben, liegen sie inzwischen fern der Umsetzung – zumindest was die Nachfolgeregelung in der städtischen Kämmerei angeht. Reiners steht demnach als Nachfolger von Alfons Reinkemeier nicht zur Verfügung, wie es aus Fraktionskreisen der Grünen am Dienstag heißt. In diesem Sinn hatte sich der Grünen-Fraktionschef zuvor auch auf Nachfrage unserer Zeitung geäußert. Es ehre ihn zwar, dass sein Name im Gespräch sei, so Reiners. Aber er stehe nicht zur Verfügung.

Bei den Grünen gilt ein Wechsel in der selben Stadt aus der aktiven Politik auf die Verwaltungsseite eigentlich als Tabu. Entsprechend heftig ging man 2011 Ex-SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer an, als dieser sich anschickte, neuer Personaldezernent der Stadt zu werden.

In der derzeitigen Lage gibt es bei den Grünen offenbar die Befürchtung, in der Öffentlichkeit könne der Eindruck entstehen, die Partei verfolge bei der anstehenden Ablösung der Stadtwerke-Spitze mit Blick auf den Kämmerer-Posten eigene Ziele. Nach der Besetzung des Spitzenpostens beim Parkhausbetreiber WBI mit einem grünen Gefolgsmann ist man offenbar bestrebt, eine neuerliche Debatte zu vermeiden.

Auch ein Wechsel Reinkemeiers zu den Stadtwerken ist allen Spekulationen zum Trotz höchst unwahrscheinlich. Schließlich muss sich der Kämmerer zur Wahrung seiner Pensionsansprüche formal noch mal einer Wiederwahl im nächsten Jahr stellen. Auch wenn sein Abschied zwischen CDU und Grünen im Sinne des Proporzes längst besiegelt ist.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6043844?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Pakete sollen eher in Münsters Norden ankommen
Der Leiter der Paketauslieferung Münster, Martin Grba (l.), zeigt den Plan für die Baumaßnahme der neuen DHL-Zustellbasis auf dem 18 700 Quadratmeter großen Grundstück am Hessenbusch. Zusteller Markus Sabusch wird von hier aus künftig einen von 40 Bezirken beliefern.
Nachrichten-Ticker