Hauptbahnhof Münster
Wenn die Parkplatzsuche mit dem Fahrrad zur Glückssache wird

Münster -

Tägliche Odyssee am Hauptbahnhof: Die Suche nach einem Fahrradstellplatz rund um die Dauerbaustelle kann durchaus zeitraubend sein. Eine adäquate Alternative bis zur Fertigstellung der Ostseitenbebauung scheint nicht in Sicht.

Mittwoch, 12.09.2018, 15:39 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 15:35 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 15:39 Uhr
Hauptbahnhof Münster: Wenn die Parkplatzsuche mit dem Fahrrad zur Glückssache wird
Glück gehabt: Einen freien Stellplatz in den doppelstöckigen Fahrradständern im Hamburger Tunnel zu finden, ist eher selten. Foto: Christine Bader

„Zehn bis fünfzehn Minuten habe ich gesucht”, entnervt schiebt die Münsteranerin ihr Rad in eine kleine Lücke vor dem Hauptbahnhof. Wer es als Radfahrer auf dem Weg zum Zug eilig hat, hat in Münster schlechte Karten.

Die Wahlmöglichkeiten fallen begrenzt aus: Die Radstation mit ihren 3500 Plätzen ist oft ausgebucht. Bleiben nur noch die doppelstöckigen Fahrradständer im Hamburger Tunnel und am Berliner Platz sowie die Stellflächen an der Westseite des Bahnhofs. Wäre da nicht das Problem, dass diese Plätze meist bis zum Bersten vollgestellt sind.

Fahrradfahrer: So schwierig ist die Parkplatzsuche an Münsters Hauptbahnhof

Das Angebot kann den Bedarf bei weitem nicht decken. Nachdem knapp 1800 Fahrradstellplätze im Bereich an der Bremer Straße Ende Januar 2018 wegen der Bauarbeiten wegfielen, hat sich die Situation weiter zugespitzt. Pläne zur Einrichtung von Fahrradparkplätzen im Parkhaus an der Bahnhofsstraße wurden nicht realisiert.

Täglicher Kampf gegen Wildparker

Das Ergebnis ist jeden Tag zu sehen: Viele Fahrräder sind „wild“ geparkt, zum Beispiel auf Gehwegen. Falschparkende Leezen, die etwa Behindertenparkplätze oder Rettungswege blockieren, werden regelmäßig vom Ordnungsamt umgestellt - sofern woanders Platz ist. Andernfalls werden sie in die Fahrradfundstation abtransportiert. Bis zu 1500 Räder werden jeden Monat umgestellt, berichtet die Stadt.

Die Fertigstellung der Ostseitenbebauung, auf der unter anderem eine neue Fahrradstation mit über 2000 Parkplätzen entstehen soll, ist für Ende 2020 angesetzt. Bis dahin heißt es für Radler wohl oder übel: Genügend Zeit für die Parkplatz-Suche einplanen.

Fahrrad-Situation am Hauptbahnhof Münster

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  • Bis Ende Januar 2018 war hinter diesem Zaun an der Bremer Straße Platz für knapp 1.800 Fahrräder. Für die Bauarbeiten an der Ostseite des Hauptbahnhofs musste der Bereich geräumt werden. Bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Gebäude in zwei Jahren müssen die Radfahrer auf alternative Stellplätze ausweichen.

    Foto: Christine Bader
  • Im Hamburger Tunnel hat die Stadt Münster Mitte 2017 Doppelstockständer für 400 Fahrräder aufgestellt. Diese können den Bedarf allerdings noch lange nicht decken.

    Foto: Christine Bader
  • Zu Stoßzeiten ist es schwer, einen regulären Stellplatz zu finden. Außer den Doppelstockständern im Hamburger Tunnel gibt es nur die Radstation als überdachte Abstell-Alternative. Aber auch diese ist regelmäßig ausgebucht.

    Foto: Christine Bader
  • Die Fahrradflut vor dem Hamburger Tunnel prägt seit langem das Bild auf der Vorderseite des Hauptbahnhofes.

    Foto: Christine Bader
  • Pläne, Fahrradparkplätze im Parkhaus Bahnhofsstraße einzurichten, hat die Stadt Münster wieder verworfen. Stattdessen muss der Berliner Platz als Stellplatz herhalten.

    Foto: Melina Liethmann
  • Am Berliner Platz reihen sich die Fahrräder an- und aufeinander.

    Foto: Melina Liethmann
  • Die offiziellen Stellplätze reichen längst nicht für alle Leezen: Wer „wildparkt“ läuft Gefahr, abgeschleppt zu werden. Wiederfinden kann man sein Fahrrad bei der Fahrradfundstelle am Industrieweg.

    Foto: Melina Liethmann
  • In der Hektik den Zug zu erwischen, passiert auch mal das ein oder andere Missgeschick.

    Foto: Melina Liethmann
  • Auch Fußgänger bekommen die Fahrradparkplatz-Knappheit zu spüren. Viele Radler weichen auf den Gehweg aus.

    Foto: Melina Liethmann
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